Taschengeld für Grundschüler: So viel empfehlen Experten

Wie viel Taschengeld ist für Kinder im Grundschulalter sinnvoll? Aktuelle Empfehlungen zeigen, welche Beträge für welches Alter angemessen sind.

Das erste eigene Taschengeld ist für viele Kinder ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Ob ein Eis nach der Schule, Sammelkarten oder das Sparen auf einen größeren Wunsch: Mit dem eigenen Geld lernen Grundschüler früh, Entscheidungen zu treffen und den Wert von Geld besser einzuschätzen. Doch wie viel Taschengeld ist im Grundschulalter von sechs bis zehn Jahren angemessen? Feste gesetzliche Vorgaben gibt es nicht, wohl aber Empfehlungen und pädagogische Grundsätze, die Eltern als Orientierung dienen können.

So viel Taschengeld ist für Grundschüler empfehlenswert

Wie hoch das Taschengeld ausfällt, entscheidet jede Familie selbst. Eine gesetzliche Verpflichtung oder einen festen Betrag gibt es nicht. Das Familienportal des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend empfiehlt jedoch altersgerechte Richtwerte, an denen sich Eltern orientieren können. Für Grundschüler gilt demach:

  • Für Kinder zwischen sechs und sieben Jahren zwei bis drei Euro pro Woche empfohlen.
  • Acht- bis Neunjährige können nach diesen Empfehlungen drei bis vier Euro pro Woche erhalten.
  • Mit etwa zehn Jahren gelingt vielen Kindern die Planung über einen längeren Zeitraum besser. Deshalb kann das Taschengeld dann auf eine monatliche Auszahlung umgestellt werden. Als Orientierung gelten für Zehn- bis Elfjährige 15 bis 25 Euro im Monat.
  • Mehr Details liefert die Taschengeldtabelle für Kinder und Jugendliche in unserem weiterführenden Artikel.

Diese Beträge sind bewusst als Richtwerte gedacht. Sie müssen weder vollständig ausgeschöpft noch jedes Jahr automatisch erhöht werden. Entscheidend ist vielmehr, dass die Höhe zum Familienbudget passt und nachvollziehbar erklärt wird. Kinder profitieren davon, wenn sie verstehen, warum es einen bestimmten Betrag gibt und welche Ausgaben sie davon selbst übernehmen sollen.

Darum ist Taschengeld für Kinder so wichtig?

Ebenso wichtig ist die Regelmäßigkeit: Ein fester Auszahlungszeitpunkt, etwa immer freitags oder am Monatsanfang, erleichtert den Überblick. So lernen Kinder nach und nach, ihr Geld einzuteilen und auch einmal auf einen größeren Wunsch zu sparen. Eltern können ihr Kind zusätzlich dabei unterstützen, kleine Sparziele zu formulieren. Wer erlebt, dass sich Geduld auszahlt, entwickelt oft ganz nebenbei ein besseres Gefühl für den Umgang mit Geld.

Beim Taschengeld geht es nicht in erster Linie um die Höhe des Betrags. Viel wichtiger ist, dass Kinder erste eigene Erfahrungen mit Geld sammeln dürfen. Sie lernen, Wünsche gegeneinander abzuwägen, Prioritäten zu setzen und die Folgen eigener Entscheidungen zu erleben.

So empfiehlt das Deutsche Jugendinstitut (DJI), Taschengeld regelmäßig und unabhängig von Verhalten oder Schulnoten auszuzahlen. Wird das Taschengeld als Belohnung oder Strafe eingesetzt, verliert es seinen eigentlichen Zweck als Lerninstrument für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Ebenso sinnvoll ist es, Kindern möglichst freie Entscheidungen über ihr Taschengeld zu ermöglichen. Natürlich dürfen Eltern begleiten und beraten. Ob das Geld aber für Süßigkeiten, Sammelkarten oder Kleidung ausgegeben wird, sollte grundsätzlich die Entscheidung des Kindes sein. Auch kleinere Fehlkäufe gehören zum Lernprozess. Hilfreich sind außerdem offene Gespräche über Geld in der Familie. Kinder müssen nicht alle finanziellen Details kennen. Wenn Eltern jedoch erklären, warum bestimmte Wünsche sofort erfüllt werden können und andere nicht, entsteht häufig ein realistischeres Verständnis für den Wert von Geld.

Kinder unter sieben Jahren sind nicht geschäftsfähig

Viele Eltern fragen sich, ob Kinder mit ihrem Taschengeld eigentlich alles kaufen dürfen. Rechtlich spielt dabei der sogenannte Taschengeldparagraf (§ 110 BGB) eine wichtige Rolle. Er erlaubt Minderjährigen unter bestimmten Voraussetzungen, alltägliche Käufe selbst wirksam abzuschließen, wenn sie diese mit Geld bezahlen, das ihnen zur freien Verfügung überlassen wurde. Kinder unter sieben Jahren sind dagegen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nicht geschäftsfähig.

Im Alltag kaufen Sechs- bis Zehnjährige von ihrem Taschengeld vorwiegend kleinere Dinge. Nach Ergebnissen des Kinder Medien Monitors gehören Süßigkeiten, Getränke, Zeitschriften oder kleine Spielwaren zu den häufigsten Ausgaben. Viele Eltern lassen ihre Kinder dabei bewusst selbst entscheiden, wofür sie ihr Geld verwenden. Gerade diese Eigenverantwortung macht Taschengeld pädagogisch wertvoll.

Größere Ausgaben sollten dagegen klar von den Eltern geregelt werden. Das Deutsche Jugendinstitut unterscheidet deshalb zwischen Taschengeld und sogenanntem Budgetgeld. Letzteres eignet sich vorrangig für ältere Kinder und Jugendliche und ist für bestimmte Ausgaben wie Kleidung, Schulmaterial oder Smartphone-Kosten vorgesehen. Im Grundschulalter reicht das klassische Taschengeld in den meisten Fällen jedoch aus.

Viele Erwachsene kennen den alten Leitsatz "Über Geld spricht man nicht". Einem Leitfaden für Eltern zufolge ist es allerdings für Kinder hilfreich, wenn finanzielle Themen offen angesprochen werden. Spiele wie Monopoly oder Kaufladen vermitteln, dass die Erfüllung von Wünschen einen Preis hat  und das Bezahlen dazugehört.

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