Washington
NASA-Mission

Asteroiden-Gefahr auf der Erde: "Bennu" nähert sich rasant - Wie wahrscheinlich ist eine Kollision?

Der Kollisionskurs des Asteroiden "Bennu" ist schon länger bekannt, doch eine Nasa-Mission zeigt jetzt, dass ein Einschlag noch wahrscheinlicher ist als lange angenommen wurde. Besteht tatsächlich Grund zur Sorge?
Der Asteroid "Bennu" fliegt mit enormer Geschwindigkeit auf die Erde zu. Symbolbild
Der Asteroid "Bennu" fliegt mit enormer Geschwindigkeit auf die Erde zu. Symbolbild Foto: urikyo33/pixabay.com
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  • Asteroid "Bennu" rast auf die Erde zu
  • Ist eine Kollision mit der Erde noch viel wahrscheinlicher als bisher angenommen?
  • Die NASA-Raumsonde „OSIRIS-REX“ versucht den Asteroiden zu entschlüsseln und will Bodenproben zur Erde bringen
  • Die Flugbahnen von Asteroiden soll die NASA-Mission zukünftig besser kalkulieren können

Asteroid "Bennu" befindet sich auf Kollisionskurs mit der Erde. Die NASA hat deshalb vor mehr als 4 Jahren eine Sonde losgeschickt, um Proben des Asteroiden zu sammeln und daraus neue Informationen zu gewinnen. Mittlerweile ist die Sonde auf dem Rückweg zur Erde - und liefert erste Ergebnisse.

Asteroid "Bennu": Der gefährliche Asteroid rast auf unser Sonnensystem zu

Die wohl bedeutendste Erkenntnis: Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision des Asteroiden mit der Erde ist höher als zunächst angenommen. Für das Jahr 2300 ging die Nasa von einer Wahrscheinlichkeit von 1:2700 aus. Nun korrigiert sich der Wert auf 1:1750. 

Grund zur Sorge besteht laut Davide Farnocchia, dem Studienleiter und Wissenschaftler im Nasa Center for Near Earth Object Studies jedoch nicht. "Wir können jetzt die Flugroute von ‚Bennu‘ viel besser einschätzen und verstehen, was die möglichen Routen für einen Einschlag sind. Ich denke, insgesamt hat sich die Situation verbessert und ich bin nicht verunsicherter als zuvor", wird er auf der Website des amerikanischen Fernsehsenders CNN zitiert. 

In dem unwahrscheinlichen Szenario, dass der Asteroid die Erde doch trifft, würde er einen riesigen Krater mit einem Durchmesser von bis zu rund zehn Kilometern verursachen. Der verwüstete Bereich könnte sogar das 100-fache der Kratergröße betragen. Für den 24. September 2182 rechnen die Wissenschaftler eine vergleichsweise hohe Chance aus, dass es zu einem Zusammenprall kommt. Der Asteroid nähert sich an diesem Tag der Erde an. Die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag an diesem Tag wird auf 1:2700 geschätzt. Damit ist das Einschlagsrisiko zwar weiterhin verschwindend gering, dennoch wird der Komet von der NASA als einer der gefährlichsten Asteroiden unseres Sonnensystems bezeichnet. 

"Bennu" von der NASA überwacht: Wie gefährlich ist der Asteroid?

Und auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Kollision von "Bennu" bei weniger als 0,07 Prozent liegt, wird der Asteroid trotzdem genau überwacht. Asteroiden kommen der Erde immer wieder nahe, ohne eine direkte Gefahr darzustellen. Doch bei manchen Asteroiden ist das anders: Sie sind auf Kollisionskurs mit der Erde oder könnten durch eine minimale Veränderung ihrer Flugbahn auf Kollisionskurs geraten. Sie stehen deshalb auf Beobachtungslisten der Raumfahrtorganisationen, da sie regelmäßig im Auge behalten werden müssen. Weit oben auf dieser Liste - noch höher als der Asteroid „Apophis“ - steht der Asteroid „Bennu“.

Fakten zum Asteroiden "Bennu:"

  • Größe: 500 Meter im Durchmesser
  • Farbe: tiefschwarz
  • Oberflächenform: bedeckt mit Steinen und Schotter
  • Spitzname: "Weltuntergangs-Asteroid" 

Aufgaben der NASA: Universum erforschen und Planeten schützen

Die "National Aeronautic and Space Administration", kurz NASA, ist die US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft. Sie betreibt seit 1958 Forschungsarbeiten. Die NASA ist eine der wichtigsten geowissenschaftlichen Forschungsinstitutionen der Welt und stellt in den USA die meisten Forschungsgelder für klimawissenschaftliche Forschungsarbeiten bereit.

Die Vision der Nasa ist: „Das Leben hier zu verbessern, das Leben nach draußen auszudehnen und Leben da draußen zu finden“. Daraus ergibt sich die Mission „unseren Heimatplaneten zu verstehen und zu schützen, das Universum zu erforschen, nach Leben zu suchen und die nächste Generation von Forschern zu begeistern“. 

Raum-Sonde "OSIRIS-REX" mit Top-Auftrag

Raum-Sonden sind unbemannte Raumflugkörper, die im Gegensatz zu Erdbeobachtungssatelliten oder zu Weltraumteleskopen auf eine Reise zu einem oder mehreren Untersuchungsobjekten im Sonnensystem geschickt werden. So schickte die NASA schon vor vier Jahren die Raum-Sonde "Osiris-Rex" ins Weltall, um den Asteroiden "Bennu" zu erforschen.

Wie die NASA mitteilte, soll "OSIRIS-REX" den Asteroiden am 20. Oktober 2020 untersuchen, bis sie schließlich mit einer 60 Gramm schweren Gesteinsprobe zurück zur Erde kommt. Man wird jedoch nicht auf dem Kleinplaneten landen, sondern einen drei Meter langen Roboter-Arm ausfahren, welcher die Gesteinsproben einsaugen wird. Noch nie zuvor hat die NASA Asteroiden-Teilchen eingesammelt. 

Durch diese Mission können Berechnungen über die Flugbahnen von Asteroiden aufgestellt werden. Das Erforschen des Asteroiden "Bennu" gibt Wissenschaftlern außerdem Einblicke in das frühe Sonnensystem, einschließlich der Entstehung unserer Erde.

Asteroiden-Livestream: Mit der NASA den Flug verfolgen

Im letzten Jahr gab es sogar die Möglichkeit, die Ankunft der Raum-Sonde "OSIRIS-REx" beim Asteroiden "Bennu" live und kostenlos zu verfolgen. Die NASA bot einen Livestream an, welcher am 3. Dezember 2020 im NASA-TV zu sehen war. Auch abseits der Berichterstattung um "Bennu" bietet die Luft- und Raumfahrtbehörde in ihrem kostenlosen NASA-TV Informationen rund um ihre Forschung an.

Der Rückflug Richtung Erde ist mit etwa drei Jahren Reisezeit sogar etwas schneller zurückgelegt als der Hinflug. „Bennu“ könnte erst in 150 Jahren mit der Erde kollidieren. Somit hat die NASA noch genug Zeit, die Asteroiden-Teilchen zu untersuchen und wichtige Erkenntnisse zu sammeln.  

Einschläge von Gesteinsbrocken können verheerende Folgen haben. Nun plant die Esa ihre erste Mission zur Asteroiden-Abwehr.