Altes Smartphone übrig? Mit diesen 4 Apps zur einfachen Smart-Home-Steuerung

Ein altes Handy kann dein Smart Home steuern, statt ungenutzt herumzuliegen. Vier Apps machen es zur Zentrale für Licht, Heizung und Geräte zu Hause.

Ein altes Handy muss nicht in der Schublade verstauben. Wenn Display, Akku, WLAN und Betriebssystem noch funktionieren, kann es als feste Smart-Home-Steuerung im Flur, Wohnzimmer oder Arbeitszimmer dienen. So bedienst du Licht, Heizung, Steckdosen, Musik oder Kameras zentral.

Warum lohnt sich ein altes Smartphone im Smart-Home?

Ein ausrangiertes Smartphone eignet sich ideal als Bedienbildschirm für dein Smart-Home. Du kannst es dafür beispielsweise an der Wand befestigen oder an einem festen Ladeplatz nutzen. Das ist praktisch, wenn mehrere Personen im Haushalt die Geräte im Smart-Home steuern wollen, ohne jeweils eine eigene App öffnen zu müssen.

Eine Weiterverwendung erspart dir außerdem zusätzliche Smart-Home-Hardware. Ein Gerät, das für den Alltag zu langsam geworden ist, reicht oft noch für eine Smart-Home-App, solange WLAN, Touchscreen und Betriebssystem stabil laufen. Es ersetzt aber nicht immer automatisch einen Hub, weil Systeme wie Google Home, Apple Home oder SmartThings je nach Gerät weiterhin kompatible Hubs, Lautsprecher, Bridges oder Steuerzentralen benötigen können.

Vor dem Start solltest du prüfen, welches Smart-Home-System bereits bei dir läuft. Home Assistant setzt eine bestehende Home-Assistant-Installation voraus, während Google Home, Amazon Alexa, SmartThings und Apple Home jeweils eigene Konten und Geräteanforderungen haben.

Welche Voraussetzungen muss dein altes Handy erfüllen?

Wichtig sind ein unterstütztes Betriebssystem, genug Speicher und eine stabile WLAN-Verbindung. Für die Google-Home-App nennt Google als Voraussetzung Android 9.0 sowie iOS 17.0 oder neuer. Die Companion-App von Home Assistant nennt Android 6.0 beziehungsweise iOS 15.0 oder neuer als Mindestvoraussetzung.

Auch Amazon und Samsung setzen aktuelle Technik voraus. Die Alexa-App ist laut Amazon ab iOS 16.0, Android 10.0 und Fire OS 7.0 kompatibel. Für die Nutzung von SmartThings braucht es laut Samsung ein kompatibles Android- oder iOS-Gerät, eine WLAN-Verbindung und ein Samsung-Konto, damit Geräte über die App eingerichtet, verbunden und gesteuert werden können.

Neben der Software spielt auch der Zustand des Geräts eine Rolle. Das Display sollte zuverlässig reagieren, der Akku sollte nicht aufgebläht und das Ladegerät intakt sein. Wenn du das Smartphone dauerhaft am Strom nutzt, helfen eine reduzierte Helligkeit, ein sicherer Ladeplatz und regelmäßige App-Updates.

Welche Apps eignen sich für die Smart-Home-Steuerung?

Nutze die Google-Home-App, wenn du mit Google kompatible Geräte, Nest-Produkte, den Chromecast oder Matter-Zubehör nutzt. Google Home beschreibt die App als zentrale Oberfläche für kompatible Geräte auf Android und iOS. Für einfache Routinen, Räume und Geräteübersichten reicht ein altes Smartphone oft als übersichtlicher Zugriffspunkt.

Die Home-Assistant-App eignet sich, wenn du viele Geräte verschiedener Hersteller bündeln willst. Sie verbindet sich laut Home Assistant mit einer bestehenden Home-Assistant-Installation. Das alte Handy dient dabei als Bedienoberfläche, während die eigentliche Steuerung auf einem Server, Home Assistant Green oder einem Raspberry Pi läuft.

Die Amazon-Alexa-App ist sinnvoll, wenn dein Smart-Home bereits über Echo-Geräte oder Alexa-kompatible Lampen, Steckdosen und Kameras läuft. Mit der App kannst du laut Amazon Alexa-fähige Geräte einrichten und verwalten. Als vierte Option bündelt Samsung mit SmartThings viele Samsung-Produkte und kompatible Geräte anderer Marken. Wenn du ein altes iPhone im Apple-Umfeld nutzen willst, ist die Apple-Home-App relevant.

Wie richtest du dein altes Handy sicher ein?

Zuerst solltest du entscheiden, ob du das alte Handy komplett neu aufsetzen oder nur aufräumen willst. Wenn sich noch persönliche Daten, alte Konten oder viele ungenutzte Apps darauf befinden, ist ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen meist sauberer. Für iPhones erklärt Apple diesen Schritt, für Android-Geräte beschreibt Google, wie sich Daten, Apps und Einstellungen entfernen lassen. Danach installierst du nur die gewählte Smart-Home-App, verbindest das Smartphone mit deinem WLAN und meldest dich mit dem passenden Konto an.

Für den Alltag helfen klare Favoriten. Lege Räume, Szenen oder Routinen an, die du häufig nutzt, etwa "Licht aus", "Heizung absenken" oder "Alles aus". Wenn Kinder, Gäste oder Mitbewohner Zugriff haben, sollte das alte Handy keine sensiblen Funktionen wie Türschlösser und Kameras offen anzeigen. Das BSI verweist auf die Bildschirmsperre und weitere Schutzfunktionen gegen unbefugten Zugriff.

Achte außerdem auf die Sicherheit und den Akku. Das BSI empfiehlt, Updates zeitnah zu installieren, nicht mehr genutzte Apps zu entfernen und App-Berechtigungen kritisch zu prüfen. Wenn das Gerät keine Sicherheitsupdates mehr bekommt, ungewöhnlich warm wird oder einen beschädigten Akku hat, sollte es nicht dauerhaft als Smart-Home-Zentrale am Strom hängen.

Vorschaubild: © liliyabatyrova/AdobeStock