Nach 37 Jahren: McDonalds nimmt Burger-Klassiker aus dem Programm

4 Min

McDonald’s nimmt den beliebten Burger McRib nach 37 Jahren aus dem Sortiment. Die Alternativen stehen schon fest – werden aber nur für kurze Zeit angeboten.

Bei McDonald’s in Deutschland gehörte er seit 1989 zum festen Sortiment – rund 37 Jahre lang. Doch jetzt ist Schluss mit dem Schweinefleisch-Sandwich McRib. Laut Kundennewsletter soll er letztmals am Dienstag, 27. Oktober 2026, erhältlich sein. Ab dem 28. Oktober verschwindet der Burger-Klassiker aus dem Standardsortiment. Als "Ersatz" gibt es erst einmal den McRib Sweet Heat und den McFarmer. Doch das sind nur befristete Angebote, eine spätere Rückkehr des Originals ist ungewiss.

Letzter Verkauf am 27. Oktober: McDonald’s nimmt den McRib aus dem Standardsortiment

Das Nachrichtenportal t-online berichtet, McDonald’s habe den Burger im Newsletter zum Abschied als "echte Ikone" bezeichnet. In sozialen Medien reagierten Fans demzufolge enttäuscht; ein Nutzer schrieb: "Der McRib war der Hauptgrund, wieso ich zu Mecces gegangen bin."

Von "echt traurigen McDonald’s-News" spricht auch der "Junkfood-Guru" auf Facebook. In einem Kurzvideo verkünden die Fast-Food-Experten aus Berlin (über 42.000 Follower): "Bye bye, McRib. Traurig, aber wahr: McDonald’s schafft den Kult-Burger ab". Am 27.10. heißt es demnach "zum letzten Mal "ein McRib, bitte"". Einige Fans der Seite hätten das McRib-Ende "ja schon befürchtet, nach dem Abschied des McChicken Original", heißt es in dem über 1300 Mal kommentierten Facebook-Reel. Der Hintergrund dazu: 

Der Hintergrund: Seit dem 30. September 2026 hat McDonald’s Deutschland den früheren "McChicken Classic" (mit langem Brötchen) durch einen neuen, runden McChicken ersetzt. Er wird auf der Produktseite als "neuer juicy McChicken" beworben. 

Was im McRib steckt - und warum er weichen muss

Seine Rillen sollen an ein Barbecue-Rippchen erinnern, doch der McRib ist ein knochenloser Schweinefleisch-Burger. Der Wiedererkennungswert entsteht durch ein länglich geformtes Schweinefleisch-Patty, Barbecue-Sauce, Gurken, weiße Zwiebeln und ein Brötchen. Laut der offiziellen Produktseite von McDonald’s Deutschland besteht der Fleischanteil zu 100 Prozent aus Schweinefleisch aus Deutschland.

Erfunden wurde der Burger in den frühen 1980er-Jahren vom luxemburgischen Koch René Arend. Die oft erzählte Geschichte, der Burger sei wegen eines Hühnerfleisch-Engpasses entstanden, beruht laut dem Nachrichtensender ntv auf unbestätigten Medienberichten. Der McRib kam 1981 in den Vereinigten Staaten auf die Speisekarte, verschwand 1985 aus dem Standardsortiment und kehrte später zeitweise zurück; in Deutschland wurde er seit 1989 durchgehend angeboten.

Als Grund für die Menü-Streichung des McRib nennt McDonald’s die regelmäßige Weiterentwicklung der Speisekarte und den stärkeren Einsatz wechselnder Aktionsprodukte. Konkrete Verkaufszahlen oder Kosten als Auslöser nannte McDonald’s nicht.

Fans können sich mit "Sweet Heat" und McFarmer trösten

Parallel zum angekündigten Aus des Originals bietet die Kette den McRib Sweet Heat als zeitlich begrenzte Variante an: Laut der offiziellen Produktseite von McDonald’s Deutschland kombiniert er ein in Barbecue-Sauce mariniertes Patty mit Sweet-Chili-Sauce, Gurken und weißen Zwiebeln. Zusätzlich soll der McFarmer – ebenfalls ein Schweinefleisch-Burger – für einige Wochen als Aktionsprodukt in die Restaurants kommen. Eine spätere Rückkehr des klassischen McRib ist zwar möglich, aber derzeit nicht vorgesehen.

Im Februar 2026 stellte McDonald’s außerdem neue Chicken-Burger, einen Wrap und weitere Geflügelprodukte vor, die teils gestaffelt in die Filialen kamen. Im März sorgte ein Werbevideo zu einem Chicken-Burger für Diskussionen, weil die Zubereitung im Clip mit bloßen Händen zu sehen war.

