Zwar sind die Polysiliziumpreise im Vergleich zum Höchststand Mitte Januar wieder um 14 Prozent gefallen. Trotzdem kostet der zentrale Rohstoff für die Herstellung von Solarzellen noch immer gut 37 Prozent mehr als im Sommer des Vorjahres. Insgesamt rechnet die Industrie bei Solarmodulen, Stromspeichern und anderen elektronischen Komponenten mit spürbaren Zusatzkosten.
Wollen chinesische Hersteller gemeinschaftlich höhere Modulpreise erreichen?
"Allein die Abschaffung der Exportvergünstigungen wird den Modulpreis um rund zehn Prozent steigen lassen", sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°. "Durch die zusätzlichen hohen Rohstoffpreise erwarten wir bei einzelnen Komponenten Preissteigerungen von 15 Prozent bis 20 Prozent. Mittelfristig sind davon auch Privatkundinnen und Privatkunden betroffen." Erwartet wird der Preisanstieg auf dem deutschen Markt für die zweite Jahreshälfte.
Deutschland spürt die verteuerten Rohstoffkosten bisher nicht in vollem Ausmaß. Der Anstieg seit dem Tiefpunkt im Dezember letzten Jahres beträgt aber bereits 15 bis 18 Prozent, ein Ende der Preisspirale ist aber bislang nicht absehbar, schreibt das Online-Nachrichtenportal für Klimaschutz und bürgernahe Energiewende Energie-Zukunft.eu.
Den heftigen Preisanstieg wertet das Online-Nachrichtenportal als den "gemeinschaftlichen Versuch der Hersteller" höhere Modulpreise am Markt durchzudrücken. Chinesische Firmen wollen so wieder "gutes Geld verdienen". Dabei gingen die verschiedenen Produzenten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vor: Manche erhöhen ihre Preise noch sehr zögerlich, andere schlagen gleich 20 bis 30 Prozent drauf.
Und was empfiehlt 1KOMMA5°?
Die Preise für PV-Module, Speicher und Komponenten stehen vor einem deutlichen Anstieg, prognostiziert 1KOMMA5° unter Berufung auf aktuelle Marktentwicklungen Anfang 2026. Als Haupttreiber gelten der Wegfall chinesischer Exportvergünstigungen und höhere Rohstoffpreise.
Und was empfiehlt 1KOMMA5°? Branchenvertreter wie Jannik Schall raten dazu, Investitionen in PV-Anlagen nicht zu lange hinauszuzögern, um von den derzeit noch moderat gestiegenen Preisen zu profitieren. Sein Vorschlag: Jetzt in eine PV-Anlage auf dem Dach und in Balkonkraftwerke investieren.
"Sobald sich die politischen Maßnahmen, Produktionskürzungen und hohen Rohstoffpreise vollständig in den Lieferketten widerspiegeln, ist mit steigenden Preisen auf dem deutschen Markt zu rechnen", betont Jannik Schall. "Wer also mit dem Gedanken spielt, in eine Photovoltaikanlage zu investieren, profitiert jetzt noch von den aktuell günstigeren Preisen."
Geht Energieministerin Katherina Reiche (CDU) bei der Solarenergie den falschen Weg?
Ein weiterer Grund, warum es viel Unsicherheit gibt, wie es mit der erneuerbaren Energie weitergeht, ist das Energieministerium. Dass Katherina Reiche (CDU) den Ausbau erneuerbarer Energien skeptisch sieht, ist in Berlin kein Geheimnis mehr. Ihr geht es darum, mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes, den Ausbau erneuerbarer Energien zu verlangsamen und teurer zu machen.
Zur Disposition stehen die Wiedereinführung der Mehrwertsteuer auf Solarprodukte und Handwerkerleistungen, eine Reduzierung oder gar der komplette Wegfall der Einspeisevergütung für PV‑Neuanlagen und der Verzicht auf die Erstattung von Kosten für Redispatchmaßnahmen. Außerdem sollen Netzbetreiber in Zukunft rund 1000 Euro für den Neuanschluss einer Solaranlage verlangen können.
Das Ergebnis dieser Politik ist eine starke Verunsicherung der Verbraucher. Eine Befragung im Auftrag von 1KOMMA5° zeigt, dass 27 Prozent der Interessenten an einer neuen PV-Anlage abspringen und weitere 37 Prozent noch einmal nachdenken wollen, ob sie sich die Investition auch leisten können. Dramatisch wird diese Politik, die Solarenergie auszubremsen, angesichts der weltweiten Krise bei den fossilen Energieträgern Öl und Gas.
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