Der Frühling kehrt langsam zurück und mit ihm die Zecken. Das milde Wetter und die ersten Sonnenstrahlen lockt viele Naturliebhaber aus ihren Häusern. Die ersten Wanderungen, langen Spaziergänge und sonstige Outdoor-Aktivitäten werden unternommen. Man sollte meinen, dass es in den Monaten Februar und März dennoch viel zu kalt für die krabbelnden Blutsauger ist - aber der Schein trügt.

Gesundheitsexperten warnen jetzt bereits vor Zecken, obwohl es ungewöhnlich früh im Jahr ist, berichtet die Krankenkasse Barmer. Die Parasiten werden nämlich schon dann aktiv, wenn an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen über null herrschen. Wenige Grade über dem Gefrierpunkt reichen schon aus. Auch die Corona-Pandemie hat die Zahl der durch Zecken übertragenen Krankheiten wohl beeinflusst.

Klimawandel führt zu verfrühter Zeckenzeit: So können Sie sich schützen

Aufgrund der durch den Klimawandel immer wärmeren Wetterverhältnisse beginnt daher auch die Zeckenzeit zunehmend früher. "Die meist unbemerkten Stiche einer Zecke können zu ernsthaften Infektionen führen. Mit der immer früher beginnenden Zeckenzeit steigt das Risiko für den Menschen, bereits zu Jahresbeginn an Erregern zu erkranken", sagt die Professorin Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern und verweist auf die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts. Bereits 142 Borreliose-Infektionen und eine Infektion an FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wurden mit Stand Anfang März 2021 in Bayern registriert.

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Im vergangenen Jahr infizierten sich insgesamt 305 Menschen in Bayern mit FSME und 6.244 mit Borreliose; laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren es 280 FSME-Fälle und 6259 Fälle von Borreliose, die 2020 gemeldet wurden. Der deutliche Anstieg im Jahr 2020 sei nach Angaben des LGL nicht nur auf eine gestiegene Anzahl an Zecken zurückzuführen. Viele Menschen hätten wegen des Corona-Lockdowns bei schönem Wetter mehr Zeit in der Natur verbracht, sagte ein Sprecher der Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Dementsprechend seien sie häufiger Zecken ausgesetzt gewesen. Wie sich die Zahl der gemeldeten Erkrankungen angesichts anhaltender Corona-Einschränkungen im laufenden Jahr entwickelt, könne man nicht prognostizieren, sagte der LGL-Sprecher.

FSME ist von wenigen Landkreisen abgesehen vor allem in Süddeutschland bis hinein nach Hessen, Thüringen und Sachsen verbreitet. Gegen die Krankheit, die unter anderem mit einer Hirnhautentzündung einhergehen kann, gibt es eine Impfung, nicht jedoch gegen die in ganz Deutschland verbreitete Borreliose. Wer sich im laufenden Jahr gegen Corona und FSME impfen lassen will, sollte nach Angaben des Robert Koch-Instituts dabei auf einen Mindestabstand von zwei Wochen zwischen den Impfterminen achten.

Zecken sind Überlebenskünstler

"Zecken sind Überlebenskünstler, die auch längere kalte Phasen gut überstehen können. Was viele nicht wissen: Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern klettern nur bis zu einer Höhe von maximal 1,50 Metern, um sich dann von einem vorbeigehenden Wirt abstreifen zu lassen", so Wöhler. "Daher sollte sich jeder, der jetzt die Natur wieder mehr genießen will, vor ihnen schützen."

Sie empfiehlt zur Vorsorge gegen eine FSME-Infektion die rechtzeitige Impfung für alle, die in Risikoregionen wohnen oder dorthin reisen wollen. Gegen eine von Borreliose-Infektionen gibt es noch keine Impfung. Hier hilft nur Vorsicht, bei einer erfolgten Infektion ist jedoch eine Behandlung mit Antibiotika möglich. 

Grundsätzlich sollten Menschen bei Waldspaziergängen geschlossene Kleidung und Schuhe tragen. Oberteile mit langen Ärmeln und hochgezogene Socken über die Hosenbeine sind für den eigenen Schutz besonders empfehlenswert. Auf jegliche freie Hautpartie sollte darüber hinaus Insektenabwehrmittel aufgetragen werden.

Suchen Sie sich unbedingt vor Zecken ab - wenn möglich auch mit Hilfe

Außerdem ist es trotz schützender Kleidung sinnvoll, nach einem Tag in der Natur den Körper nach Zecken abzusuchen. Nehmen Sie hierzu am besten Ihren Partner oder eine andere nahestehende Person zur Hilfe, um auch die Stellen nach Zecken abzusuchen, die für einen selbst nicht gut einsehbar sind, beispielsweise der Rücken.

Falls es trotz Sicherheitsmaßnahmen zu einem Stich kommt, sollte die Zecke umgehend mit einem eng an der Haut angelegten Hilfsmittel ohne Drehbewegung herausgezogen werden. "Anschließend muss die Einstichstelle gut beobachtet werden. Zeigt sich nach einigen Tagen eine an Größe zunehmende Rötung, sollte man dringend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Denn dann kann eine Borreliose übertragen worden sein, die medikamentös behandelt werden muss", so Wöhler.

Weitere Informationen zur Prävention von Infektionen durch Zeckenbisse: 
über die FSME-Impfung
über die Borreliose-Erkrankung

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