Ein Kult-Discounter ist insolvent und wird bald vom Markt verschwinden. Ein Ausverkauf mit deutlichen Rabatten auf das bestehende Sortiment ist geplant.
Der deutsche Einzelhandel steckt in der Krise. Steigende Kosten, schwächelnde Kauflaune und der wachsende Druck durch Onlineanbieter setzen stationären Händlern massiv zu. Das bekommen oft jene zu spüren, die auf preisgünstige Haushaltswaren setzen. Genau das war das Geschäftsmodell des Groschen Markts.
Die Betreiberfirma DEC Handelsgesellschaft mit Sitz im thüringischen Dingelstädt meldete im Dezember 2025 Insolvenz an. Als Ursachen nannten Unternehmensleitung und Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann in einer gemeinsamen Pressemitteilung gestiegene Infrastruktur- und Personalkosten, Konsumzurückhaltung sowie eine Marktverschiebung zugunsten preisaggressiver Onlineanbieter. Nun kämpft das Unternehmen darum, möglichst viele seiner 41 Filialen und die rund 190 Arbeitsplätze zu retten.
Was mit den Filialen des Groschen Markts passiert
Nach aktuellem Stand des Investorenprozesses zeichnet sich eine Teillösung ab. Laut der neuen offiziellen Mitteilung der Insolvenzverwalterkanzlei Brinkmann und Partner vom 27. März 2026 könnten mehr als 30 der 41 Filialen erhalten werden - das entspricht etwa drei Viertel des Filialnetzes. Damit drohen laut Mitteilung allerdings dennoch, einige Standorte dauerhaft zu schließen.
Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann verhandelt demnach mit drei namhaften Interessenten aus dem deutschen Einzelhandel, deren Namen aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen noch nicht öffentlich genannt werden dürften. "Wir bemühen uns um jeden Arbeitsplatz. Da Groschen Markt allerdings Mieter ist, bedarf es für die Zukunftslösung einer jeden Filiale der Zustimmung des jeweiligen Vermieters", so die Pressemitteilung.
Ein entscheidender Punkt: Ein Gebot für den Kauf aller Groschen Märkte oder für den Unternehmensnamen sei nicht eingegangen, heißt es in der Mitteilung. Alle drei Interessenten wollten die übernommenen Filialen unter ihrem jeweils eigenen Namen weiterführen - die Marke Groschen Markt dürfte damit Geschichte sein.
Ausverkauf steht bevor: Schnäppchenjäger in den Startlöchern
Das Amtsgericht Mühlhausen soll das Insolvenzverfahren voraussichtlich am 1. April 2026 formell eröffnen. Erst nach dieser Verfahrenseröffnung können Übernahmeverträge zwischen Insolvenzverwalter und den Investoren rechtswirksam geschlossen werden, so der Insolvenzverwalter. Bis dahin läuft der Betrieb in allen Filialen weiter.
Für Schnäppchenjäger könnte der bevorstehende Ausverkauf interessant sein: Unmittelbar nach der Verfahrenseröffnung ist laut Pressemitteilung ein Ausverkauf mit deutlichen Rabatten auf das bestehende Sortiment geplant. Da die neuen Betreiber eigene Konzepte mitbringen, sollen Kunden die Gelegenheit bekommen, das bekannte Groschen-Markt-Sortiment zu reduzierten Preisen zu kaufen.