Tagtäglich gehen Millionen Menschen zur Arbeit. Wie sie dahin kommen, ist allerdings sehr unterschiedlich. Ob Auto, öffentliche Verkehrsmittel, mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß. Die Wahl des Fortbewegungsmittels ist beinahe so individuell wie der jeweilige Arbeitsplatz.

Doch geht man nach dem gesündesten Weg seine tägliche Strecke beispielsweise zum Büro zurückzulegen, dann ist die Wahl eindeutig. Zumindest wenn es nach einer Studie des renommierten britischen Fachblattes „The Lancett“ geht. Denn: Eine Untersuchung von über 300.000 Testpersonen über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren liefert aufschlussreiche Ergebnisse.

Studie liefert eindeutige Ergebnisse: Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren ist am besten

Ausgewertet wurde die Studie von der Cambridge University und dem Imperial College in London. Erfasst wurden die Daten in dem Zeitraum zwischen 1991 und 2016. Der klare Gewinner der Forschung: Das Fahrrad. Es gebe laut den Forschern nichts Gesünderes, als seinen Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückzulegen. Auf Platz zwei ist der Weg zu Fuß, danach kommen die öffentlichen Verkehrsmittel. In der Erhebung hatte der Weg ins Büro mit dem Auto den schlechtesten Einfluss auf die Gesundheit der Testpersonen. Beispielsweise hatten Autofahrer im Vergleich zu den Radfahrern ein 20 Prozent höheres Risiko früher zu sterben. Auch die Wahrscheinlichkeit von üblichen Krankheiten, wie Herzinfarkten und Schlaganfällen, betroffen zu sein, zeigte eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit auf. Bei den Radfahrern waren es 24 Prozent weniger als bei den Autofahrern.

Das Krebsrisiko sei bei Menschen, die den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurücklegen, ebenfalls um 16 Prozent geringer. Die Professorin Karen Steindorf, Leiterin am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg in der Abteilung Bewegung, Präventionsforschung und Krebs, belegt den positiven Effekt der Bewegung beim Radfahren auf die Gesundheit. "Wir wissen, dass Sport bei manchen Krebserkrankungen die Mortalität der Patienten um 40 Prozent senkt. Wenn man solche Effekte sieht, will man sie auch verstehen", erklärt die Expertin gegenüber der Apotheken Umschau.

Außerdem baue der Mensch bei ausreichender Bewegung schädliche Stresssymptome ab. Laut der in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Erkenntnisse von einem Schweizer Forscherteam, sei erwiesen, dass bestimmte Krebszellen auf das Stresshormon Cortisol reagieren. Dadurch komme es bei hohem, negativen, Stress, zu einem hohen Cortisolspiegel, was wiederum eine erhöhte Metastasen-Bildung zur Folge habe.

Fahrradfahren ist in Deutschland gefährlich

Trotzdem zeigt die Studie auch Schattenseiten auf. Denn im ersten Halbjahr 2019 kamen etwa 158 Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs waren ums Leben.  Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen ist das ein Anstieg von mehr als zehn Prozent. Denn im Jahr 2018 starben 445 Radfahrer. Analysten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Todesopfer in diesem Jahr.