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Bonn/München
Trauer ohne Streit

Streit statt Trauer, Bürokratie statt Bestattung – Ohne Bestattungsverfügung sind Hinterbliebene überfordert

Der Tot tritt ein und plötzlich müssen unzählige Fragen rund um die Bestattung beantwortet werden. Keine Zeit für Trauer und Gefühle, sondern Stress mit Bürokratie. Wenn sich die Hinterbliebenen dann noch streiten, wird es ungemütlich. Was eine Bestattungsverfügung regelt.
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Bestattungsverfügungen regeln all das, was Verwandte nach einem Todesfall nur unnötig belasten würde.
Bestattungsverfügungen regeln all das, was Verwandte nach einem Todesfall nur unnötig belasten würde. Foto: Sebastian Willnow (dpa-tmn)

Allein die Wahl der Bestattungsart kann Familien entzweien. Es müssen nicht immer Erbschaftsangelegenheiten sein, die den Keil zwischen Hinterbliebene treiben. Die Fragen, ob die verstorbene Person eine Erd-, Feuer- oder Seebestattung erhalten soll, wie die Grabstätte gestaltet wird oder wer zur Trauerfeier eingeladen werden soll, genügen, um den Trauerfall zum Streitfall zu machen.

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Vorsorgen mit Bestattungsverfügung

Manche Dinge regelt man zwar nur ungern zu Lebzeiten. Alles rund um den eigenen Tod kann gerne warten bis es so weit ist. Um seinen Mitmenschen unangenehme Situationen zu ersparen, sollte eine Bestattungsverfügung aber zum Pflichtprogramm der vorhandenen Dokumente gehören. „Darin formuliert man seine konkreten Wünsche für die eigene Beisetzung“, sagt Eberhard Rott, Fachanwalt für Erbrecht aus Bonn.

Gesetz regelt kaum etwas – Verantwortung auf Verwandten

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt lediglich, dass die Erben die Kosten der der Beerdigung zu tragen haben. Über die Art der Beisetzung und die Gestaltung der Grabstätte darf der nächste Angehörige entscheiden, erläutert der Experte der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögensvorsorge. Wobei häufig unklar ist, wer das ist. Die Kinder aus erster Ehe oder der Partner aus der zweiten Ehe? Und wie verhält es sich mit Partnerschaften, die nur noch auf dem Papier existieren?

Bestattungsverfügung unbürokratisch wie ein Einkaufszettel

Das Schriftstück, das diesen Schwierigkeiten vorbeugt bedarf keiner besonderen Form. Datum und Unterschrift genügen, ein Anwalt wird nicht benötigt.  „Man kann allenfalls seine eigene Unterschrift von einem Notar beglaubigen lassen oder einen Dritten, etwa den Hausarzt, mit unterschreiben lassen“, sagt Grötsch. Darlegen kann man in der Verfügung jedes Detail, das man sich für seine Beerdigung wünscht: etwa dass die Asche über eine Wiese gestreut wird. Aber auch die Wahl der Musik, des Trauerredners oder die Gästeliste für die Trauerfeier kann man bestimmen. Sogar der Text für die eigene Todesanzeige kann Bestandteil der Bestattungsverfügung sein.

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Testament ist der falsche Ort

Wer nun glaubt, ein Testament reiche doch aus, der ist falsch beraten. Denn die Bestattungsverfügung darf keinesfalls Bestandteil des Testaments sein. „Das nämlich wird erst einige Wochen nach dem Todesfall eröffnet - wenn die Bestattung längst erfolgt ist“, warnt Grötsch.

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