• Lange hieß es, der Weltraumriese Beteigeuze würde explodieren
  • Grund dafür war sein starker Helligkeitsverlust in der Vergangenheit
  • Forscher haben nun das Rätsel um den Beteigeuze gelüftet

Der Riesenstern Beteigeuze beschäftigt Wissenschaftler auf der ganzen Welt schon lange. Der Himmelskörper ist Teil des Sternbild Orion und besitzt eine Masse die etwa 900-mal größer ist als die unserer Sonne. Erst kürzlich stand der Stern unter dem Verdacht, zu explodieren. Grund dafür war sein großer Verlust an Strahlkraft im Winter 2019. Das Erwartete erfüllte sich bisher jedoch nicht. Nun haben Forscher den wahren Grund für die Verdunklung von Beteigeuze herausgefunden. 

Rätsel um Beteigeuze: Wann kommt es zur Supernova des Riesensterns?

Astronomen rätselten über die außergewöhnliche Schwächeperiode des Roten Riesen Beteigeuze Ende 2019. Damals war der Helligkeitsabfall nicht erklärbar. Damals hielten Forscher eine Supernova für möglich. Damit wäre es die erste Sternenexplosion in unsere Milchstraße seit 1604. Seitdem mussten Astronomen auf andere Milchstraßen blicken.

Zunächst wurde die Annahme einer Supernova sogar gefestigt: Forscher konnten Gravitationswellen messen, die auf einen unerwarteten Ausbruch hinweisen sollten. Diese entpuppten sich später jedoch als "falscher Alarm". Seltsamerweise nahm die Verdunklung von Beteigeuze auch 2020 zunächst weiter zu. Astronomen blieben sich jedoch unsicher, was der Helligkeitsverlust wirklich zu bedeuten hätte.

Und das Rätseln ging weiter: Mittels Infrarot-Aufnahmen konnte der Planet noch genauer untersucht werden. Dadurch wurden im Februar vergangenen Jahres enorme Staubwolken im Umfeld des Riesensterns sichtbar. "Natürlich ist unser Wissen über die Roten Überriesen unvollständig, und dies ist noch Gegenstand intensiver Forschung, sodass es noch zu Überraschungen kommen kann", beschrieb damals Miguel Montragès, führender Astronom der Universität Leuven, die Situation. 

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Der deutschlandweit bekannte Physiker und Weltraumexperte Harald Lesch erklärte, dass Beteigeuze in "naher Zukunft" auf jeden Fall explodieren wird. Dabei ist allerdings wichtig, dass Lesch mit "nah" einen Zeitplan aus astronomischer Perspektive meint. Die Rede ist von möglicherweise mehreren Tausend Jahren.

Warum wurde Beteigeuze dunkel? Forscher lüften Geheimnis um Riesenstern

Die "große Verdunklung" von Beteigeuze hat wieder abgenommen und der Stern gewann bereits im April 2020 wieder an Helligkeit. Doch was hatte es mit dem Lichtverlust nun wirklich auf sich? Ein internationales Forscherteam konnte die Daten des "Very Large Telescope" der Europäischen Südsternwarte auswerten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Wissenschaftsblatt Nature.

"Unsere Beobachtungen zeigen, dass die große Verdunkelung kein Hinweis auf eine bevorstehende Explosion von Beteigeuze als Supernova ist", schreiben Miguel Montargés von der Sternwarte Paris und seine Kollegen.

Abkühlung der Sternoberfläche

Die Erklärung ist deutlich unspektakulärer als eine Supernova. Das Forscherteam geht davon aus, dass die Verdunklung eine Begleiterscheinung eines großen Materieauswurfs des Sterns war. Dadurch kam es zur Abkühlung der Sternoberfläche, wodurch Teile der ausgestoßenen Materie zu Staub kondensieren konnten. Es sei also die Kombination aus einem großen kühlen Fleck auf der Sternoberfläche und einem daraus resultierenden Staubschleier, die für die große Verdunkelung von Beteigeuze verantwortlich war, so Montargés und seine Kollegen.

Explodiert der Stern ohne Vorwarnung?

Doch eine vollständige Entwarnung gab der französische Astronom und sein Team noch nicht: "Obwohl das gegenwärtige Verhalten von Beteigeuze also kein Vorbote seines Untergangs ist, bleibt es möglich, dass der Stern ohne Vorwarnung explodiert."

Vor Kurzem sind zwei Schwarze Löcher miteinander kollidiert. Der dabei entstandene "lauteste Knall seit dem Urknall" war sogar auf der Erde spürbar.

aa

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