Schon im Sommer 2026: Massive Änderung für WhatsApp-Nutzer steht an

3 Min

WhatsApp ändert bald, wie du mit anderen in Kontakt trittst. Die neue Funktion klingt nach mehr Datenschutz - hat aber einen Haken, den Cyberkriminelle ausnutzen könnten.

Ungewollte Nachrichten auf WhatsApp sollen bald der Vergangenheit angehören. Bereits seit zwei Jahren arbeiten die Entwickler des Messengers an einem neuen Benutzernamen-System, das Nutzer besser schützen soll. Bislang muss man seine Telefonnummer preisgeben, um mit neuen Leuten zu schreiben - und in Gruppen kann sogar jeder Teilnehmer die Telefonnummer der anderen einsehen, ob man sie kennt oder nicht.

Künftig kannst du in deinem Profil einen Benutzernamen festlegen. Andere Nutzer können dich unter diesem Namen finden, um dir zu schreiben, ohne dass du deine Handynummer herausgeben musst. Bei anderen Messengern wie Signal oder Telegram ist das längst die Norm. Bei WhatsApp tauchte die Funktion erstmals 2023 in einer Beta-Version des Messengers auf. Seither wurde das Nutzernamen-System immer weiter ausgebaut, ist aber weiterhin nur für wenige Beta-Tester verfügbar. 2026 soll sich das ändern.

Telefonnummer verschwindet aus WhatsApp: Das ändert sich noch 2026

Das Portal "WABetaInfo" geht davon aus, dass wir noch im Laufe des Jahres Zugriff auf die Nutzernamen erhalten werden. Unternehmens-Accounts müssen bis Juni 2026 auf das neue Benutzernamen-System umgestellt werden. Das geht aus Dokumenten hervor, die Meta für Entwickler bereitstellt. Spätestens dann sollten auch private Nutzer die Funktion nutzen können. Es gibt zudem Hinweise, dass Nutzer schon vor dem offiziellen Start über die Neuerung informiert werden und ihren Wunschnamen reservieren können.

Entsprechende Schaltflächen sind in Beta-Versionen aus dem Google Play Store aufgetaucht. Dort erschien die Option "Nutzername reservieren" in der Profil-Übersicht. Ähnlich wie auf Instagram und anderen Netzwerken muss der Nutzername einzigartig sein und wird nur an jeweils einen Nutzer vergeben.

In der Theorie funktioniert das folgendermaßen: Du tippst auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke und gehst auf Einstellungen. Dort tippst du auf dein Profilbild, um in die Profil-Übersicht zu gelangen. Dann tippst du auf "Nutzername" und wählst deinen gewünschten Namen aus.

Nutzername auf WhatsApp reservieren - wozu ist das gut?

Allerdings muss dieserlaut "WABetaInfo" gewisse Kriterien erfüllen:

  • Er darf nicht mit "www" beginnen, um Verwechslungen mit Websites zu vermeiden.
  • Er muss mindestens einen Buchstaben enthalten. Reine Zahlenkombinationen sind nicht erlaubt.
  • Es dürfen nur bestimmte Zeichen verwendet werden: Kleinbuchstaben (a–z), Zahlen (0–9), Punkte und Unterstriche.
  • Er muss zwischen 3 und 30 Zeichen lang sein.
  • Er muss einzigartig ("unique") sein, d. h., kein anderer User darf bereits denselben Nutzernamen verwenden.

Durch diese strikten Vorgaben bei der Wahl des Namens soll laut Computerbild Missbrauch wie Identitätsdiebstahl oder Phishing verhindert werden. Die geplante Reservierungsfunktion soll für Fairness sorgen. Jeder soll eine Chance bekommen, seinen Wunschnamen zu sichern. Dafür wird die Option schneller an einen Großteil der Nutzer verteilt. Ansonsten könnten die Beta-Tester schon alle beliebten Namen wegschnappen, bevor die breite Masse Zugriff hat. 

Nutzername auf WhatsApp für mehr Privatsphäre - doch es gibt einen Haken

Der Benutzername lässt sich jederzeit ändern – solange der neue Name ebenfalls den oben genannten Kriterien entspricht. Deine Kontakte werden automatisch darüber informiert, ähnlich wie beim Wechsel der Telefonnummer. Eine potenzielle Verwirrung bei der Namensumstellung wird dadurch von vornherein ausgeschlossen. Ob du den Nutzernamen nutzen musst, ist laut WABetaInfo offen - die Funktion soll als optionales Datenschutz-Feature eingeführt werden. Du kannst also weiterhin über deine Nummer erreichbar bleiben, wenn du das willst. 

Auf den ersten Blick wirkt die Änderung wie ein klarer Gewinn für die Privatsphäre. Die Telefonnummer bleibt verborgen, was vor Spam und unerwünschten Kontaktversuchen schützen kann. Doch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt ausdrücklich davor, identische Nutzernamen plattformübergreifend zu verwenden.

Denn Angreifer könnten erkennen, dass verschiedene Accounts derselben Person gehören, und so ein umfassendes Profil aus Daten verschiedener Plattformen zusammensetzen. Wer sein WhatsApp-Konto mit anderen Meta-Apps wie Facebook oder Instagram verknüpft hat, sollte daher besonders vorsichtig sein und nicht denselben Nutzernamen verwenden.

Brauchen alle WhatsApp-Kontakte meine PIN, um mir zu schreiben? 

Zusätzlich zum Benutzernamen soll ein PIN-Schutz eingeführt werden. Diese Option tauchte im August 2025 in Beta-Versionen für iOS und Android auf. Seitdem hat WhatsApp die PIN stetig weiter entwickelt und in "username key", also Nutzernamen-Schlüssel, umbenannt. Das Prinzip blieb aber gleich: Nutzer sollen einen vierstelligen Zahlencode festlegen können, der an neue Chat-Partner weitergegeben werden kann.

Die Code-Abfrage bietet ein zusätzliches Sicherheitsnetz, um vor ungewollten Nachrichten zu schützen. Selbst wenn jemand deinen Nutzernamen kennt, muss die Person auch den passenden "Schlüssel" eingeben, um dir erstmalig eine Nachricht zu schicken. Die Funktion greift nur bei neuen Chats. Bestehende Kontakte haben also auch weiterhin deine Telefonnummer und können dir wie gewohnt schreiben. Zudem ist die PIN-Vergabe nicht verpflichtend, du bekommst lediglich mehr Kontrolle über deine Daten.

Die Einführung von Meta AI bei WhatsApp hat bei vielen Nutzern für Verunsicherung gesorgt. Der Konzern versichert jedoch, dass die Privatsphäre der Nutzer weiterhin geschützt wird. Wenn du deine Chats dennoch zusätzlich vor KI-Zugriff sichern willst, solltest du die erweiterte Chat-Privatsphäre aktivieren.

Vorschaubild: © tashatuvango/Adobe Stock (Symbolbild)