Ein Notgroschen schützt vor unvorhergesehenen Ausgaben. Experten empfehlen, mehrere Monatsgehälter als Reserve einzuplanen.
Wer sich eine finanzielle Reserve für Notfälle aufbaut, stellt sicher, auf unerwartete Ausgaben vorbereitet zu sein. Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Notgroschen“ Münzen, die als kleine Rücklage für schwierige Zeiten zurückgelegt wurden. Heute versteht man darunter eine rasch verfügbare Geldreserve, die im Ernstfall sofort genutzt werden kann.
Unabhängig davon, ob plötzlich das Auto repariert werden muss, Steuernachzahlungen anfallen oder das Einkommen unerwartet wegfällt: Mit einem Notgroschen bleibt der finanzielle Handlungsspielraum auch in Krisensituationen erhalten. Plus: Wer regelmäßig kleine Beträge spart, stärkt seine finanzielle Sicherheit und vermeidet unnötige Schulden.
Zwei bis drei Monatsgehälter als Orientierung für "Notgroschen"
Ohne Ersparnisse greifen viele Menschen auf den Dispokredit ihres Girokontos zurück – und zahlen dafür oft hohe Zinsen. Ein Notgroschen soll außerdem verhindern, dass andere Geldanlagen zum falschen Zeitpunkt verkauft werden müssen. Wer etwa Geld in Aktien investiert hat, möchte diese nicht unbedingt während einer schlechten Börsenphase auflösen, nur weil plötzlich eine Rechnung bezahlt werden muss.
Wie hoch die ideale Reserve sein sollte, hängt von den persönlichen Umständen ab. Für den normalen Zahlungsverkehr empfehlen Finanzberater, etwa ein Nettomonatsgehalt auf dem Konto verfügbar zu haben. Damit lassen sich laufende Kosten wie Miete, Lebensmittel und Rechnungen zuverlässig decken. Zusätzlich gilt ein Puffer von zwei bis drei Nettomonatsgehältern als sinnvolle Orientierung für unerwartete Situationen. Damit lassen sich unter anderem eine teure Autoreparatur, ein defektes Haushaltsgerät oder andere ungeplante Ausgaben auffangen.
Allerdings kann diese Summe für manche Menschen schwer erreichbar sein. Gerade bei geringem Einkommen bleibt oft wenig Geld zum Sparen übrig. Wichtig ist deshalb nicht, sofort eine bestimmte Summe zu erreichen, sondern regelmäßig kleine Beträge zurückzulegen und die Rücklage Schritt für Schritt aufzubauen.
Wo sollte der Notgroschen liegen?
Ein großes Guthaben auf dem Girokonto vermittelt zwar Sicherheit, ist aber nicht immer die beste Lösung. Das Geld für den Alltag und die Notreserve liegen dort gemeinsam – dadurch besteht die Gefahr, dass die Rücklage unbemerkt ausgegeben wird. Außerdem bringen Girokonten in der Regel kaum oder keine Zinsen. Wer größere Summen dauerhaft dort liegen lässt, verliert durch die Inflation langfristig an Kaufkraft. Ein Teil des Geldes könnte deshalb besser auf einem geeigneten Sparkonto liegen. Eine sichere und getrennte Kontolösung bietet in vielen Fällen die bessere Kombination aus Schutz, Verfügbarkeit und Übersicht. So bleibt das Geld für den Moment erhalten, in dem es wirklich gebraucht wird.
Für einen Notgroschen eignet sich vorrangig ein Tagesgeldkonto. Das Geld bleibt sicher verwahrt und kann bei Bedarf schnell auf das Girokonto überwiesen werden. Gleichzeitig gibt es zumindest eine kleine Verzinsung, die den Wertverlust durch steigende Preise teilweise ausgleichen kann.