Wirft man einen Blick in deutsche Fußgängerzonen herrscht reges Treiben: Kurzentschlossene tauchen in den "Sale" vieler Geschäfte ein, Genussbummler schlendern durch die Innenstadt und lokale Händler preisen ihre Rabattaktion als Marktschreier an. Schaut man genauer hin, laufen viele Menschen in der Masse an Verbrauchern unterschiedlich schnell: Neben "Schnellläufern" gibt es "Trödler".

Eine britische Gesundheitsstudie steht nun allen "Schnellläufern" zur Seite, die sich regelmäßig über trödelnde Menschen aufregen. Forscher des "National Institute for Health Research" haben 2019 herausgefunden, dass schnell Gehende im Durchschnitt bis zu 15 Jahre länger als langsam Gehende leben.

Untergewichtige "Trödler" mit schlechtestem Ergebnis

Grundlage dieser Erkenntnis waren Angaben der Studienautoren zufolge die Daten von 474.919 Befragten aus Großbritannien (UK). Dabei fokussierten sich die Wissenschaftler auf die Variablen "Lebenserwartung" und "Gewicht" sowie ob zwischen diesen ein Zusammenhang besteht. Ergebnis dessen war, dass die weit höhere Lebenserwartung der "Schnellläufer" auch unabhängig vom Gewicht der Befragten galt. Extrembeispiel waren dabei adipöse Menschen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass untergewichtige Menschen, die angaben, langsam zu laufen, die schlechtesten Ergebnisse bei der Lebenserwartung aufwiesen. Die britische Studie legt nahe, dass Alltagsaktivitäten eine weit aus größeren Einfluss darauf haben, wie lang ein Mensch lebt. Bislang zählten Faktoren, wie die Ernährung zu den weitaus wichtigeren. Die allgemeine Fitness eines Menschen als Faktor wird durch die Studienergebnisse aufgewertet.

Tom Yates, einer der leitenden Forscher der Studie, erklärt: "Unsere Ergebnisse könnten dabei helfen, zu verdeutlichen, wie wichtig die physische Fitness im Vergleich zum Körpergewicht ist, wenn es um die Lebenserwartung geht." Die Ergebnisse der UK-Studie lägen nahe, dass die körperliche Fitness weit aus wichtiger als der "Body Mass Index (BMI)" in der Bewertung von Lebenserwartung sei, ergänzt der Wissenschaftler.

Fazit: Die Studie der britischen Forscher zeigt, dass der Einfluss der Gehgeschwindigkeit beziehungsweise der allgemeinen physischen Fitness bisher möglicherweise unterschätzt wurde. Der "BMI" sollte dennoch weiterhin als wichtiges Kriterium in die Beurteilung, wie lang ein Mensch wohl lebt, miteinbezogen werden. Das bedeutet, dass den Studienerkenntnissen zufolge ein übergewichtiger Mensch, der fit ist, länger leben könnte als ein durchschnittlich wiegender Mensch, der nicht fit ist. Zur Wahrheit gehört wahrscheinlich dazu, dass es sich hierbei um verschiedene Faktoren handelt, die jeweils keinen Anspruch erheben können, Kausalzusammenhänge zu liefern. Wie sich der "Body Mass Index" berechnet, welcher Wert als "Normalwert" gilt und was er bedeutet, erklärt die Weltgesundheitsorganisation "WHO".

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tu