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Spaghetti-Test

Spaghetti bei Öko-Test: Schimmelpilzspuren entdeckt - Bio-Produkte schneiden "sehr gut" ab

Öko-Test hat Spaghetti-Sorten untersucht. Während einige Discounter-Marken überraschend gut abschneiden, konnten in anderen Produkten Belastung durch Schimmelpilze nachgewiesen werden.
 
Spaghetti im Öko-Test
In manchen Spaghetti-Sorten konnten Spuren von Schimmelpilzen nachgewiesen werden. Symbolbild: Mae Mu/unsplash.com
  • Spaghetti im Öko-Test
  • 20 Nudel-Marken untersucht, fünf davon mit Bio-Siegel
  • mehrere Produkte beinhalten Glyphosat, Mineralölbestandteilen oder Schimmelpilzgift
  • Acht Spaghetti mit "sehr gut" bewertet
  • Bio-Pasta unter den Testsiegern 

Nudeln sind die wohl beliebteste Sättigungsbeilage der Welt. Alleine in Deutschland wird der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Nudeln auf mehr als 10 Kilo pro Jahr geschätzt. Zu den am weitesten verbreiteten Pastasorten gehört die Spaghetti. Die längliche Nudel gibt es bereits für wenig Geld im Supermarkt zu kaufen.

Öko-Test: Giftige und krebserregende Inhaltsstoffe in Spaghetti

Öko-Test hat 20 verschiedene Spaghetti-Marken unter die Lupe genommen und untersucht, welcher Hersteller die beste Pasta anbietet. 

Getestet wurden sowohl bekannte Marken als auch günstige Eigenmarken aus Supermärkten und Discountern.

Dabei trugen fünf der untersuchten Pastasorten sogar ein Bio-Siegel

Glyphosat in Spaghetti

In einer Laboranalyse wurden alle Produkte mehrfach einer Untersuchung unterzogen. Dabei wurde das Augenmerk auf potenzielle Verunreinigungen und schadhafte Inhaltsstoffe gelegt. Das Ergebnis war bedenklich: In 12 der 20 Produkte wurde das Pestizid Glyphosat nachgewiesen.

Glyphosat kommt häufig beim Getreideanbau zum Einsatz und wirkt als Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Unkraut. Obwohl der Wirkstoff in der Europäischen Union zugelassen ist, steht er stark in der Kritik. Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schreibt, wirkt Glyphosat nicht selektiv und greift nicht nur Unkraut an, sondern auch andere Kulturpflanzen.

Das Pestizid soll außerdem giftig für Wasserorganismen sein und auf Feldern schwere Augenschäden verursachen, so die Einschätzung der Europäischen Chemikalienagentur. Somit stellt der Einsatz von Glyphosat eine Gefährdung für die biologische Vielfalt dar. Keines der Produkte mit einem Bio-Siegel wies  Spuren von Glyphosat auf.

Mineralöl in Spaghetti

In weiteren vier Spaghetti-Sorten wurden Mineralöl-Reste gefunden. Öko-Test spricht von einem "leicht erhöhten" Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen. Laut Testbericht könnten das Mineralöl während des Herstellungsprozesses etwa über die Schmieröle der Maschinen in die Nudeln geraten sein.

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Am stärksten betroffen waren die "Spaghetti Penny" von Penny. Dort wurde der Wert sogar mit "stark erhöht" bewertet.

Gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe können sich beim Menschen im Fettgewebe, den Lymphknoten, der Leber und der Milz anreichern und nachteilige gesundheitliche Effekte haben, so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Je weniger Menschen davon aufnehmen, desto besser.

Schimmelpilzgift in Spaghetti

Zwei der Spaghetti-Packungen enthielten das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol. Der Gehalt wurde von Öko-Test als "erhöht" eingestuft. "Mit einer Portion dieser Nudeln schöpft ein 60 Kilogramm schwerer Mensch die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge bereits zu mehr als der Hälfte aus", schreibt Öko-Test.

Betroffene Produkte: 

  • "Combino Spaghetti" von Lidl (0,47 Euro pro 500 Gramm)
  • "Gut & Günstig Spaghetti No. 5" von Edeka (0,49 Euro)

Schimmelpilzgifte in Lebensmittel sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, welche bei Menschen zu unterschiedlichen Krankheiten führen können. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit spricht von der Begünstigung von Krebs, Nieren- und Leberschäden, der Beeinträchtigung des Immunsystems sowie Durchfall oder Erbrechen

Fazit: Welche Spaghetti sind Testsieger bei Öko-Test? Wo landet Barilla?

Das Fazit des Öko-Tests fällt gespalten aus: Obwohl zahlreiche Produkte mit Schadstoffen wie Glyphosat, Mineralölbestandteilen oder Schimmelpilzgift verunreinigt waren, erreichten dennoch acht Produkte die Bestnote "sehr gut". Insgesamt sah das Ergebnis der 20 Produkte folgendermaßen aus:

  • 8-mal "sehr gut"
  • 7-mal "gut" 
  • 2-mal "befriedigend"
  • 1-mal "ausreichend"
  • 1-mal "mangelhaft"
  • 1-mal "ungenügend"

Unter den Testsiegern befinden sich alle fünf Bio-Marken. Unter anderem waren dies die "Alnatura Spaghetti No. 3" (0,79 Euro), die "Dennree Spaghetti" (0,79 Euro), die "DmBio Spaghetti" (0,75 Euro), die "D‘Antelli Spaghetti" von Aldi Nord (0,48 Euro) und die "De Cecco Spaghetti N°12" (2,33 Euro). Führende Marken wie "Barilla"  und "Buitoni" stehen nur auf dem zweiten Platz mit einer "guten" Bewertung.

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Geschmacklich, schreibt Öko-Test, waren alle Spaghetti-Sorten zufriedenstellend. Keine Nudel sei nach dem Kochen matschig gewesen, alle waren mehr oder weniger bissfest.

Nudeln kochen ist manchmal leichter gesagt als getan. Wer perfekte Paste-Gerichte kochen will, sollt die folgenden acht Fehler vermeiden. Außerdem ein heißer Tipp: Hier erfahren Sie, warum Sie Nudelwasser niemals wegschütten sollten.

aa

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