Starker Schwindel, Luftnot bei Belastung, Brustschmerzen, Schwächegefühl, Schmerzen in den Beinen beim Laufen oder einfach das Gefühl, das Herz zu "spüren": Bei solchen Symptomen ist die Empfehlung von Experten eindeutig. "Gleich zum Arzt gehen und in einem akuten Fall den Notarzt rufen", sagen Samir Murad, Chefarzt für Kardiologie und Innere Medizin des Klinikums Forchheim Fränkische Schweiz, und Wolfgang Dratz, niedergelassener Arzt mit Schwerpunkt Kardiologie in Forchheim.

Die beiden Mediziner beantworten alle Fragen rund um die Themen Herzerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall bei einer Telefonaktion dieser Zeitung am Dienstag, 15. September. Von 16.30 bis 18.30 Uhr erfahren die Anrufer aus erster Hand alles über Warnzeichen, Diagnose und Therapie von Erkrankungen unseres wichtigsten Organs.

So erreichen Sie unsere Experten

Dr. Samir Murad ist Chefarzt der Inneren Medizin/Kardiologie/Elektrophysiologie am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Bei unserer Telefonaktion ist er unter der Nummer 0951/188-221 zu erreichen.

Dr. Wolfgang Dratz ist niedergelassener Arzt mit fachärztlicher internistischer Praxis mit dem Schwerpunkt Kardiologie in Forchheim. Er ist bei unserer Telefonaktion unter 0951/188-226 zu erreichen.

Drei Milliarden Schläge

Das Herz ist der Motor des Körpers und der wichtigste Muskel. Im Laufe eines Lebens schlägt es rund drei Milliarden Mal und pumpt das Blut durch den Körper. Daher verursachen gerade Erkrankungen des Herzens oft ernstzunehmende Folgen. "Die häufigste Herzrhythmusstörung ist Vorhofflimmern", sagen die Mediziner Murad und Dratz. Etwa 1,8 Millionen Menschen leiden deutschlandweit darunter. "Es ist nicht lebensbedrohlich, aber die Folgeschäden sind gravierend, insbesondere ein Schlaganfall infolge von erhöhter Blutgerinnselbildung. Mindestens 15 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen."

Ablation als Alternative

Ausgelöst wird es durch fehlgeleitete elektrische Impulse, die von den Lungenvenen ausgehen. Für die Behandlung von Vorhofflimmern, dessen Auftreten mit fortgeschrittenem Lebensalter überproportional ansteigt, werden zuerst Maßnahmen zur positiven Beeinflussung der bekannten Risikofaktoren - Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus, Übergewicht - sowie spezifische Medikamente gegen Herzrhythmsstörungen eingesetzt.

Murad und sein Team mit acht Kardiologen wenden seit rund zehn Jahren alternativ die Katheterablation an. Im aktuellen Klinikvergleich des "Klinikchecks" - ein gemeinsames Projekt der Nürnberger Zeitung und des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement der Universität Nürnberg - wurde die Kardiologie in Ebermannstadt als "Top Performer" bei den Herzschrittmacherimplantationen wie auch bei den Defibrillatorimplantationen bewertet.

Hohe Erfolgsquote

"Ablation" steht für das Veröden von Körpergewebe. "Während der 2,5-stündigen Operation werden dem schlafenden Patienten über die Leistenvene steuerbare Katheter eingeführt, die an der betreffenden Herzinnenwand eine Verödungslinie setzen", sagt Murad.

Nach einem Jahr seien 70 bis 85 Prozent der Patienten nach dem standardisierten Katheterablationsverfahren frei von Vorhofflimmern. Bei der herkömmlichen medikamentösen Therapie lägen die Chancen bei 30 bis 50 Prozent.

Enge Gefäße bereiten Schmerzen

Auch die Koronare Herzerkrankung (KHK) gehört zu den häufigen Herzerkrankungen. In Deutschland sind davon rund sechs Millionen Menschen betroffen. KHK entsteht, wenn Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) das Herz am Pumpen hindern. Die Gefäßverengung führt im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt.

Betroffene wissen oft gar nichts von ihrer Erkrankung: Der Körper reagiert erst dann mit Schmerzen, wenn die Gefäße bereits stark verengt sind.

Längere Aussetzer im Alter

Etwa 1,8 Millionen Deutsche haben mit der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu kämpfen. In diesem Fällen pumpt das Herz nicht mehr ausreichend stark. Den Zellen mangelt es an Sauerstoff, was bei Erkrankten einen Leistungsabfall mit sich bringt. Sie leiden an Erschöpfung und Atemnot.

Neben dem Vorhofflimmern gibt es speziell im Alter eine weitere Rhythmusstörung: Aufgrund von Abnutzungserscheinungen schlägt das Herz älterer Menschen manchmal sehr langsam. Auch längere Aussetzer kommen vor.

Wenn das Herz länger als fünf Sekunden aussetzt, kann es gefährlich werden. Die Diagnose wird mit einem Langzeit-EKG erstellt. Unter Umständen wird ein Schrittmacher eingesetzt, der einspringt, wenn das Herz aus dem Takt gerät.

Welche Probleme und Fragen auch immer es rund ums Herz gibt, was im Notfall zu tun ist, wie Diagnose und Therapie ablaufen: Antworten bekommen Interessenten bei unserer Telefonaktion. Die Anrufe sind kostenlos und werden auf Wunsch anonym behandelt.