Eine totale Mondfinsternis ist sehr selten und entsteht nur dann, wenn die Erde sich exakt zwischen Sonne und Mond befindet. Der Kernschatten der Erde fällt dann auf den Mond und das wenige Sonnenlicht, das unseren Mond jetzt noch erreicht, ist langwellig und rot. Aus diesem Grund verwandelt sich der Vollmond bei einer totalen Mondfinsternis in einen Blutmond. Dieses Ereignis war in der Nacht auf Montag (16.05.2022) in Europa, Afrika, Nord- und Südamerika und in der Antarktis zu sehen.

In östlichen Gegenden von Deutschland und Österreich war der Mond jedoch schon während der ersten partiellen Phase wieder untergegangen, wie man der Finsternis-Karte von timeanddate entnehmen kann. In dieser Phase bedeckte nur der Halbschatten der Erde den Mond zum Teil und dann schließlich komplett. Das heißt, dass der Blutmond beispielsweise in Berlin oder Dresden nicht zu sehen war.

Totale Mondfinsternis und Blutmond: Wann ist das seltene Phänomen am besten zu sehen?

Die totale Mondfinsternis war am Montag, 16. Mai 2022 zu sehen. Genauer, in der Nacht vom 15. auf den 16., ein paar Stunden nach Mitternacht. Solche Himmelsereignisse können in Deutschland je nach Standort um einige Minuten in der Länge variieren. Sie dauern deshalb unterschiedlich lang, da in den östlichen Regionen der Mond früher untergeht, als im Westen.

Astronomie-Buch für Anfänger und Fortgeschrittene bei Amazon ansehen: 

Die erste Phase der Mondfinsternis begann beispielsweise in Bamberg - in welcher der Halbschatten der Erde auf den Mond fällt - um 3.32 Uhr. Die partielle Mondfinsternis - bei der ein immer größerer Teil des Erdschattens auf den Mond fällt - startete etwa eine Stunde später, um 4.27 Uhr. Die totale Mondfinsternis begann um 5.29 Uhr, aber dann ging der Mond auch schon unter und das Spektakel war bereits 3 Minuten später für die Bamberger vorbei, da hier der Mond um 5.32 Uhr untergegangen war. In einer weniger östlich gelegenen Stadt, wie zum Beispiel Köln, war die Totale ganze 15 Minuten zu sehen (von 5.29 Uhr bis 5.44 Uhr), bevor der Mond unterging. Für Menschen in Chemnitz endete das Ereignis bereits um 5.20 Uhr. 

Lediglich in Südamerika, Teilen von Nordamerika und Teilen der Antarktis war die komplette Mondfinsternis in voller Länge von 5 Stunden und 18 Minuten zu sehen.

Aber warum ist der Blutmond eigentlich rot? 

Wie zuvor schon angedeutet, hat das etwas mit den wenigen Sonnenstrahlen zu tun, die den Mond erreichen. Wie Wetter.de erklärt, müssen Sonne, Erde und der Erdmond exakt auf einer Linie stehen. Da die Sonne aber größer ist als die Erde, strahlt sie über die Erde hinweg, wobei das Sonnenlicht von der Atmosphäre der Erde gebrochen wird. Die gasförmige Schicht, die wir als Erdatmosphäre bezeichnen, bricht die Sonnenstrahlen so, dass nur rot-orangene Lichtstrahlen auf den Mond treffen.

Eine totale Mondfinsternis ist mit dem bloßen Auge zu sehen, wenn auch nicht alle Phasen in ihrer Deutlichkeit. Die Halbschattenfinsternis wird, wenn überhaupt, nur als Grauschleier über dem Mond wahrgenommen. Die Kernfinsternis dagegen kann auch ohne Teleskop oder Fernglas gut verfolgt werden. Im Gegensatz zu den Gefahren für die Augen bei einer Sonnenfinsternis, ist bei astronomischen Ereignissen, die mit dem Mond zu tun haben, keine Sicherheitsausrüstung nötig.

Zum Weiterlesen: Totale Mondfinsternis und Planetenparade im Mai: So spektakulär zeigen sich die Sterne

Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegenzulassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst und darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.

Vorschaubild: © NEWS5 / Merzbach (NEWS5)