Lancashire
Mutter erlebt "Albtraum"

Kleiner Junge bekommt plötzlich Ausschlag - erst nach einer Woche kann er wieder selbstständig atmen

Der kleine Teddie (17 Monate) verliert wegen einer Infektion fünf Finger- und Zehenspitzen. Seine Eltern danken trotzdem seinem Schutzengel, denn die Sache hätte noch weitaus schlimmer verlaufen können. Teddies Mutter hat ihrem Jungen vermutlich das Leben gerettet - und nun einen wichtigen Appell an alle Eltern.
Kleinkind aus England überlebt Horror-Infektion
Der 17 Monate alte Teddie hat eine schlimme Infektion überstanden - dabei aber Finger- und Zehenspitzen verloren. Foto: Caroline Seidel/dpa

Es ist der Albtraum vieler Eltern. Innerhalb kürzester Zeit verschlechtert sich der Gesundheitszustand des eigenen Kindes - und das ohne ersichtlichen Grund. "Am Tag vorher hat er noch herumgetollt und war einfach ein aufgeweckter kleiner Junge", sagte seine Mutter Zoe Walne (37), als sie gegenüber "Mirror.co.uk" erzählte, wie ihr Junge (17 Monate) seine Finger- und Zehenspitzen verloren hat.

Zoe Walne lebt zusammen mit ihrem Ehemann Duncan Steward (39) sowie den vier gemeinsamen Kindern in Burnley, Lancashire. Angefangen hatte ihr Albtraum mit einem roten Fleck, den sie am Ostersonntag auf der Stirn ihres Jungen entdeckt hatte. Zoe hatte ihren Partner zu Hause in Burnley gelassen, um mit ihrer Mutter spazieren zu gehen. Als sie mit ihrem Sohn bei ihrer Mutter angekommen war, hatten sich die roten Flecken jedoch bereits auf Teddies Bauch ausgebreitet. 

"Teddies Ausschlag war der Beginn eines Albtraums"

Gegenüber dem Mirror erzählte die Mutter: "Als er aufwachte, hatte er einen ungewöhnlichen Ausschlag, aber von da an ging es schnell bergab. Beim Anziehen habe ich einen winzigen, rosafarbenen Fleck auf seiner Stirn bemerkt. Ich dachte, ich frage meine Mutter, was es ist. Aber als wir bei ihr angekommen waren, hatte er den gleichen kleinen Fleck auf dem Bauch. Daraufhin dachte ich: 'Ich rufe einfach beim Notruf an, weil ich mir nicht sicher bin, was das ist'."

Die Frau am Telefon habe ihr jedoch zunächst geraten, den Ausschlag im Auge zu behalten. Sie würde einen Arzt holen, der Zoe in zwei Stunden zurückrufen würde. Nach rund 45 Minuten sah die Stelle in der Nähe seines Halses dann wie ein blauer Fleck aus, berichtet die vierfache Mutter. "Da dachte ich: 'Ich warte nicht'." Sie rief erneut beim Notruf an und beschrieb erneut den Ausschlag. Daraufhin habe die Frau am Telefon sofort einen Krankenwagen geschickt, der wenige Minuten später bereits da war. "

Die Sanitäter haben dann gesagt, mein Sohn Teddie könnte die gefürchtete Meningitis haben", schildert Zoe. Die Meningitis ist eine Infektion der schützenden Membranen, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Sie kann zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung führen, einer sogenannten Septikämie. Teddie bekam Antibiotika und wurde in das Blackburn Hospital gebracht.

Kleiner Junge muss nach Ausschlag in künstliches Koma versetzt werden

Der Ausschlag verfärbte sich aber noch stärker. Im Krankenhaus sagte der behandelnde Arzt zu Zoe dann, dass es "ein Meningitis-Ausschlag wie aus dem Lehrbuch" sei. Die Ärztinnen und Ärzte haben dann so schnell wie möglich gearbeitet, um Teddie zu helfen. "Sie mussten in seine Schienbeinknochen bohren, konnten aber nicht auf die Wirkung der Schmerzmittel warten", schildert die Mutter. "Trotzdem hat er plötzlich angefangen, aus Mund und Nase zu bluten." 

Der Junge wurde auf die Intensivstation des "Manchester Children's Hospital" gebracht und in ein künstliches Koma versetzt. Nach mehr als einer Woche konnte Teddie erst wieder selbstständig atmen. Doch der Körper des Jungen wurde durch die Infektion nicht mit genügend Sauerstoff und Blut versorgt.

"Die Ärzte haben gesagt, dass die Septikämie-Infektion fünf Fingerspitzen und fünf Zehen befallen hat, was bedeutet, dass er sich weiteren Operationen unterziehen muss", erklärte die Mutter. Teddie werde zudem von einem Team plastischer Chirurgen betreut, die sich um die riesigen Blasen kümmern, die sich an den Stellen des Ausschlags gebildet haben. 

"Die Ärzte sagen, ich habe ihm das Leben gerettet" - Eltern sollten auf ihr Bauchgefühl hören

Der Bruder von Zoe hat eine GoFundMe-Seite gestartet, um die Familie finanziell zu unterstützen. Das Ehepaar ist jedoch erstmal glücklich, dass ihr Sohn leben darf. Zoe forderte im Interview mit dem Mirror andere Eltern dazu auf, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Zoe sagte: "Die Ärzte meinten, dass ich ihm das Leben gerettet habe. Hätte ich auf den Rückruf des Arztes gewartet, wäre Teddie jetzt nicht mehr hier." Wodurch die Infektion verursacht wurde, konnten die Ärzte nicht feststellen. 

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