Jährlich erkranken in Deutschland rund 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Inzidenzzahlen dieser Erkrankung sind in den meisten Industrieländern aber relativ niedrig. Im Vergleich: Noch vor 30 Jahren waren diese Zahlen doppelt so hoch. Laut dem Onko Internetportal ist dies die größte Erfolgsgeschichte der Krebsprävention.

Die erfolgreiche Entwicklung von HPV-Impfstoffen führt schon jetzt zu einer starken Reduktion der Erkrankungen in den Ländern mit hohen Impfraten. Auch neue Daten aus Schweden zeigen positive Entwicklungen: Frauen, die als Jugendliche eine HPV-Impfung erhalten haben, erkranken seltener an den Gebärmutterhalskrebs.

Neue Daten aus Schweden machen HPV-Impfung zum "Must-Have"

Frauen, die als Jugendliche eine HPV-Impfung erhalten haben, erkranken zu 88% weniger an Krebs. Dies geht aus Ergebnissen einer Auswertung der schwedischen Gesundheits- und Bevölkerungsregister hervor, die im renommierten Fachblatt "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurden. Laut dem Berufsverband für Frauenärtze  stammen die Daten von 1,6 Millionen Mädchen und Frauen aus den Jahren 2006 bis 2017. 

Dem Präsidenten des Berufsverbandes der Frauenärzte Dr. med. Christian Albring zufolge, schützt die HPV-Impfung vor einer Infektion mit den gefährlichen "Humanen Papilloma-Viren". Außerdem schützt sie auch vor den Krebsvorstufen.

Die Ergebnisse der Auswertungen zeigten, dass von 518.319 Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag geimpft wurden, nur 19 an einem Krebs des Gebärmutterhalses erkrankten. Von den 528.347 ungeimpften Frauen der Auswertung erkrankten dagegen 538 Frauen. Albring betont deshalb: „Die Impfung gegen Krebs ist keine Pflicht. Aber sie ist ein Must-have“.

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs eigentlich?

Gebärmutterhalskrebs, oder auch Zervixkarzinom, entsteht durch die maligne Entartung des Gebärmutterhalses. Der bekannteste und entscheidenste Risikofaktor für diese Entartung ist eine Infektion mit den sogenannten "humanen Papillomaviren", kurz "HPV". Das Virus wird durch Sexualkontakte übertragen. 

Bei den meisten Menschen kommt es während ihres Lebens durch sexuelle Kontakt zu einer HPV-Infektion. Es existieren mehr als 200 bekannte, verschiedene HPV-Typen. Aber nicht jeder Typ kann eine maligne Entartung der Zellen am Gebärmutterhals auslösen. Je nach Virus-Typ können bestimmte Infektionen auch unbemerkt und folgenlos von alleine ausheilen. Bei anderen kann das Virus aber auch dauerhaft nachweisebar bleiben und zu harmlosen Warzen oder auch zu mehr oder weniger bösartigen Zell- und Gewebsveränderungen  führen. Dies kann den Gebärmutterhals, Schamlippen, Scheide, Penis, After oder auch Mund-Rachen-Bereich betreffen.

Im Normalfall kann das Immunsystem eines Menschen gegen eine Infektion mit einem humanen Papillomavirus erfolgreich ankämpfen. Auch Menschen, bei denen eine Infektion länger anhält, entsteht nur bei sehr wenigen Menschen eine Krebsvorstufe oder Krebs. Alle Arten der Zellveränderungen können durch den sogenannten "Pap-Abstrich" beim Frauenarzt nachgewiesen werden. Eine regelmäßge Untersuchung wird deshalb dringend empfohlen.

Frühe Impfung empfohlen

Es wird empfohlen, dass Kinder - Mädchen wie Jungen - zwischen 9 und 14 Jahren gegen eine HPV-Infektion impfen zu lassen. Der Schutz ist umso zuverlässiger, je früher die Impfung erfolgt. Auf jeden Fall soll diese aber vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Die Impfung wird bis zum 18.Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen.

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Durch stetige Weiterentwicklung der Impfstoffe, sind die modernen Impfstoffe den bisher verwendeten deutlich überlegen. Sie enthalten viele Antigene von neuen Virustypen, weshalb ein umfassenderer Schutz geboten werden kann und weitere Erfolge in der Krebsprävention erwartet werden können. 

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