Nach 24 Jahren vorbei: Jetzt verschwindet die teuerste Handy-Funktion

Bald Geschichte: Telekom, O2 und 1&1 schalten MMS ab. Was jetzt kommt - und warum es für dich sogar ein Vorteil sein könnte.

Eine der ältesten Handy-Funktionen steht in Deutschland vor dem endgültigen Aus. MMS (Multimedia Message Service), einst als Revolution in der mobilen Kommunikation gefeiert, wird von Telekom, O2 und 1&1 Ende Juni abgeschaltet. Für Nutzer bedeutet das eine Umstellung - auch wenn die meisten die Funktion ohnehin kaum noch nutzen dürften.

Der Versand und Empfang von MMS-Nachrichten ist nur noch bis zum 30. Juni 2026 möglich, wie die Telekom auf ihrer Hilfeseite mitteilt. Danach stehe der MMS-Dienst im deutschen Netz nicht mehr zur Verfügung. Auch 1&1 bestätigt das Ende der MMS zum gleichen Datum. Der Anbieter bezeichnet MMS als "veralteten Nachrichtenstandard". Mit dem 2G-Netz gibt es noch einen alten Mobilfunk-Standard, der bald abgestellt wird. Als Nachfolger stehe die Funktion RCS (Rich Communication Services) zur Verfügung, die eine Weiterentwicklung der MMS sei.

MMS wird am 30. Juni 2026 abgeschaltet - das müssen Kunden wissen

O2 schließt sich mit der Abschaltung ab dem 30. Juni 2026 ebenfalls an. Stattdessen könnten bereits jetzt Texte, Bilder und Videos über RCS-Chat, WhatsApp und weitere Messenger-Dienste versendet werden, heißt es beim Anbieter. Vodafone hatte bereits 2023 den MMS-Versand eingestellt. Die Anbieter sparen sich damit Kosten für Lizenz, Betrieb und Kundendienst. Der Aufwand lohnt sich angesichts der wenigen Nutzer nicht. 

Die gute Nachricht für Verbraucher: Der Nachfolge-Dienst ist deutlich günstiger. Nachrichten per RCS sind im Gegensatz zur MMS ohne zusätzliche Kosten verfügbar. Wie bei anderen Messengerdiensten werde lediglich das Datenvolumen genutzt, erklärt 1&1. Die MMS hingegen war stets kostenpflichtig und galt als eine der teuersten Handy-Funktionen. Der Standardpreis lag bei 39 Cent pro Multimedia-Nachricht.

Mit RCS können Nutzer auch größere Dateien verschicken. Lange Audiodateien oder hochauflösende Bilder und Videos sind damit kein Problem mehr. Die Funktion ist direkt über die Nachrichten- oder SMS-App des Smartphones nutzbar. Die Umstellung auf RCS erfolgt in der Regel automatisch über die Nachrichten-App des Smartphones. Bei einigen Herstellern ist das bereits geschehen, etwa bei der Nachrichten-App von Apple oder Google Messages. Für Samsung-Nutzer gibt es eine Besonderheit, da die Standard-App Samsung Messages ebenfalls eingestellt wird.

Alternativ kannst du WhatsApp oder einen anderen Nachrichten-Dienst auf deinem Handy nutzen, um kostenfrei Bilder zu versenden. Die MMS wurde in Deutschland erstmals im April 2002 von Vodafone eingeführt. Mitte des Jahres folgte die Telekom. Nach fast 24 Jahren endet somit eine Ära der Telekommunikation. In der Schweiz haben 2024 die letzten Anbieter MMS eingestellt - in Österreich gibt es dagegen noch keine derartigen Pläne. 

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