Trotz Protesten der Tabakindustrie: Der Finanzausschuss des Bundestags empfahl am Mittwoch die Erhöhung der Tabaksteuer. So teuer werden Zigaretten künftig.
Am Mittwoch war die Tabaksteuer Thema im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags in Berlin. Und der stimmte – gegen alle Proteste und Warnungen der Tabakindustrie – für eine Erhöhung. Am Donnerstag, 15. Oktober, um 23.15 Uhr soll dann der gesamte Bundestag über das Thema abstimmen – eine Entscheidung soll laut Tagesordnung um kurz vor Mitternacht fallen. Am Freitag könnte der Bundestag noch ein Veto einlegen, was aber als so gut wie ausgeschlossen gilt. Die Länderkammer hat bereits im September beschlossen, keine Einwendungen zu erheben.
Auch interessant: Das passiert im Körper nach nur einer einzigen Zigarette
Rauchen ist ungesund und teuer – darüber sind sich viele einig. Dennoch wird mit Zigaretten jährlich ein Milliardengeschäft gemacht. Und das soll noch steigen: Schon 2027 müssen sich Raucher auf höhere Kosten einstellen, Zigaretten sollen deutlich teurer werden. Die Tabaksteuer soll gemäß dem Beschluss über vier Jahre lang regelmäßig erhöht werden.
So wirkt sich die Steuererhöhung auf die Zigaretten-Preise aus
Aktuell werden für eine Schachtel mit 20 Zigaretten rund acht Euro fällig. Laut Gesetzentwurf soll ab 2027 ein gewichteter durchschnittlicher Kleinverkaufspreis von 8,77 Euro gelten. Für 2028 werden 9,56 Euro genannt, für 2029 dann 10,42 und für 2030 11,36 Euro. Bei Premium-Marken wie Marlboro oder Davidoff könnte es noch teurer werden. Ihr Preis könnte nach Schätzungen von Tabakhändlern auf bis zu 14 Euro steigen.
Wer täglich eine Packung mit 20 Zigaretten raucht, kommt bei einem Preis von 9 Euro auf 3285 Euro pro Jahr. Bei einem Packungspreis von 14 Euro sind es 5110 Euro pro Jahr, rechnete die Mediengruppe Bayern kürzlich durch.
Steuererhöhungen gibt es auch für andere Produkte wie Feinschnitt, Pfeifentabak, erhitzten Tabak, Wasserpfeifentabak und sogenannte Substitute für Tabakwaren, zum Beispiel Liquids für E-Zigaretten.
Mehreinnahmen und Anreiz zum Aufhören: Das sind die Erwartungen an die höhere Tabaksteuer
Die Bundesregierung erwartet sich von der höheren Tabaksteuer mehrere Milliarden Extraeinnahmen. Das sei ein notwendiger Schritt zur Konsolidierung des Haushalts in Zeiten knapper Kassen.