Autofahrer, die ständig auf der mittleren Spur unterwegs sind, sind nicht nur nervig. Die "Mittelspurschleicher" können für andere sogar zur Gefahr werden.
Eine dreispurige Autobahn und genau in ihrer Mitte: dieses eine Fahrzeug, das konstant die Mittelspur blockiert. Die altbekannten Mittelspurschleicher fahren in gemütlichem Tempo, wollen aber partout nicht auf die rechte Spur wechseln.
Das kann verschiedene Gründe haben. Zum Beispiel ist wegen der Lastwagen der Fahrbahnbelag auf der rechten Spur oft schlechter. Manche Fahrer sind vielleicht auch einfach "zu bequem" zum Spurwechsel. Die Mittelspur-Blockierer sind aber nicht nur nervig für alle anderen, die lieber schneller unterwegs sind, sie verstoßen damit auch gegen Verkehrsregeln.
Mittelspurschleichern auf der Autobahn drohen Bußgeld und Punkte in Flensburg
Grundsätzlich gilt auf Autobahnen immer das Rechtsfahrgebot, so steht es in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Autofahrer sollen demnach immer möglichst weit rechts fahren. Natürlich gibt es auch Ausnahmen von dieser Regel, etwa bei Überholvorgängen. Denn egal, wie viele Spuren eine Autobahn hat, die ganz rechte ist die Fahrspur, der Rest sind streng genommen Überholspuren. Wenn es die Verkehrsdichte rechtfertigt, gilt ebenfalls eine Ausnahme, zum Beispiel bei Stau. Grundsätzlich gilt jedoch: Ist das Verkehrsaufkommen überschaubar, sollten Autos im Idealfall rechts fahren.
Fällt der Polizei ein Fahrzeug auf, das permanent die Mittelspur befährt, können die Beamten durchgreifen. Werden nämlich durch das Blockieren der Mittelspur andere Verkehrsteilnehmer behindert, ist das eine Ordnungswidrigkeit. Es droht ein Bußgeld von 80 Euro - und ein Punkt in Flensburg. Löst der Mittelspurschleicher einen Unfall aus, werden sogar 100 Euro fällig. Deutlich härter sind jedoch die Strafen für Drängler. Nach dem aktuellen Bußgeldkatalog kann zu dichtes Auffahren mit Bußgeldern von bis zu 400 Euro sowie bis zu drei Monaten Fahrverbot bestraft werden.
Wenn ihr einen Mittelspurschleicher vor euch habt, ist es daher besser - und auch sicherer - mit ausreichend Abstand die Lichthupe zu betätigen. Laut StVO ist das keine Nötigung, sondern ein erlaubtes Überholsignal.
Deshalb ist es riskant, immer auf der Mittelspur zu fahren
Dass zu dichtes Auffahren gefährlich ist, ist logisch. Aber was macht das ständige Blockieren der Mittelspur eigentlich so riskant? "Wollen andere Verkehrsteilnehmer vorschriftsmäßig links überholen, müssen sie aufgrund des auf der Mittelspur Fahrenden die linke Fahrspur benutzen", erklärt dazu die Polizei Mittelfranken. Die Überholenden benötigen damit zwei Spuren für das Ein- und Ausscheren und müssen beide gut im Blick behalten. "Bei den hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn nicht immer ganz einfach", betont die Polizei.
In den sozialen Medien appellieren die Beamten daher regelmäßig an die Autofahrer: "Wenn ihr nicht überholt und ausreichend Platz auf dem rechten Fahrstreifen ist, benutzt diesen auch. Dieser ist nicht nur den Lkw und Bussen vorbehalten." Übrigens: Auch beim Überholen von Bussen mit eingeschaltetem Warnblinker drohen Strafen.