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Gesundheit

Kuhmilch als Krebserreger? Das sagen Gesundheitsexperten

Milch soll angeblich die Knochen stärken und das Wachstum fördern. Doch auch zu den negativen Auswirkungen von Kuhmilch gibt es einige Gerüchte. So soll sie unter anderem Krebs, Akne und Allergien auslösen. Aber was stimmt nun: Hat Kuhmilch eher negative oder eher positive Effekte auf den menschlichen Körper?
 
Milch
Milch gilt offiziell nicht als Getränk. Symbolfoto: pexels.com

Um Kuhmilch ranken sich viele Vorurteile und Gerüchte. Zum einen soll sie die Knochen stärken und das Wachstum anregen. Zum anderen sagt man ihr nach Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, auszulösen.

Kuhmilch zählt nicht zu den Getränken, sondern zu den Grundnahrungsmitteln. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das auch nach dem Abstillen von der Muttermilch noch Milch trinkt. Und dabei noch nicht einmal von der eigenen Spezies. Rund 75 Prozent der Menschheit sind laktoseintolerant und vertragen somit keine Kuhmilch. Schaut man sich speziell die europäische Bevölkerung an, sieht man, dass hier nur 30 Prozent keine Milch vertragen.

Wird man durch Milch groß und stark?

Ein Vorteil der Kuhmilch soll die Stärkung von Knochen sein, da sie viel Kalzium enthält. Doch es gibt wahrscheinlich keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milch und starken Knochen. Die Auswertung von Daten beweist eher das Gegenteil: Menschen aus Ländern, wo traditionell weniger Milch getrunken wird, leiden weniger oft an Osteoporose.

Damit Kalzium aus der Nahrung überhaupt richtig vom Körper aufgenommen werden kann, wird auch Vitamin D und Magnesium benötigt.

Das Gerücht, dass man durch Milch eher wächst, stimmt jedoch. Denn in Kuhmilch befindet sich das Wachstumshormon IGF-1 (Insulin-like Growth Factor). Dieses Hormon befindet sich allerdings schon von Natur aus im menschlichen Körper. Milchtrinker nehmen noch mehr davon auf. Aber das Hormon kann theoretisch auch Krebs fördern. Bislang gibt es aber noch keine sicheren Aussagen dazu, ob das Wachstumshormon aus der Milch krebsfördernd ist.

Haben Milchtrinker ein höheres Krebsrisiko?

Ob Milch allgemein krebserregend ist, ist umstritten. Nur bei Prostatakrebs scheint ein sicherer kausaler Zusammenhang mit dem Milchkonsum zu bestehen. Das liegt wahrscheinlich an dem in der Milch enthaltenen Kalzium. Allerdings besteht das Risiko wohl erst ab 1,25 Liter pro Tag.

Weil Kühe mittlerweile sogar noch Milch geben müssen, wenn sie bereits wieder schwanger sind, befinden sich in der Milch große Mengen an Östrogen. Das zeigte eine Studie der Harvard Universität. Auch hier besteht der Verdacht, dass dadurch Prostata-, Brust- und Hodenkrebs ausgelöst werden könnten.

Andersherum wird Kuhmilch auch nachgesagt, vor Darmkrebs zu schützen. Ebenfalls wegen des hohen Kalziumgehalts.

Kausale Zusammenhänge zwischen Kuhmilch und Krankheiten sind schwer zu belegen

Die aerztezeitung.de berichtete von einer Studie aus Schweden, die dort Daten von 61.433 Frauen und 45.339 Männern ausgewertet hat. Sie hatten über viele Jahre ihre Ernährungsweisen dokumentiert. Das Ergebnis: Bei Frauen, die pro Tag mindestens drei Gläser Milch tranken, stieg die Sterblichkeitsrate um 93 Prozent im Vergleich zu jenen Frauen, die täglich weniger als ein Glas getrunken hatten. Bei Männer stieg die Sterblichkeitsrate bei höherem Milchkonsum nur um 10 Prozent an.

Jedoch war dies eine epidemiologische Studie, mit der man eher die Häufigkeit einer Krankheit in der Bevölkerung nachweist und keine Ursachenforschung betreibt. Es ist als nicht sicher, dass tatsächlich der Milchkonsum der Grund für die erhöhte Mortalität ist.

Insgesamt ist es laut quarks.de schwierig, wirklich kausale Zusammenhänge zwischen Milchkonsum und Krankheiten zu belegen. Denn ein Krebsrisiko hängt auch mit vielen anderen Faktoren zusammen: Genetische Veranlagung, Bewegung, Alkohol- und Zigarettenkonsum.

Fazit: Kuhmilch hat ihre Vor- und Nachteile. Viele angebliche Risiken sind noch nicht eindeutig nachgewiesen. Aber für die Umwelt und das Tierwohl ist Pflanzenmilch meist besser. Hier können Sie nachlesen, welche die besten pflanzlichen Alternativen zur Kuhmilch sind.

am/rowa/tu