Der Chronotyp ist die fachliche Bezeichnung für die innere Uhr.

Sie allein entscheidet darüber, wann körperliche oder geistige Tätigkeiten bei uns zu besten Ergebnissen führen, wann Blutdruck und Körpertemperatur steigen und wann der Verdauungsapparat auf Nahrung eingestellt ist.

Forscher unterscheiden zwischen drei Typen von Menschen:

Der Morgentyp: Dieser Chronotyp ist meist schon um sechs Uhr morgens in geistiger Topform und erreicht seine körperliche Höchstleistung am frühen Nachmittag. Am Abend wird er hingegen früh müde und übersteht deshalb Konzerte, Theaterbesuche oder Partys nur mit Mühe.

Der Abendtyp: Aufgrund der traditionellen Konventionen in der Arbeitswelt quälen sie sich morgens meist aus dem Bett, obwohl ihre innere Uhr noch auf Schlaf steht. Das Frühstück kann ihnen schwer im Magen liegen, denn auch der Verdauungsapparat ist noch nicht bereit Nahrung aufzunehmen. Spättypen sind geistig erst richtig auf der Höhe, wenn andere bereits ihr Tagestief haben. Am späten Abend bringen sie ihre besten sportlichen Leistungen und Partys bis zum Morgengrauen überstehen sie ohne Probleme.

Der Misch-Chronotyp: Sie haben ihr geistig- kreatives Hoch am späten Vormittag und ein Tief am frühen Nachmittag. Ihre optimale Zeit für sportliche Betätigung ist spätnachmittags bis abends.

Morgenstund hat nicht für alle Gold im Mund

Um stets gut ausgeschlafen und leistungsfähig zu sein, müsste man seinen Tagesablauf eigentlich dem jeweiligen Chronotyp anpassen. Denn wer gegen seinen Chronotyp lebt, an dem sich übrigens auch nichts ändern lässt, kann sich wie während eines dauerhaften Jetlags fühlen.

„Wenn die von der Gesellschaft auferlegten Zeitpläne den individuellen Schlafpräferenzen nicht entsprechen, führen die Unterschiede zwischen dem erwarteten Schlafverhalten an Arbeitstagen und dem, was die innere Uhr diktiert, zu einem ‘social jetlag‘.“, erklärt Till Roenneberger, LMU München.

Wenn der Wecker läutet und man aufwachen muss, obwohl der Körper das Schlafhormon Melatonin noch ausschüttet, kann das zu chronischem Jetlag führen, so eine Studie, die im Fachmagazin „Current Biology“ erschien. Dies könne das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen, so eine Studie der University of Arizona.