Auch die Bayern-SPD warnt. "Die Pläne von Ministerin Reiche sind brandgefährlich für den Klimaschutz und werden die Energiekosten im Freistaat nicht senken, sondern dramatisch erhöhen", sagte der SPD-Politiker Florian von Brunn gegenüber der dpa.
Gibt es eine Vollbremsung bei der Energiewende?
Zuvor hatte bereits Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Bayerischen Rundfunk, Reiches Pläne heftig kritisiert. Die Ministerin lege bei den erneuerbaren Energien eine "Vollbremsung" hin, sagte Aiwanger.
Minister Aiwanger beklagt, "dass der Bund an mehreren Baustellen (...) gezielt Unklarheit schürt, was zu einer massiven Verunsicherung in der Branche führt und was zu einem Abriss des erneuerbaren Ausbaus führen wird". Niemand wisse im Vorfeld, wann kein Strom eingespeist wird, somit wisse auch niemand, wie viel Geld er verliert.
Natürlich könne man nicht blind ausbauen, aber statt zu bremsen, müsse sich der Bund Gedanken über Alternativlösungen machen: etwa den Ausbau von Speichern, eine Optimierung der Netze und flexible Einspeiseverträge. Der Bund müsse die Rahmenbedingungen korrigieren, sonst werde "der Windkraftausbau in Bayern zum Erliegen kommen".
Gibt es in der Bevölkerung Zustimmung zur neuen Energiepolitik von Katherina Reiche?
Unterstützung bekommt die Kritik aus Bayern in der Bevölkerung. Laut einer Online-Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey bei 5000 Bürgern lehnen knapp 70 Prozent die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ab. Vor allem das neue Heizungsgesetz (GMG) führt zu Verwirrung, wie t-online berichtet.
Viel Skepsis gegenüber den energiepolitischen Entscheidungen der schwarz-roten Koalition gibt es dabei über Parteigrenzen hinweg: So befürworten auch nur 37,5 Prozent der CDU/CSU-Wählerinnen die Entscheidungen von Reiche, 29,1 Prozent sind unentschieden. Bei allen anderen Parteianhängern überwiegt die negative Bewertung.
Die Pläne der Regierung, das sogenannte "Heizungsgesetz" abzuschaffen und neue Gas- und Ölheizungsbesitzer zur Beimischung von grünen Gasen wie Wasserstoff oder Biomethan zu verpflichten, stoßen eher auf Ablehnung. 56,8 Prozent der Befragten finden, dass die Pläne sie mehr verunsichern und wenig Planbarkeit herstellen.
Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / Couleur