13 McRib-Fakten: Kurioses und Wissenswertes zum Burger-Hit

Wie beliebt der McRib ist, zeigen historische Verkaufsspitzen und eine ausgesprochen aktive Fangemeinde. Laut dem amerikanischen Food-Magazin The Takeout wurden während einer "Abschiedstour" in den Vereinigten Staaten 2007 rund 30 Millionen McRib-Sandwiches verkauft. Das amerikanische Technologiemagazin The Verge berichtet wiederum von rund 200.000 eindeutigen Nutzern des McRib-Locators allein im Oktober 2022. Wir haben 15 Fakten und Kuriositäten zum McRib gesammelt:

  1. Ein luxemburgischer Erfinder: Laut T-online entwickelte der aus Luxemburg stammende Koch René Arend den McRib. Arends Inspiration waren Pulled-Pork-Sandwiches aus dem Süden der Vereinigten Staaten, wie die amerikanische Tageszeitung The Spokesman-Review schildert. Arend hatte sie bei einem Besuch in Charleston im Bundesstaat South Carolina gegessen.
  2. Ein prominenter Fan: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bekannte sich 2024 öffentlich zu dem Burger. "Schon seit jungen Jahren – am liebsten McRib oder Big Mac mit Pommes und Mayo", schrieb Söder auf der Plattform X über seine Fast-Food-Vorlieben.
  3. Früher Start, frühes Verschwinden: Der McRib wurde in den Vereinigten Staaten 1981 eingeführt und 1985 wieder von der Karte genommen. Später kehrte er mehrfach für befristete Angebote zurück.
  4. Deutschland als Ausnahme: Während amerikanische Fans häufig auf Aktionsangebote warten mussten, gehörte der McRib in Deutschland seit 1989 dauerhaft zum Sortiment. Laut ntv endet diese feste Verfügbarkeit nach der aktuellen Ankündigung am Dienstag, 27. Oktober 2026.
  5. Der Klassiker hatte einen kleinen Bruder: Wie die Unternehmensseite von McDonald’s verrät, erschien 2003 eine kleinere Version. Die abgespeckte Variante trug den Produktnamen McRib Jr.
  6. Vom Sturmjäger zum Burger-Sucher: Alan Klein entwickelte 2009 den McRib-Locator, eine Website für gemeldete Verkaufsstellen des in den USA nicht überall verfügbaren Burgers. Ursprünglich dachte er allerdings über einen Suchdienst für Sturmjäger nach, erklärt Klein im Interview mit The Verge. "Ich helfe einer größeren Gemeinschaft", so Klein über seine Motivation. Die Seite ist heute noch aufrufbar.
  7. Fanartikel zum Abschied: Zur amerikanischen Abschiedsrunde 2022 kündigte der Fast-Food-Konzern laut seiner offiziellen Unternehmensmitteilung eine limitierte Kollektion mit Kleidung, Kunst und Erinnerungsstücken im McRib-Design an. Die Preise begannen bei 0,99 amerikanischen Dollar. Der Verkauf startete am Freitag, 4. November 2022.
  8. Werbung mit der Familie Feuerstein: Im Sommer 1994 erhielt der McRib zusätzliche Aufmerksamkeit durch eine Werbeaktion zum Kinostart von "The Flintstones", blickt The Spokesman-Review zurück. Damit war die Familie Feuerstein Teil seiner Vermarktungsgeschichte.
  9. Homer Simpson jagte eine Parodie: In der Simpsons-Folge "I'm Spelling As Fast As I Can" aus dem Jahr 2003 (deutscher Titel: "Buchstabe für Buchstabe", Staffel 14, Episode 12) begeistert sich Homer für den "Ribwich" von Krusty Burger – eine Parodie auf den McRib und den Kult um seine zeitweise Verfügbarkeit.
  10. Ein erfundener Verband für knochenlose Schweine: Laut Chowhound gehörten zur Abschiedskampagne von 2005 eine "Save the McRib"-Petition und die fiktive "Boneless Pig Farmers Association of America". Hinter dem vermeintlichen Verband amerikanischer Züchter knochenloser Schweine steckte Marketing, keine echte landwirtschaftliche Organisation.
  11. Eine Beschwerde im Stadtrat wurde zum Blues: Als Restaurants in Santa Clarita den McRib 2015 nicht anboten, wandte sich die Anhängerin Xanthe Pajarillo an den Stadtrat. Der Burger gehörte nach ihrer Darstellung zum Thanksgiving-Essen ihrer Familie. Anschließend schrieb sie "The McRib Song (McRib Blues)" und veröffentlichte eine Aufnahme mit Gitarre und Mundharmonika, wie ebenfalls Chowhound berichtet.
  12. Barbecue-Sauce im großen Kanister: Dem amerikanischen Genussmagazin Food & Wine zufolge wurde 2024 in den Vereinigten Staaten erstmals "A Whole Lotta McRib Sauce" angeboten. Für 19,99 amerikanische Dollar gab es einen Kanister mit einer halben amerikanischen Gallone – umgerechnet rund 1,9 Liter Barbecue-Sauce.
  13. Ein eigener Weihnachtssong: Zur amerikanischen Rückkehr im Jahr 2024 kündigte McDonald’s außerdem einen festlichen Werbesong an. Der Titel lautete "It Could Only Mean One Thing (McRib is Here)". Der Burger bekam damit seine eigene musikalische Weihnachtskampagne.

Nicht verschwiegen werden soll, dass es aber auch McRib-Kritiker gibt: Vier US-Verbraucher zogen am Dienstag, 23. Dezember 2025, vor Gericht, weil ihrer Auffassung nach der Name und die Werbung ein Patty mit Rippenfleisch erwarten lassen. In der Klageschrift bezeichneten sie den Namen "McRib" als "bewusste Irreführung". McDonald’s wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Klage "verzerre die Fakten; viele Behauptungen seien unzutreffend".

Vorschaubild: © VGV/Adobe Stock/Symbolbild (654611446)