Die Bundesregierung plant eine umfassende Sozialreform. Damit die Krankenkassenbeiträge nicht weiter steigen, sollen deutliche Steuererhöhungen bei Tabak, Alkohol und Zucker stattfinden. Auch Medikamente sollen deutlich teurer werden.
Die Regierungskoalition plant, einen weiteren Anstieg der Krankenkassenbeiträge durch eine umfassende Gesundheitsreform zu verhindern. Basis sollen die Vorschläge sein, die eine Expertenkommission vorgelegt hat, wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach zweitägigen internen Beratungen der Koalitionsspitzen mitteilte. Ende April soll ein entsprechender Gesetzentwurf im Kabinett verabschiedet werden.
"Unser Ziel ist, dass dieses Gesetz bis zur Sommerpause im Deutschen Bundestag verabschiedet wird." Merz kündigte "eine der größten Sozialstaatsreformen unseres Landes" an. "Es ist Jahrzehnte her, dass in diesem Umfang einmal das gesetzliche Krankenversicherungssystem reformiert worden ist. Wir werden es tun."
Merz zu Gesundheitssystem in Deutschland: "Alle Betroffenen müssen Beitrag leisten"
Um ein Milliardenloch bei den Krankenkassen zu schließen und noch höhere Beiträge zu vermeiden, hatte eine von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission eine Liste von 66 Empfehlungen entwickelt.
Merz ließ offen, von welchen Punkten aus der umstrittenen Liste die Koalition eventuell absehen will. "Wir haben diese Ideen, die Vorschläge der Kommission im Grundsatz gebilligt und das Ministerium beauftragt, den Gesetzentwurf jetzt fertigzustellen", sagte der Kanzler. Warken war bei den Beratungen der Koalitionsspitzen am Sonntag (12. April 2026) anwesend.
Erreicht werden soll die Beitragsstabilität durch eine Begrenzung der Ausgaben: Die Koalition will die Ausgaben an den Einnahmen orientieren. Merz kündigte "entsprechende Anpassungen auch im Leistungsangebot" an. "Wir wollen auf der Ausgabenseite vermeiden, dass es Beitragssatzsteigerungen gibt."
Medikamente sollen teurer werden: Zuzahlung bald 15 statt 5 Euro?
CSU-Chef Markus Söder erläuterte: "Wir können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen." Indirekt stimmten die Koalitionsspitzen auf erwartbaren Widerspruch seitens betroffener Berufsgruppen ein. Söder sagte "einzelne Diskussionen" voraus. Doch die Situation zwinge die Verantwortlichen zu einer nicht einfachen Konzeption. Merz stellte klar: "Alle Betroffenen, alle Leistungsbereiche werden dabei einen Beitrag leisten müssen."
So viele Vorschläge der Expertenkommission wie möglich sollten umgesetzt werden. Die Vorschläge der Expertinnen und Experten reichen über: