"Starke Schmerzen und große Angst": Klara (16) kämpft nach Unfall-Tragödie um ihr Leben

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Zweiter Geburtstag nach Unfall: Klinikum Meiningen rettet Mädchen Leben
Die 16-jährige Klara (Mitte) hat den Frontalzusammenstoß überlebt. Mit auf dem Bild zu sehen: mit Chefarzt Frank Brennfleck und Oberärztin Sventlana Shopova-Mircheva.
Die 16-jährige Klara (Mitte) hat den Frontalzusammenstoß überlebt. Mit auf dem Bild zu sehen: mit PD Dr. med. Frank Brennfleck, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Sventlana Shopova-Mircheva, Oberärztin der Pädiatrie.
Foto: Helios Klinikum Meiningen

Nach einem schweren Unfall wird Klara aus dem unterfränkischen Westheim mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Klinikum geflogen. Es folgen drei Operationen.

An den Abend des Verkehrsunfalls erinnert sich Klara Strehmann nur noch in einzelnen Bildern. Die Jugendliche aus dem unterfränkischen Westheim (Hammelburg) war mit vier Freunden im Auto unterwegs, als es an einer Kreuzung zu einem Frontalzusammenstoß kam. Sie saß angeschnallt auf dem mittleren Rücksitz, schreibt Cornelia Grimm vom Helios Klinikum Meiningen in einer Pressemitteilung. Eine Ersthelferin kümmerte sich sofort um die 16-Jährige. Anschließend bringt ein Rettungshubschrauber sie ins Helios Klinikum Meiningen.

Bei ihrer Ankunft habe Lebensgefahr bestanden. Der Sicherheitsgurt hatte zwar vermutlich Schlimmeres verhindert, zugleich aber erhebliche Verletzungen im Bauchraum verursacht. Betroffen waren der Zwölffingerdarm, die Bauchspeicheldrüse und die Milz, außerdem war der zwölfte Brustwirbel gebrochen.

"Es musste schnell gehandelt werden" - Notoperation nach dem Unfall 

„Ich hatte starke Schmerzen und große Angst. Mir war zunächst nicht klar, wie schwer ich verletzt war“, erinnert sich Klara. Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurde sie notoperiert. Die Chirurgen stoppten die Blutung aus der Milz, ohne das Organ entfernen zu müssen. Auch die verletzte Bauchspeicheldrüse konnte vollständig erhalten werden. Der verletzte Zwölffingerdarm wurde in zwei aufeinanderfolgenden Eingriffen rekonstruiert. Die Neurochirurgen stabilisierten außerdem den gebrochenen Brustwirbel mit Schrauben.

„Bei diesem Verletzungsmuster musste sehr schnell gehandelt werden“, sagt Dr. Frank Brennfleck, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Helios Klinikum Meiningen. „Dass wir die verletzten Organe erhalten konnten und Klara sich so gut erholt, ist angesichts der Schwere des Unfalls ein sehr erfreulicher Verlauf.“

Die 16-Jährige wurde von mehreren Fachbereichen gemeinsam behandelt, darunter die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Neurochirurgie, die Anästhesie und die Intensivmedizin. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie, so Grimm, verfüge über viel Erfahrung bei anspruchsvollen Eingriffen im Bauchraum.

Mutter: "Eigentlich ist es ihr zweiter Geburtstag"

Ihre Mutter konnte in dieser Zeit bei ihr sein. „Wir haben uns von Anfang an sehr gut aufgehoben gefühlt“, sagt sie. „Die Ärzte und Pflegekräfte haben uns jeden Schritt erklärt. Als Familie haben wir zusammengehalten – und wir wissen, dass wir riesiges Glück hatten.“

Auch kleine Dinge gewannen für Klara während der Behandlung eine große Bedeutung. Bei der Operation konnte der Bauchnabel so erhalten werden, dass sie ihr Bauchnabelpiercing später wieder tragen kann. Für Klara ging es nach den Operationen Schritt für Schritt aufwärts. Mittlerweile gehen die behandelnden Ärzte davon aus, dass die Verletzungen ohne bleibende Folgen ausheilen werden. Durch den Unfall konnte Klara ihre Abschlussprüfung nicht wie geplant ablegen. Im September möchte sie diese nachholen und anschließend ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin beginnen.

Für Klara und ihre Familie ist der Tag des Unfalls heute mehr als eine schlimme Erinnerung. „Eigentlich ist es ihr zweiter Geburtstag“, sagt ihre Mutter. „Wir sind einfach dankbar, dass sie wieder bei uns ist.“