• Was ist der Goldene Geier?
  • Wer vergibt den Negativpreis?
  • An welches Unternehmen wurde er dieses Jahr vergeben?
  • Wer sind die "Preisträger" in den vergangenen Jahren?
  • Wie hoch ist die Umweltbelastung durch Obst- und Gemüseverpackungen?

Der Preis für echt dreiste Umweltsünder: Was haben der Energiekonzern RWE, Daimler und Nestlé gemeinsam? Sie sind nicht nur alle drei große Konzerne, sondern auch Träger der "Auszeichnung" Goldener Geier. Diese vergibt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) jährlich an Unternehmen, die es mit Nachhaltigkeitsversprechen nicht so genau nehmen oder sich auch gar nicht bemühen, Gedanken an Umwelt- und Naturschutz zu verschwenden.

Preis für Umweltsünder: Was ist der Goldene Geier?

Der Goldene Geier ist der jährliche Negativpreis der Deutschen Umwelthilfe. Ziel des Umwelt- und Verbraucherschutzverbandes ist es, auf dreiste Umweltlügen und die Problematik von Greenwashing aufmerksam zu machen. Greenwashing ist das Ansinnen meist großer Unternehmen in der Öffentlichkeit als umweltfreundlich wahrgenommen zu werden, ohne, dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt.

Die DUH verfolgt mit dem Preis zwei Ziele: Erstens sollen umweltbewusste Verbraucher gewarnt werden und zweitens will die DUH eigenen Angaben zufolge die "geehrten" Unternehmen dazu bewegen, ehrliche und ökologiche Produkte auf den Markt zu bringen.

Der Goldene Geier wird seit 2019 verliehen.

Goldener Geier: Das ist laut DUH der dreisteste Verpackungssünder 2021

Die DUH hat in diesem Jahr fast 2.000 Anwärter für den Goldenen Geier nominiert. 25.000 User haben online abgestimmt. And the winner is: Das Energieunternehmen RWE! Der Umweltschutzverband kritisiert, dass sich der Konzern in Imagefilmen, auf Plakaten und in Internet-Kampagnen als besonders nachhaltig verkauft. RWE kommuniziere, so die DUH, dass "schon heute der größte Teil des Kerngeschäfts grüner Strom" sei. Der Anteil erneuerbarer Energie, den RWE erzeugt, liegt laut DUH aber lediglich bei 20,2 Prozent. Die Menge liege weit hinter der im deutschen Strommix, der 2020 rund 46 Prozent grüne Energie beinhaltet.

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Die DUH geht noch weiter: Der RWE-Konzern sei einer der größten CO2-Verursacher Europas. Alleine im vergangenen Jahr habe das Unternehmen über 70 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Luft gepustet. Im rheinischen Braunkohlerevier betreibe RWE die größten CO2-Schleudern Deutschlands. Der Energieversorger lag laut DUH mit 44 Prozent deutlich vor Nespresso (20 Prozent), Tetra Pak (17 Prozent), BMW (11 Prozent) und Nature Box von Schwarzkopf und Henkel (8 Prozent).

2020 haben die Follower der DUH den Mercedes GLS des Stuttgarter Autobauers Daimler als "ökologisch unsinnigsten SUV" für den Goldenen Geier auserkoren. Die DUH forderte den Konzern auf, das SUV-"Wettrüsten" zu beenden und Fahrzeuge wie den monströsen Stadtgeländewagen Mercedes GLS nicht weiterzuverkaufen. Über den Goldenen Geier 2019 durfte sich der französische Lebensmittelkonzern Nestlé für die Vittel-Einweg-Plastikflasche "freuen". Die Produktion der Flaschen sei nicht nur umweltschädigend, weil sie für jeden Abfüllprozess energie- und ressourcenintensiv neu hergestellt werden müssten. Die DHU kritisiert auch, dass sie über weite Strecken nach Deutschland transportiert werde, obwohl es hierzulande hunderte Quellen und Mineralbrunnen gebe.

NABU-Studie: Obst und Gemüse verursachen immer größere Müllberge

Mit tatsächlicher, oft sinnloser Verpackung beschäftigte sich der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in einer Studie. Laut der Analyse gab es 2019 über 103.000 Tonnen Müll durch Vorverpackungen für frisches Obst und Gemüse. Das sind laut NABU 10.000 Tonnen mehr als 2016. Noch immer werden über 60 Prozent dieser Waren verpackt verkauft. Der NABU kritisiert, dass die Ankündigungen von Politik und Handel, endlich die Verpackungsflut im Lebensmitteleinzelhandel einzudämmen, bisher keine Auswirkungen hätten. Es werde eher umgepackt statt ausgepackt, etwa Plastik durch Pappe ersetzt.

Auch neue Trends sind den Naturschützern ein Dorn im Auge, wie NABU-Bundesgechäftsführer Leif Miller erklärt: "Für die Ressourcenschonung bringt es nichts, wenn Salatgurken und Bananen endlich ausgepackt werden, gleichzeitig aber für neue Mini-Sorten noch viel mehr Verpackungsmaterial verbraucht wird als vorher."

Den meisten Verpackungsmüll verursachen laut NABU Beeren und Trauben, gefolgt von Tomaten. Der Grund sei der Trend, Obst und Gemüse in verkleinerten Verpackungsgrößen zu verkaufen. Nicht nur der Kunststoffbedarf steige, sondern auch der Verbrauch an Papier, Pappe und Karton. Miller fordert: "Der Handel muss endlich auspacken statt umpacken." Denn auch die Herstellung von Papierverpackungen habe negative Auswirkungen auf Umwelt und Natur.

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