Was viele beim Winter-Gemüsekauf falsch machen – und was die bessere Alternative ist

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Wintergemüse statt Gurken: Nachhaltig essen in der kalten Jahreszeit
Wintergemüse ist nachhaltiger als importierte Gurken aus beheizten Gewächshäusern.
Gurken
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Salatgurken gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland. (Symbolbild)
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Sebastian Kahnert/dpa

Gurken sind im Winter meist Importware oder aus beheizten Gewächshäusern. Nachhaltigere Alternativen bieten regionales Wintergemüse.

Bestimmtes Gemüse sollte während der kalten Jahreszeit gemieden werden – dazu zählen auch Gurken. Im Winter haben sie in unseren Breitengraden eigentlich keine Saison. Trotzdem sind Gurken das ganze Jahr über in den Supermärkten zu finden, wobei es sich im Winter meist um Importware handelt. Nachhaltiger ist es, auf den Saisonkalender zu achten und regionales Wintergemüse zu bevorzugen. Wer saisonal einkauft, unterstützt die Umwelt und erhält oft bessere Qualität.

Gurken im Winter: weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll

Gurken sind ein wärmeliebendes Gewächs. Für gesundes Wachstum brauchen sie Temperaturen um die 20 bis 25 Grad Celsius sowie viel Licht. Diese Bedingungen gibt es in Mitteleuropa nur zwischen Mai und September. In der kalten Jahreszeit ist der Gurkenanbau in Deutschland deshalb unmöglich.

Im Winter stammen Gurken meist aus beheizten Gewächshäusern oder aus wärmeren Ländern wie Spanien oder Marokko. Das sorgt zwar für volle Supermarktregale, ist aber weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll.

Das zeigt: Auch beim Einkauf regionaler Produkte lohnt sich ein Blick auf die Saison des Gemüses. Nur wenn das Gemüse in der passenden Jahreszeit wächst, ist es wirklich umweltfreundlich. Deshalb lohnt es sich, im Winter auf saisonale Alternativen zurückzugreifen – das ist nachhaltiger, gesünder und schmeckt besser.

Enormer Energieverbrauch von Gewächshäusern im Winter 

Damit Gurken im Winter in Deutschland gedeihen, müssen Gewächshäuser beheizt und beleuchtet werden. Dafür werden häufig Erdgas oder andere fossile Energiequellen genutzt. Der Energieverbrauch ist enorm – besonders bei Gewächshäusern ohne moderne Wärmerückgewinnung oder LED-Beleuchtung.

Regionalität klingt eigentlich positiv – doch bei regionalen Gurken im Winter führt sie in die Irre. Wenn sie unter Glas oder Folie künstlich erzeugt werden, ist der ökologische Fußabdruck oft größer als bei Importware aus sonnigeren Regionen. Der Grund: Der Energieeinsatz für Wärme und Licht ist im Winter so hoch, dass der eigentliche Vorteil der kurzen Transportwege verloren geht.

Ein Beispiel: Der CO₂-Ausstoß von einer im Winter in Deutschland produzierten Gurke kann über das Zehnfache einer Freilandgurke aus dem Sommer betragen. 

Wintergurken haben weniger Geschmack und Nährstoffe

Oft schmecken Gurken aus dem Winteranbau wässriger und weniger aromatisch. Dafür gibt es mehrere Gründe: weniger Sonnenstunden, künstliches Licht und beschleunigtes Wachstum in Gewächshäusern. Zudem ist der Vitamingehalt meist geringer als bei sonnengereiften Sommergurken. Wer also Wert auf Geschmack und Qualität legt, sollte auf saisonales Wintergemüse als Alternative setzen. Dieses Gemüse hat eine gute Umweltbilanz im Winter:

  • Feldsalat oder Endivie liefern wichtige Vitamine und wachsen regional auch in der kalten Jahreszeit.
  • Rote Bete und Karotten bringen Farbe und Süße in den Salat oder als Ofengemüse.
  • Rettich oder Kohlrabi sorgen für Biss und Frische – roh oder leicht eingelegt.
  • Sauerkraut ist ein traditionelles Wintergemüse mit probiotischen Eigenschaften.

Wer dennoch nicht auf Gurken verzichten möchte, kann auf eingelegte Gurken oder selbst gemachte saure Gurken zurückgreifen – sie halten lange und haben Saisoncharakter. Das sorgt für eine nachhaltige Ernährung im Winter.