Mit Abstand ist das Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) der häufigste Erreger von Atemwegsinfekten bei Kindern - und das weltweit. Eigentlich hat jedes Kind im Laufe seiner ersten Lebensjahre Kontakt mit dem Virus. Oft sind milde Verläufe die Folge einer Ansteckung. Bei bestimmten Risiko-Gruppen kann aber auch ein ernsthafter Krankheitsverlauf auftreten - und in manchen Fällen führt die Infektion sogar zum Tod.

Zunächst aber zu den nackten Zahlen: Beim Robert-Koch-Institut (RKI) heißt es unter Berufung auf Schätzungen, dass RSV-Atemwegserkrankungen weltweit mit einer Inzidenz von 48,5 Fällen und 5,6 schweren Fällen pro 1000 Kinder im ersten Lebensjahr vorkommen. Innerhalb des ersten Lebensjahres hätten normalerweise 50 bis 70 Prozent und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres nahezu alle Kinder mindestens eine Infektion mit RSV durchgemacht. Im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen waren viele solche Infektionen allerdings zeitweise ausgeblieben.

Wie erkenne ich eine RSV-Infektion bei meinem Kind - und wann muss ich mir Sorgen machen?

In der Regel verläuft die Erkrankung mit üblichen Erkältungs- und Grippesymptomen - und ist so nur schwer von anderen Atemwegsinfekten zu unterscheiden. Das reicht von Schnupfen, über trockenen Husten und Halsschmerzen bis hin zu Fieber. Es gibt aber bestimmte Symptome, bei denen eine Infektion mit dem RS-Virus besonders wahrscheinlich ist:

  • Rasselnde, pfeifende und knisternde Geräusche beim Atmen oder Husten
  • Trockene, kalte und blasse Haut
  • Eine eingesunkene Fontanelle (bei Kindern unter 18 Monaten)  

Insgesamt sollte man da dann schon den Kinderarzt aufsuchen. Denn in dem Fall kann eine Bronchitis, Bronchiolitis (Entzündung der kleinen Bronchien), Verschleimung der Atemwege oder sogar eine Lungenentzündung auftreten. Dabei können sich die Symptome innerhalb kurzer Zeit stark verschlimmern, b

ei Neugeborenen können auch Atemstillstände (Apnoen) eintreten.

Bei wem ist das Risiko für einen schweren Verlauf besonders hoch?

 Bei den allermeisten Kindern verläuft eine Infektion aber glimpflich und sie sind relativ schnell wieder über den Berg. Für Risiko-Kinder kann eine Infektion im schlimmsten Fall aber auch tödlich enden. Deshalb gilt es, das Risiko zu kennen und betroffene Kinder besonders schützen:

  • Frühgeborene
  • Kinder unter sechs Monaten
  • Kleinkinder mit Vorerkrankungen der Lunge und des Herzens
  • Immunschwache Kinder

Erwachsene merken von deiner RSV-Infektion meist nichts oder nur sehr wenig. Dennoch warnt das RKI, dass immungeschwächte Menschen auf sich aufpassen sollten. Übrigens gibt es bisher keine Erkenntnisse darüber, ob eine Ansteckung während der Schwangerschaft eine schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind haben kann.

Wie lässt sich eine RSV-Infektion behandeln - und gibt es eine Impfung?

Da es sich um eine Virus-Erkrankung handelt, bleibt Eltern nichts anderes übrig, als die Symptome der Infektion anzugehen. Das A und O sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Inhalieren, fiebersenkende Medikamente, Nasensprays und -spülungen sowie bronchienerweiternde Arzneien.

Einen Impfstoff gegen RSV gibt es derzeit nicht. Kinder können jedoch passiv immunisiert werden, indem ihnen Antikörper gespritzt werden - dies wirkt dann ungefähr 20 Tage lang. Diese Methode ist aber sehr teuer und wird bei generell gesunden Kindern in der Regel nicht angewendet. Nach Recherchen der Bild- Zeitung kostet eine Spritze je nach Körpergewicht und Dosis zwischen 700 und 2000 Euro.

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