Die Hersteller nutzen zudem eine smarte Ladeelektronik, die versucht, durch dein Nutzungsverhalten zu erkennen, wann du die 100 Prozent Akkukapazität wirklich brauchst. Bedeutet: Dein Handy weiß, dass du in der Regel um 22 Uhr schlafen gehst und um 7 Uhr aufstehst. Steckst du das Smartphone um 22 Uhr ans Ladekabel, dann lädt es bis 80 Prozent auf und hält diese anschließend bis morgens. Erst kurz vor dem erwarteten Aufstehen, also ab ca. 6 Uhr, werden dann die restlichen 20 Prozent geladen. Dieses "langsame Laden" kommt zum Beispiel beim iPhone oder dem Google Pixel zum Einsatz.
Reihenfolge beim Aufladen wichtig: Erst Stecker und dann Handy?
Die Reihenfolge beim Ladevorgang kann ebenfalls eine Rolle spielen. Steckst du zuerst das Handy an das Ladekabel und dann das Netzteil in die Steckdose? Laut Hersteller Huawei könne dies "Datenverlust, Leistungsabfall, verkürzter Akkulaufzeit, Einfrieren und Neustart des Telefons, Bildschirmflimmern und -rauschen, Schaltkreisschäden und anderen Probleme" verursachen.
Dahinter steckt die sogenannte Überspannung: Wird das Netzteil eingesteckt, kann es zu kurzen Spannungsspitzen kommen, die über die Betriebsspannung des Smartphones hinausgehen. Um das zu vermeiden, sollte man daher erst das Netzteil anschließen und dann das Ladekabel ins Handy stecken.
Gleiches gilt, wenn das Handy fertig aufgeladen ist. Nutzer sollten erst das Ladekabel vom Handy entfernen und dann das Ladekabel ausstecken. "Denn beim Abziehen des Ladegeräts kann leicht ein umgekehrter Momentanstrom erzeugt werden, der eine Reihe von Problemen wie verkürzte Akkulebensdauer und -laufzeit usw. verursachen kann", heißt es von Huawei.
Extreme Temperaturen vermeiden
Was Akkus überhaupt nicht mögen, sind extreme Temperaturen. Es sollte weder zu warm, noch zu kalt sein. Richtig schlimm wird es, wenn du zum Beispiel bei großer Hitze auch noch versuchst, den Akku zu laden. Dadurch baut die Kapazität massiv ab. Lasse dein Handy also weder in der prallen Sonne, noch im Auto liegen. Bei unter 0 Grad solltest du dein Handy am besten zu Hause lassen oder es gut isolieren.
Lithium-Ionen-Akkus funktionieren dadurch, dass sich Elektronen zwischen der Anode und Kathode bewegen. Durch hohe Temperaturen werden die Reaktionen beschleunigt, wodurch der Akku schneller altert. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamt sich diese Reaktion, wodurch der Akku weniger Strom liefert. Ist es besonders kalt, dann kann der Akku sogar einfrieren.
Achte ebenfalls auf die richtige Art von Ladegerät. So kann das Handy beim drahtlosen Laden schnell sehr warm werden, was auf Dauer dem Akku schaden kann. Bei Ladegeräten von billigen Drittanbietern ist ebenfalls Vorsicht geboten. Minderwertig hergestellte Netzstecker und Ladekabel entsprechen unter Umständen nicht den Sicherheitsstandards und können zur Brandgefahr werden.
Schnellladen – schadet das dem Handy wirklich?
Auch Schnelllade-Geräte standen im Verdacht, dem Handy-Akku zu schaden und die Ladekapazität zu verringern. Ein Test des YouTube-Kanals HTX Studio könnte das allerdings nicht bestätigen. Es wurden dafür iPhones und Android-Smartphones über 500 Ladezyklen getestet. Das entspricht in etwa der normalen Nutzung über eineinhalb Jahre. Im Vergleich zu den "normal" geladenen Geräten, hat sich die Akkukapazität bei den schnellgeladenen Geräten nicht signifikant verschlechtert. Sowohl beim iPhone, als auch bei den Android-Handys, ist die Kapazität um weniger als ein Prozent gesunken - eine minimale Abweichung, die Nutzern im Alltag kaum auffallen wird.
In der Regel fällt uns ein schwacher Akku erst auf, wenn die Laufzeit des Handys nach dem Aufladen deutlich kürzer wird. Laut Experten passiert das in der Regel, wenn die Akkukapazität unter 85 Prozent gefallen ist. Dazu kommt, dass moderne Smartphones automatisch die Leistung drosseln, wenn der Akku schwächelt. Wenn dein Handy-Akku deutlich schneller leer wird und langsamer reagiert, ist das ein klares Zeichen, dass der Akku getauscht werden muss.
Viele Smartphones werden vorzeitig entsorgt, weil der Akku nicht mehr funktioniert. Bei Apple- oder Samsung-Geräten kann der Akku nicht mal eben ausgetauscht werden, dafür muss das Handy extra eingeschickt oder zu einem Fachshop gebracht werden. Alternativ kannst du dir Spezialwerkzeug sowie einen Ersatzakku bestellen und den Wechsel selbst probieren, das erfordert jedoch einiges an Fingerspitzengefühl. Die EU hat ein neues Gesetz erlassen, das einen austauschbaren Akku vorschreibt. Es gilt für Handys, die ab 2027 auf den Markt kommen. Die meisten Hersteller können die Regelung aber umgehen.
Akkustand beim Handy in Prozent anzeigen lassen
Für den besseren Überblick, kannst du dir den Akkustand deines Handys in Prozent anzeigen lassen. Ansonsten erscheint nur das Batterie-Symbol, das dir den Ladestand grafisch zeigt.
Bei iOS (iPhone)
- Gehe auf Einstellungen
- Tippe auf Batterie
- Aktiviere "Batterieladung in %"
Bei Android
- Gehe auf Einstellungen
- Tippe auf "Akku"
- Aktiviere "Ladestandanzeige in Prozent"
Bei beiden Betriebssystemen kannst du dir in den Akku-Einstellungen zudem die Nutzung seit dem letzten Aufladen anzeigen lassen. So siehst du, welche Apps auf deinem Handy am meisten Strom verbrauchen.
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