• Fettleber weit verbreitete Krankheit in Deutschland
  • Auch bei schlanken Menschen kann sich eine Fettleber bilden
  • Forscherteam untersucht die Ursachen und kommt zu wichtigen Ergebnissen
  • Max-Planck-Institut veröffentlicht neue Studie

Etwa 20 bis 25 Prozent aller Erwachsenen leiden in Deutschland an einer Fettleber. Die Volkskrankheit ist nicht zu unterschätzen und kann schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen: So erhöht sich etwa das Risiko für Leberentzündungen und Leberkrebs. Betroffene leiden außerdem häufiger an Bluthochdruck oder Herz- und Gefäßkrankheiten. "Eine verfettete Leber beschleunigt zudem die Entwicklung von Typ-2-Diabetes", wie es in einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) heißt.

Neue Studie zur Fettleber: Das wurde bei den Untersuchungen erforscht

Vor allem Personen mit Adipositas sind häufig von der Krankheit betroffen. Mangelnde Bewegung, eine kohlenhydratreiche Ernährung und häufiger Alkoholkonsum begünstigen die Entwicklung einer Fettleber. Doch auch schlanke Menschen können beispielsweise aufgrund von Eiweißmangel eine Fettleber entwickeln. Allerdings gibt es noch weitere Faktoren, die eine solche Erkrankung begünstigen. 

Von besonderer Bedeutung sind dabei die beiden Gene RNF43 und ZNRF3, die in der Wissenschaft bereits aus der Krebsforschung bekannt sind. Bei Patienten mit Darm- oder Leberkrebs waren es genau diese beiden Gene, die mutiert - also genetisch verändert - waren. Welche Rolle RNF43 und ZNRF3 bei Lebererkrankungen spielen, wurde bislang jedoch kaum erforscht. Eine Forschungsgruppe bestehend aus Wissenschaftler*innen des Gurdon Institute und der Universität Cambridge ist dieser Frage nachgegangen. Auch die Forschungsgruppe von Meritxell Huch am Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Zellbiologie und Genetik war an den Forschungen beteiligt.

Konkret wurden die "Mechanismen untersucht, bei denen die Veränderungen in diesen beiden Genen [RNF43 und ZNRF3, Anm. d. Red.] die Entstehung von Lebererkrankungen beeinflussen können", wie das MPI in einer Pressemitteilung erklärt. 

Mutierte Gene als Auslöser einer Fettleber

Die Forschenden verwendeten Mäuse als Tiermodell, zudem wurde mit Daten von Patienten und mit menschlichem Gewebe gearbeitet. Zudem kamen Leberorganoid-Kulturen zum Einsatz, die vom MPI als "dreidimensionale zelluläre Mikrostrukturen aus Hepatozyten, die der Leber in einer Schale ähneln", beschrieben werden.

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Für die Untersuchungen war das von großer Wichtigkeit, wie der Erstautor der Studie, Germán Belenguer, erklärt: "Mit dem Organoid konnten wir Hepatozyten züchten, die nur in diesen Genen mutiert waren, und wir sahen, dass der Verlust dieser Gene ein Signal auslöst, das den Fettstoffwechsel reguliert. Dadurch ist der Fettstoffwechsel nicht mehr unter Kontrolle und es kommt zu einer Anhäufung von Lipiden in der Leber, was wiederum zu einer Fettleber führt." Das aktivierte Signal führe weiterhin zur unkontrollierten Vermehrung der Hepatozyten, den großen Zellen des Lebergewebes. "Beide Mechanismen zusammen begünstigen das Fortschreiten der Fettlebererkrankung und des Krebses", so Belenguer, Postdoktorand in der Gruppe von Meritxell Huch. 

Weiterhin verglichen die Forschenden ihre Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurden, mit Patientendaten in einem öffentlich zugänglichen Datensatz des Internationel Cancer Genome Consortium. Im Fokus standen dabei die Überlebenschancen von Leberkrebspatienten. Es zeigte sich, dass Patienten mit den mutierten Genen RNF43 und ZNRF3 niedrigere Überlebenschancen hatten als die Patienten, bei denen die Gene nicht mutiert waren. 

Weitere Forschungen in Zukunft nötig

Die neuen Erkenntnisse können in Zukunft in vielerlei Hinsicht relevant werden: "Unsere Ergebnisse können dabei helfen, Personen mit einer RNF43/ZNRF3-Mutation zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko haben, eine Fettleber oder Leberkrebs zu entwickeln", erklärt Meritxell Huch.

Die Ergebnisse könnten zudem dabei helfen, die Erkrankung künftig früher zu diagnostizieren: "Angesichts des weltweit alarmierenden Anstiegs von Fett- und Zuckerkonsum könnte es für therapeutische Maßnahmen und das Management der Krankheit wichtig sein, diejenigen Personen zu erkennen, die aufgrund ihrer genetischen Mutationen bereits dazu veranlagt sind, insbesondere in sehr frühen Stadien oder sogar vor Ausbruch der Krankheit."

In Zukunft seien jedoch weitere Studien nötig, um die Wichtigkeit der beiden Gene auch bei weiteren Lebererkrankungen zu erforschen. So könne gezielt Therapeutika entwickelt werden - vor allem für Patienten, die von Natur aus dazu veranlagt sind, die Krankheit zu entwickeln. 

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