Gaspreise steigen: Droht wegen niedriger Gasspeicher ein teurer Winter?

Deutschlands Gasspeicher sind laut einem Bericht nur zur Hälfte gefüllt, gleichzeitig steigen die Gaspreise. Was Haushalten jetzt droht und wie sie sparen können.

Die Gasspeicher in Deutschland sind nach einem Bericht der Mediengruppe Bayern nur etwa zur Hälfte gefüllt. Das sorgt vor Beginn der Heizsaison für Verunsicherung: Händler müssten eigentlich Vorräte für den Winter aufbauen, doch die Speicherstände liegen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Für Verbraucher stellt sich deshalb die Frage, ob neben der Versorgungssicherheit auch die Gaspreise unter Druck geraten. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg empfiehlt Gaskunden, ihre Verträge zu prüfen.

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Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox deutet bereits auf steigende Preise hin. Demnach sind die Gaspreise im Großhandel so hoch wie seit dem Ende der Energiekrise im Jahr 2023 nicht mehr. Als Gründe nennt Verivox die niedrigen Gasspeicherfüllstände und die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten. Sollten die Preise auf dem aktuellen Niveau bleiben, könnten die Heizkosten für Haushalte um bis zu 20 Prozent steigen.

Gaspreise für Neukunden bereits rund 20 Prozent höher

Die Preise der günstigsten Gasangebote für Neukunden sind laut Verivox seit Anfang März 2026 von rund 8 auf 10 Cent pro Kilowattstunde (kWh) angestiegen.

Energieversorger E.on rechnet etwa für ein 100 Quadratmeter großes Reihenhaus mit einem Verbrauch von etwa 20.000 Kilowattstunden. Bei einem freistehenden Einfamilienhaus ist es noch mehr. Nur zwei Cent Preisunterschied je Kilowattstunde würden hier 400 Euro ausmachen.

Bei den meisten Haushalten seien die Preissteigerungen aus dem Gas-Großhandel unterdessen noch nicht angekommen. "Viele Gasversorger beschaffen Gas langfristig und geben Preissteigerungen daher erst mit Zeitverzug weiter. Flächendeckende Preiserhöhungen sind bisher nicht zu beobachten", teilt Verivox in einer Pressemitteilung mit.

"Sollte das aktuelle Preisniveau der Großhandelspreise jedoch noch länger bestehen bleiben, sind früher oder später auch für Bestandskunden Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent zu erwarten", wird Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox  in der Meldung zitiert.

Das sollten Verbraucher jetzt tun

Die Gaspreise bei günstigen Neuverträgen sind laut Verivox-Angaben derzeit immer noch deutlich niedriger als das Preisniveau vieler Bestandskunden.  Daher kann es sich durchaus lohnen, den aktuellen Gastarif zu prüfen und eventuell zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Wie der SWR berichtet, empfiehlt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vor allem Leuten, die mehr als 12 Cent je Kilowattstunde bezahlen, sich nach einem anderen Tarif umzusehen.

Wer Angst vor weiteren Preissteigerungen hat, kann Tarife mit Preisgarantie abschließen. 

Generell empfiehlt es sich, regelmäßig seine Verträge und Abos zu prüfen und Preise zu vergleichen. Mit wenigen Minuten Aufwand lassen sich hier oft Hunderte Euro aufs Jahr gesehen sparen.

Vorschaubild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa