Ab Januar 2027 erhöhen sich die Eigenanteile für Zahnersatz, da die Festzuschüsse der Krankenkassen spürbar reduziert werden. Wer noch von den alten Regelungen profitieren will, muss rechtzeitig aktiv werden.
Nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) werden die Festzuschüsse zur sogenannten Regelversorgung ab 2027 um zehn Prozentpunkte reduziert.
Ohne Bonusheft: Der Zuschuss sinkt von 60 auf 50 Prozent.
Mit fünf Jahren regelmäßig geführtem Bonusheft: Der Zuschuss sinkt von 70 auf 60 Prozent.
Mit zehn Jahren regelmäßig geführtem Bonusheft: Der Zuschuss sinkt von 75 auf 65 Prozent.
Die Prozentangaben beziehen sich dabei auf die Regelversorgung. Entscheiden sich Patienten für höherwertigen Zahnersatz, können die tatsächlichen Eigenanteile noch höher ausfallen.
Leistungen der Regelversorgung bleiben gleich, kosten aber mehr Eigenanteil
"Der Umfang und Inhalt der Regelversorgung bleiben auch zum 1. Januar 2027 unverändert. Geändert wird ausschließlich die Höhe des Zuschusses der Krankenkassen", sagt Dr. Rüdiger Schott, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern.
Wie viel mehr Geld kostet eine Zahnarzt-Behandlung ab 2027?
Wie stark sich die Änderung auswirkt, zeigt die folgende Übersicht. Die Beispiele beziehen sich jeweils auf die Regelversorgung und den höchstmöglichen Zuschuss bei einem zehn Jahre lückenlos geführten Bonusheft:
Versorgung
Festzuschuss 2026
Festzuschuss 2027
Zusätzlicher Eigenanteil ab 2027
Frontzahnkrone
399,62 Euro
346,34 Euro
53,28 Euro
Dreigliedrige Frontzahnbrücke im Frontzahnbereich
989,19 Euro
857,30 Euro
131,89 Euro
Kombinationszahnersatz
1879,21 Euro
1628,65 Euro
250,56 Euro
Warum sich ein Zahnarztbesuch in diesem Jahr noch finanziell auszahlen kann
Entscheidend für die Höhe des Festzuschusses ist laut KZVB der Zeitpunkt der Bewilligung durch die Krankenkasse, nicht der Behandlungszeitpunkt. Für alle Anträge, die bis zum 31.12.2026 bewilligt werden, gelten noch die alten Festzuschüsse. "Fragen Sie Ihren Zahnarzt", empfiehlt der Vorstandsvorsitzende Dr. Rüdiger Schott.
Wenn der Mediziner Zahnersatz für erforderlich hält, sollte der Antrag bei der Krankenkasse möglichst noch in diesem Jahr gestellt werden. Schott rät dazu, am besten frühzeitig einen Termin in der Praxis zu vereinbaren – denn es müsse mit längeren Bearbeitungszeiten gerechnet werden.
Demografische Einflüsse auf die Festzuschüsse
Die Änderungen der Festzuschüsse haben unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Altersgruppen. Ältere Patienten, die häufiger auf Zahnersatz angewiesen sind, sehen sich stärker mit den finanziellen Belastungen konfrontiert, insbesondere wenn sie nur geringe Renteneinkünfte haben. Junge Erwachsene, die vielleicht gerade erst mit einer eigenen Versicherung beginnen, könnten es schwerer finden, sich schnell an die neuen Regelungen anzupassen und von einem durchgehend geführten Bonusheft zu profitieren.
Familien mit Kindern hingegen könnten sich vermehrt überlegen, wie sie die Zahngesundheit ihrer Kinder frühzeitig fördern können, um spätere Kosten zu vermeiden. Es wird empfohlen, schon in jungen Jahren regelmäßige Zahnarztbesuche einzuplanen und über den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nachzudenken, um künftige Kosten im Rahmen zu halten.