• Fakten rund um Mücken
  • Durchführung und Ergebnisse der Studie
  • Tipps gegen Mücken
  • Fazit

In Deutschland kommen die lästigen Mücken vor allem im Spätsommer und bei anhaltender Wärme bis in den Frühherbst vor. Insgesamt verteilen sich rund 35.000 verschiedene Stechmückenarten quer über die Welt verteilt. Wovon unsere Anziehungskraft auf Mücken abhängen könnte, konnte eine interessante Studie feststellen.

Wissenswertes rund um Mücken und die Studie

Ein Mückenstich sollte nicht unterschätzt werden. Einige der Mückenarten, wie beispielsweise die Asiatische Tigermücke oder die Asiatische Buschmücke, die in den vergangenen Jahren sogar in Teilen Deutschlands vorgekommen sind, können Krankheiten übertragen. In Deutschland sind in den letzten Jahren keine gefährlichen Krankheiten durch eine Infizierung durch Mückenstiche aufgetreten. Bist du jedoch außerhalb von Deutschland unterwegs, gilt besondere Vorsicht. Vorwiegend in den Tropen treten Malaria- oder Gelbfieberinfektionen infolge von Mückenstichen auf. Grundsätzlich überträgt aber nicht jede Mücke automatisch Krankheiten; zudem sticht ein Großteil der Mückenarten sogar gar nicht.

Wichtig zu wissen ist, dass männliche Mücken nicht stechen. Es handelt sich immer um weibliche Mücken, die ein bestimmtes Eiweiß aus dem Blut benötigen, um nach einer Befruchtung Eier bilden zu können. Bekannt ist bisher, dass Mücken sensibel auf Körperwärme und Kohlendioxid reagieren sowie verschiedene Gerüche wie Ammoniak, Harn- oder Milchsäure mögen. Diese entstehen bei uns beispielsweise dann, wenn wir schwitzen und der Schweiß sich auf der Haut zersetzt.

Doch es gibt noch weitere Gerüche, die Mücken besonders gerne mögen. Mit unserer Anziehungskraft auf Mücken hat sich eine Studie eines Forschungsteams aus London auseinandergesetzt. Teil der Studie waren 18 eineiige und 19 zweieiige Zwillingsschwestern. In einer Y-förmigen Röhre hatten die Forschenden 20 Stechmücken fliegen lassen. Wurde die Röhre geöffnet, blieb es den Mücken überlassen, sich zu entscheiden, welche Öffnung sie nutzen. Jeweils eine der Zwillingsschwestern hielt dabei ihre Hand gegen eine der Öffnungen, sodass der natürliche Körperduft hineinströmen konnte. Damit die Schwestern nicht tatsächlich an der Hand gestochen wurden, schütze sie ein feines Netz.

Ergebnisse der Studie

Das Forschungsteam konnte feststellen, dass die Anziehungsraten bei den eineiigen Zwillingsschwestern in den meisten Fällen ähnlich waren, sich bei den zweieiigen hingegen unterschieden. Da eineiige Zwillinge aus derselben befruchteten Eizelle entstehen, gilt auch ihre DNA als überwiegend identisch; auch, wenn es nach neueren Forschungsergebnissen kleinere Änderungen in der Basenreihenfolge der DNA gibt.

Infolgedessen wurde von den Wissenschaftler*innen erkannt, dass die Anziehungskraft einer Person auf Mücken in Zusammenhang mit ihren Genen steht. Die menschlichen Erbanlagen sorgen also dafür, dass sich Mücken mehr oder weniger von einer bestimmten Person angezogen fühlen.

Dieses Phänomen lässt sich mit einem Blick auf die DNA besser verstehen. Die körpereigene DNA sorgt für eine individuelle Ansammlung von Mikrobakterien auf dem Körper. Insgesamt findet man somit auf dem eigenen Körper rund 38 Billionen verschiedene Mikroben, die sich in ihrer Zusammensetzung maßgeblich von anderen Menschen unterscheiden. Diese einzigartige Zusammensetzung der Mikroben wird auch Mikrobiom genannt und sorgt unter anderem dafür, dass wir diverse körpereigene Gerüche haben. Welche dieser vom Mikrobiom erzeugten Gerüche eine Mücke besonders anziehend findet, ist von der Spezies der Mücke abhängig. Je nach Geruchs-Vorliebe stechen einige Mücken bevorzugt in Hände und Füße, andere eher in die Achselhöhlen oder den Leistenbereich. Besonders attraktiv finden Mücken demzufolge den bekannten "stinkenden" Käsegeruch des typischen Limburgers: Da er dem Gestank von Schweißfüßen sehr nahe komme, sei er besonders attraktiv für Mücken. Der ähnliche Geruch lässt sich dadurch erklären, dass die bei der Herstellung des Limburger Käses verwendete Bakterie zu derselben Gattung wie ein Mikroorganismus gehört, der zwischen menschlichen Zehen gedeiht. Folglich könnte Limburger Käse als eine Art "Mückenfalle" genutzt werden.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Mückenstiche

Dein Mikrobiom kannst du ganz einfach weniger anziehend für Mücken machen. Beispielsweise können diese einfachen Tipps helfen:

  • Insektenschutz­mittel: In der Drogerie oder in der Apotheke gibt es diverse Insektenschutzmittel. Als besonders wirksam gelten jene mit DEET oder Icaridin.
  • Natürlicher Insektenschutz: Ätherische Öle wie das Lavendelöl oder solche mit Zitronengras-, Minz-, Eukalyptus- oder Nelkenaroma sollen einen Schutz vor Mücken liefern, da diese den Duft nicht mögen. Wichtig ist, dass du bei dem jeweiligen Öl auf die empfohlene Verdünnung achtest und es nicht zu breitflächig auf deine Haut aufträgst. Es könnte sein, dass du allergisch reagierst.
  • Die Haut trocken halten: Nach Möglichkeit solltest du versuchen, deine Haut trocken zu halten. Wärme und Kohlendioxid ziehen die Stecher besonders an. Beispielsweise bei sportlicher Aktivität gibt der Körper beide Komponenten besonders stark ab.
  • Die richtige Kleidung: Um dich vor Stichen zu schützen, kann dir lange, helle Kleidung helfen. Socken solltest du spätestens alle zwei Tage wechseln, da sich sonst schnell der typische "käsige" Geruch entwickeln kann. Für Risikogebiete kann es sich lohnen, Kleidung mit integriertem Mücken-Schutz zu kaufen.
  • Auf Alkohol verzichten: Nimmst du alkoholische Getränke zu dir, ändert sich das Mikrobiom auf deiner Haut leicht. Diese Veränderung lockt einige Mücken besonders an.

Es zeigt sich, dass schon simple Vorsichtsmaßnahmen helfen können, um das Risiko, gestochen zu werden, zu minimieren.

Fazit

Das Forschungsteam konnte herausfinden, dass die Gene eine wichtige Rolle dabei spielen, wie stark sich Mücken von einer Person angezogen fühlen. So finden einige Mücken den Geruch von Füßen so anziehend wie den von Limburger Käse. Dies hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern eher damit, dass die bestimmte DNA-Variante sehr stark anziehend auf die Mücken wirkt.

Bist du eine Person, die häufig gestochen wird, kannst du das Risiko, gestochen zu werden, beispielsweise mit Insektensprays oder spezieller Kleidung minimieren.