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Netflix: Kein Account-Sharing mehr - so viele Haushalte sind betroffen

Kostenlos über den Account eines Familienmitglieds oder eines Freundes Netflix streamen? Das war bisher möglich, soll aber in diesem Jahr abgeschafft werden. Wir erklären, was dahinter steckt und auf was du dich einstellen musst.
Netflix beendet 2023 das Account-Sharing - die Mehrfachnutzung eines Netflix-Kontos ist ab dann nicht mehr möglich wie bisher.
Netflix beendet 2023 das Account-Sharing - die Mehrfachnutzung eines Netflix-Kontos ist ab dann nicht mehr möglich wie bisher. Foto: freestocks/Unsplash.com
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  • Netflix: Kein Account-Sharing mehr 
  • Mitnutzung eines Hauptaccounts soll zukünftig Geld kosten
  • mehr als 100 Millionen Menschen weltweit streamen illegal auf Netflix

Netflix schiebt dem Account-Sharing einen Riegel vor. Das heißt: Es ist Schluss mit der kostenlosen Mehrfachnutzung eines einzigen Netflix-Kontos. Wer seither unberechtigter Mitnutzer des Accounts eines Freundes oder eines Familienmitglieds war, wird sich ärgern. Der Streaming-Anbieter nennt für die Entscheidung finanzielle Gründe und bietet gleichzeitig neue Nutzungs-Modelle an.

Netflix greift ein: Kein Account-Sharing mehr ab 2023

Netflix macht Schluss mit dem Account-Sharing und will das unberechtigte Streamen über Accounts von Familie und Freunden komplett einstellen. Das ist in einem Schreiben an die Netflix-Aktionäre nachzulesen, in dem Netflix die Zahlen des 3. Quartals 2022 vorstellt. Gründe für die Veränderungen beim Streaming-Anbieter sind vor allem rückläufige Abo-Zahlen (auch bedingt durch starke Konkurrenz wie Disney+) und selbstverständlich auch das Geld, das dem Unternehmen durch unberechtigtes Account-Sharing durch die Lappen geht.

Jeder Unter-Account, der bei einem Haupt-Account mitstreamt, soll zukünftig zusätzlich Geld kosten. Getestet wurde diese kostenpflichtige Form von Account-Sharing bereits in einigen südamerikanischen Ländern wie etwa Costa Rica und Guatemala, wo pro Mitnutzer 2,99 US-Dollar fällig werden.

Des Weiteren mischt Netflix auch die Karten für die Abos neu: Seit 3. November 2022 gibt es ein neues, werbefinanziertes, und deshalb günstigeres Basis-Abo. Das sogenannte "Basisabo mit Werbung" kostet 4,99 Euro monatlich. Die herkömmlichen, werbefreien Abos (Basis, Standard, Premium) bleiben weiterhin bestehen. Kund*innen sollten sich beim werbemitfinanzierten Basisabo auf vier bis fünf Minuten Werbung pro Stunde Streaming einstellen. 

Netflix beendet Account-Sharing: 100 Millionen Haushalte schauen ohne Berechtigung zu

100 Millionen Haushalte weltweit nutzen Netflix, ohne dafür zu bezahlen - diese Schätzung geht bereits aus dem ersten Quartalsbericht 2022 des Streaming-Anbieters hervor. In diesem Bericht an die Anteilseigner wird das mit als Grund genannt, warum es dem Unternehmen nicht gelingt, die Einnahmen spürbar zu steigern. Dem gegenüber stehen 222 Millionen Haushalte, die für ihren Account bezahlen.

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Die logische Schlussfolgerung ist nun eben das Einstampfen des unberechtigten Account-Sharings, was Netflix als eine der besten Möglichkeiten zur Wachstums-Steigerung sieht. Denn: Die Personen, die unberechtigt über andere Accounts streamen, haben bereits großes Interesse an Netflix und sind mit großer Wahrscheinlichkeit bereit, einen bestimmten Betrag zu bezahlen, um das Angebot weiterhin nutzen zu können. So wird das illegale Account-Sharing vom Unternehmen selbst bisher als durchaus positiv angesehen, da so viele Menschen ein Interesse für Netflix entwickelt haben. Mit einem Blick in die Zukunft sieht Netflix die gebührenpflichtige Mitnutzung von Accounts sogar als vielversprechender an als den Gewinn neuer Mitglieder.

Wann genau der Streaming-Dienst gegen die Mehrfachnutzung von Konten vorgehen will, ist noch unklar. Laut wa.de sollen "ab dem Frühjahr 2023" auch in Mitteleuropa die Märkte strenger kontrolliert werden. Wer einen Account besitze, dürfe diesen "künftig offenbar nicht mehr außerhalb eines Haushalts teilen".

Lese-Tipp: Netflix-Abo für nur 4,99 Euro? Welchen Haken das Angebot hat, erfährst du in unserem Artikel.

Folgende Änderungen kommen 2023 noch auf uns zu: 

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