Autos aus China sind in der Anschaffung oft günstig, in der Kfz-Vollkaskoversicherung laut Stiftung Warentest oft teuer. Was Hersteller BYD und ADAC Nordbayern zur Ersatzteil-These sagen.
Autos aus Fernost verkaufen sich derzeit gut in Deutschland. "Viele chinesische Modelle sind deshalb so beliebt, weil sie vereinfacht gesprochen viel Technik zum guten Preis bieten. Ein hoher Versicherungsbeitrag kann die Freude über ein solches "Autoschnäppchen“ aber wieder zunichtemachen", erklärte Test-Redakteur Michael Sittig kürzlich gegenüber der Mediengruppe Bayern.
BYD-Modell kostet im Test 370 bis 1780 Euro mehr Versicherung als ein Skoda
Im aktuellen Heft Stiftung Warentest Finanzen nahmen er und Untersuchungsleiterin Beate Bextermöller Kfz-Versicherungen unter die Lupe. Dabei fanden sie am Beispiel der Versicherungskosten für einen BYD Seal U heraus: Eine Familie hätte beim günstigsten Anbieter rund 900 Euro pro Jahr für eine Vollkaskoversicherung auszugeben, beim teuersten Anbieter 2900 Euro pro Jahr. Als Annahmen gelten laut Sittig dabei: Fahrer aktuell in Schadensfreiheitsklasse 20, angenommene Jahreskilometerlaufleistung von 8000 Kilometern.
Die Vollkaskoversicherung für einen vergleichbaren deutschen Wagen (Skoda Enyaq) würde die Familie "nur“ zwischen 530 Euro und 1120 Euro kosten.
Teure Ersatzteile und lange Lieferzeiten aus China als Ursache?
Grund für die hohen Typklassen bei BYD & Co. – und damit für die hohen Versicherungskosten – dürfte laut dem Test-Redakteur die teure, teilweise lange dauernde Lieferung von Ersatzteilen aus China sein. "Lange Reparaturzeiten erhöhen die Kosten, die von einer Kfz-Versicherung für die Reparatur zu bezahlen sind. In der Folge bekommen solche Autos eine "schlechte“ (teure) Typklasse", erklärt Sittig gegenüber der Mediengruppe Bayern.
"Zur Einstufung in Typklassen und zu Versicherungsbeiträgen äußern wir uns nicht", schreibt ein Sprecher von BYD Deutschland in Offenbach am Main auf Anfrage unserer Redaktion. Grundsätzlich gelte ihm zufolge aber: "Die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden hat für BYD höchste Priorität, und dazu gehört ein verlässlicher Service."
Deshalb investiere BYD nach seinen Angaben gezielt in den Aftersales in Europa. "BYD betreibt in Europa inzwischen 15 Ersatzteillager mit insgesamt rund 150.000 Quadratmetern Fläche. Seit diesem Jahr beliefern wir unsere Servicepartner in Deutschland über Nacht mit Ersatzteilen", sagt er.
Das Händler- und Servicenetz umfasse - Stand Ende Oktober - mehr als 250 Standorte und wachse bis Jahresende auf bis zu 300.