Laden...
Franken
Zahnpasta-Test

Kinderzahncreme im Test: Warnung vor Zucker und Plastik

Öko-Test hat 35 Zahncremes für Kinder untersucht. Das Ergebnis für drei getestete Produkte erschreckt: Sie fielen durch, da sie schädliche Inhaltsstoffe enthalten, in anderen Cremes widerum fanden die Tester Zucker. Die gute Nachricht: 15 Zahnpasten wurden mit der Bestnote bewertet und können uneingeschränkt empfohlen werden.
 
Bei Test von Kinder-Zahncremes hat Öko-Test 15 Produkte mit "sehr gut" bewertet. Drei fallen allerdings durch, sie enthalten kritische Inhaltsstoffe.
Bei Test von Kinder-Zahncremes hat Öko-Test 15 Produkte mit "sehr gut" bewertet. Drei fallen allerdings durch, sie enthalten kritische Inhaltsstoffe. Foto: jennyfriedrichs/pixabay.com
  • Im Öko-Test: 35 Zahncremes für Kinder bis sechs Jahren
  • 15 Zahncremes sind "sehr gut" - darunter günstige aus dem Discounter
  • Drei Zahncremes fallen durch - sie enthalten kritische Stoffe

Im Kinder-Zahncreme-Test von Öko-Test finden sich unter den Spitzenreitern neben teuren Markenprodukten auch günstige Zahnpasten aus dem Discounter und aus dem Drogeriemarkt. 15 der Zahncremes im Test sind "sehr gut" und können uneingeschränkt weiterempfohlen werden, drei fallen allerdings durch: Sie enthalten kritische Stoffe, wie PEG-Verbindungen, Natriumlaurylsulfat und synthetische Polymere - und teilweise sogar Zucker.

Zahncreme-Test: Kritische Inhaltsstoffe in Kinderzahnpasta

Viele der getesteten Zahncremes für Kinder überzeugen die Tester, drei Produkte fallen allerdings durch: "Oral-B Baby Zuckerfrei Fluorid Zahncreme" und "Oral-B Kids Zuckerfrei Fluorid Zahncreme Frozen II" des Herstellers Procter & Gamble (beide "ungenügend") und "Blend-A-Med Blendi Gel Erdbeergeschmack", ebenfalls von Procter & Gamble ("mangelhaft"). 

In diesen Kinder-Zahncremes fand Öko-Test unter anderem PEG-Verbindungen, die als kritisch zu betrachten sind, da sie die Kinderhaut durchlässig für Fremdstoffe  machen können. In Zahnpasta werden diese Verbindungen unter anderem eingesetzt, um die Creme zu binden. Außerdem konnte Natriumlaurylsulfat in den Zahncremes entdeckt werden: Dieser Stoff dient als Tensid und sorgt dafür, dass die Zahnpasta schäumt. Nachteil ist, dass Natriumlaurylsulfat auch schleimhautreizend wirken kann und somit nicht unbedingt in den Kindermund gehört.

Einen Stoff namens Carbomer konnten die Tester ebenfalls in den Zahncremes entdecken. Dieses synthetische Polymer ist eine Art Plastik in flüssigem Zustand, welches sich durch das Abwasser in der Umwelt anreichern kann. Welche Wirkung es dort hat, ist noch nicht konkret auszumachen, weshalb es grundsätzlich kritisch betrachtet werden sollte. Auch fatal: Zwei der Kinder-Zahncremes im Test enthielten Zucker - so etwa das "Tabaluga Zahngel für Kinder mit Erdbeergeschmack" von Edeka. Zum Einen war Glucose enthalten, was ein wahres Festessen für Kariesbakterien darstellt, zum anderen konnte auch Maltodextrin entdeckt werden, welches sich aus Stärkeabbauprodukten wie Maltose, Glucose und Maltrotriose zusammensetzt und kariesfördernd ist. 

Die Testsieger: Viele günstige Zahncremes "sehr gut"

Im Test befinden sich 15 Zahncremes, die uneingeschränkt zu empfehlen sind, darunter keine Naturkosmetik. Die fünf Naturkosmetik-Zahncremes wurden mit "gut" bewertet. Unter den Testsiegern befinden sich neben Markenprodukten auch sehr preisgünstige Zahnpasten aus dem Discounter.

Elektrische Kinder-Zahnbürsten bei Amazon ansehen

So punkten unter anderem Dentalux Zahngel For Kids Bubblegum von Lidl, die es bereits für 30 Cent pro 50 Millilitern gibt und die Eurodont Kinder Zahncreme von Aldi Nord/Süd für ebenfalls 30 Cent pro 50 Millilitern. Diese beiden enthalten keine kritischen Inhaltsstoffe und beinhalten eine angemessene Menge Fluorid für kleine Kinder.

Ebenfalls "sehr gut": Bevola Dental Kids Zahngel von Kaufland für 30 Cent pro 50 Millilitern, Prokudent Kids Zahngel Erdbeergeschmack von Rossmann für 33 Cent pro 50 Millilitern und die Elmex Kinder-Zahnpasta* von Colgate-Palmolive für 1,95 Euro pro 50 Millilitern.

Fluorid in Kinderzahnpaste: Die Menge machts

Öko-Test empfiehlt, dass Kinderzahnpasta in geringen Mengen Fluorid enthalten sollte - die Aufnahme von zu viel Fluorid sollte aber unbedingt vermieden werden. Fluorid in Kinderzahnpasta ist deshalb wichtig, weil so der Entstehung von Karies entgegen gewirkt werden kann. Wird allerdings zu viel Fluoridhaltiges im Kindesalter konsumiert, kann das zu einer Fluorose führen, die die Zähne angreift und als weiße Flecken auf den Zähnen in Erscheinung tritt.

Für die Fluoridaufnahme spielt es keine Rolle, ob Kinder das Fluorid über die Zahnpasta oder über Fluorid-Tabletten aufnehmen. Wenn Das Kind allerdings bereits eine Zahnpasta verwendet, die Fluorid enthält, sollte auf die Gabe von Fluorid-Tabletten unbedingt verzichtet erden. 

Öko-Test bemängelt, dass nicht alle fluoridfreien Zahnpastatuben mit einem Hinweis versehen sind, dass sie kein Fluorid enthalten und dass deshalb eine zusätzliche  Fluorid-Gabe nötig ist, um das Kind ausreichend damit zu versorgen - das ist bei sechs von elf fluoridfreien Zahncremes der Fall.

Mangelnde Kennzeichnung bei fluoridhaltigen Zahnpasten

Die Tester bemängeln jedoch nicht nur die fluoridfreien Zahncremes aufgrund einer mangelhaften Kennzeichnung, sondern auch die fluoridhaltigen. Diese sollten unbedingt den Hinweis enthalten, dass ein Arzt zu Rate gezogen werden sollte, wenn das Kind zusätzliche Fluoridquellen hat. Denn sonst kann eine Fluorose auftreten.

Kinder-Zahnpasta bei Amazon ansehen

Ein Dorn im Auge ist den Testern auch, dass sieben der getesteten fluoridhaltigen Zahncremes für Kinder keine oder nur schwammige Angaben zur Dosierung machen. Hinzu kommen acht Zahncremes die dazu zwar Angaben machen, diese gelten jedoch als veraltet, da Kindern heutzutage eine höhere Dosis Fluorid empfohlen wird, um Karies besser entgegenzuwirken.

Im Vergleich zum Test 2019, als Öko-Test letztmalig Kinderzahncremes untersucht hatte, enthalten die Zahnpasten bei diesem Mal jedoch keine gefährlichen Schadstoffe wie Blei, Cadmium, Antimon, Zink und Aluminium mehr, was sehr positiv zu werten ist.

Die Dosis macht's: Wie viel Fluorid soll es sein?

Seit 2018 gilt: Kinder ab dem ersten Zahn bis zu ihrem zweiten Geburtstag sollten die Zähne täglich zweimal geputzt bekommen - mit einer erbsengroßen Portion Zahnpasta. Dazu raten mehrere zahnärztliche Fachverbände, wie etwa die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde e.V. Dabei sollte die Zahnpasta 500 ppm (parts per million) Fluorid enthalten. Alternativ möglich ist auch das Putzen mit einer reiskorngroßen Portion Creme mit 1.000 ppm Fluorid.

Ab dem 2. bis zum sechsten Geburtstag kann die Fluorid-Dosis dann gesteigert werden: 1.000 ppm Fluorid in einer erbsengroßen Portion sind dann möglich. Wenn die bleibenden Zähne da sind, dürfen Zahncremes mit 1.500 ppm Fluorid ran - beispielsweise zu finden in Junior- oder Erwachsenenzahnpasten.

Ist Fluorid giftig? In den normalerwiese verschluckten Mengen nicht, das Kind müsste extrem viel Zahncreme verschlucken, damit es giftig wirkt. Nichtsdestotrotz sollte Zahnpasta immer ausgespuckt und nicht herunter geschluckt werden, da ansonsten das Fluorose-Risiko erhöht wird. Fluorid-Ersatz: Was ist Hydroxylapatit? Hierbei handelt es sich um einen Stoff, der geschädigte Zähne reparieren soll. Dieser fand sich in einer der getesteten Zahncremes. Ob das zur Vorbeugung von Karies geeignet ist, ist noch unklar, da wenige Studien dazu vorliegen. Aus Sicht der Tester also fragwürdig.

Fazit: 3 Zahncremes enthalten kritische Inhaltsstoffe - viele sind aber zu empfehlen

Der Test von 35 Kinderzahncremes zeigt: Teuer ist nicht gleich gut und auch unter der Naturkosmetik fanden sich keine Spitzenprodukte. Viele Discountern bieten rundum gute Zahncremes für Kinder an, die schadstofffrei sind und die Kinderzähne gut pflegen. 

  • 3 Zahncremes fallen durch: Sie enthalten problematische Inhaltsstoffe
  • 15 Zahncremes sind "sehr gut": darunter Produkte von Lidl und Aldi
  • beachten Sie die Fluorid-Menge der Kinderzahnpasta: zu viel und zu wenig sind nicht gut

Auch interessant: Lesen Sie in unserem Artikel, wie Sie Zähneknirschen vermeiden und  was das mit Corona zu tun hat. Das komplette Testergebnis finden Sie auf der offiziellen Website von Öko-Test.

 

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.