Einen Kräutertee bei Erkältung, bei Bauchschmerzen oder bei Übelkeit - für jede Beschwerde gibt es den passenden Tee. Viele wissen aber gar nicht mehr, welche Wirkung wirklich in den Pflänzchen steckt.
Kräuter werden seit Jahrtausenden von uns Menschen bei den unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt. Man möchte meinen, es gibt keine Krankheit, die nicht durch einen Kräutertee geheilt werden kann. Dabei muss man nicht lange suchen, um wirkungsvolle Heilmittel zu finden, oft reicht schon der Blick in den eigenen Garten. Wir verraten dir, welche Wirkung (heimische) Kräuter haben und wie du sie richtig als Tee zubereiten kannst.
Hinweis: Zur besseren Orientierung haben wir die Kräuter in diesem Artikel nach ihrer Hauptwirkung sortiert. Aber die meisten können deutlich mehr als nur eine Sache. Ein Blick in jede Kategorie lohnt sich also. Und oft wirken sie in Kombination sogar noch besser.
Heilkräuter: eine in Vergessen geratene Kunst
Heilkräuter haben heutzutage bei vielen Menschen ein Imageproblem, nicht selten gilt die Annahme, dass "natürlich" gleich "schwach" bedeutet. Dabei ist dieser Gedanke mehr als unbegründet, jahrtausendelang war man nur auf natürliche Heilmittel angewiesen. Ob im alten Ägypten, in der Antike oder im Mittelalter – Kräuter sind seit jeher ein fester Bestandteil der Medizin. Und auch heute bilden sie immer noch die Basis vieler moderner Medikamente. Das Tolle: Viele der wirksamsten Heilkräuter lassen sich problemlos im eigenen Garten anpflanzen.
In Deutschland allein gibt es über 400 Heilpflanzen und 75 verschiedene kultivierte Arten.
Heilkräuter werden seit über 50.000 Jahren genutzt, um Beschwerden zu lindern. Das erste schriftliche Zeugnis aus Mesopotamien ca. 3000 v. Chr. Auch beim berühmten Gletschermann Ötzi fand man mehrere potentiell medizinisch wirksamen Pflanzen in seiner Ausrüstung.
In Deutschland zählt die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098–1179) zu den berühmtesten Vertrern der Kräuterkunde. Sie dokumentierte über 200 Gewürze, Kräuter und Heilpflanzen. Ihr Werk "Physica" enthält beinahe 2000 Rezepte für die Gesundheit.
Zu den intensiv angebauten Kulturen gehören Kamille, Dill, Basilikum, Anis, Fenchel und Zitronenmelisse.
Jedes Jahr wird die Arzneipflanze des Jahres gekürt. Im Jahr 2025 konnte die Schafgarbe diesen Titel für sich beanspruchen.
Heilpflanzen enthalten eine komplexe Mischung vieler Wirkstoffe. Wirksam sind dabei vor allem ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Im Gegensatz dazu basieren synthetische Medikamente meist auf einzelnen, hochdosierten Wirkstoffen. Eine solche Tablette hat den Vorteil, dass sie innerhalb nur weniger Minuten gezielt Beschwerden lindern kann. Eine Pflanze wirkt durch ihre vielen niedrig dosierten Wirkstoffe langsamer, aber dafür breit gefächert. Hinzu kommt, dass Heilpflanzen in den meisten Fällen sehr gut verträglich sind und unabhängig von der Dosierung und Einnahmedauer nur wenig Risiko für Nebenwirkungen bergen.
Weshalb vertrauen so viele Ärzte also nur auf synthetische Medikamente?
Kräutertee, Joghurtwickel und Zwiebelsäckchen - wer kennt sie nicht? Wissen über Naturmedizin hat in der deutschen Kultur einen festen Platz und die meisten von uns haben solche Hausmittel bereits in der Kindheit kennengelernt. Trotzdem sind Heilkräuter in Arztpraxen und Klinikennur selten Thema, aber warum eigentlich?
Experten vermuten, dass das sowohl auf wirtschaftlichen Interessen als auch auf die Skepsis gegenüber Heilpflanzen und Naturheilkunde zurückzuführen ist. Pflanzenwirkstoffe sind schwer patentierbar und die fehlende Finanzierung führt dazu, dass viele pflanzliche Heilmittel nicht in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit geprüft wurden. Ärzte setzen in der Regel auf belegbare Fakten und nicht auf Erfahrungsberichte. Erschwerend kommt hinzu, dass ohne eine gute Studienlage auch die Beratung durch die Ärzte bezüglich Nebenwirkungen, Dosierung und Wirkung nicht gegeben ist.
Gleichzeitig ist aber zu beobachten, dass das Interesse an natürlichen Heilmitteln immer weiter steigt. Die Homöopathieabteilung in Apotheken wird immer größer und Heilpraktiker berichten vermehrt von einem Wunsch zurück zur Naturmedizin. Ein "Wegignorieren" seitens der klassischen Schulmedizin ist also keine Lösung.
Es ist wichtig zu wissen, welche Heilkräuter wie wirken und wofür sie eingesetzt werden. Schließlich kann ein einfacher Kräutertee bei einer Vielzahl von Beschwerden echte Linderung bringen. Wir stellen dir einige der wirkungsvollsten Heilkräuter vor.
Verdauungs- & Magenbeschwerden
Pfefferminze
Die Pfefferminze (Mentha x piperita) wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und gallenflussfördernd. Sie entspannt die Muskulatur im Magen-Darm-Bereich und besitzt zudem antimikrobielle und antivirale Eigenschaften.
Pfefferminzöl hat sich bei einer ganzen Reihe von Beschwerden bewährt: Spannungskopfschmerzen, Erkältungssymptome, Juckreiz, Nesselsucht oder schmerzhafte Hautreizungen. Auch bei Mundschleimhautentzündungen, Ekzemen, rheumatischen Beschwerden oder Quetschungen kann Minzöl Linderung verschaffen. Und dank des Mentholgehalts eignet es sich wunderbar zum Inhalieren bei verstopfter Nase.
Als Tee spielt Pfefferminze ihre Stärken vor allem bei Verdauungsbeschwerden aus. Blähungen, Reizdarm oder krampfartige Beschwerden im Bereich von Gallenblase und Gallenwegen können durch eine Tasse Pfefferminztee gelindert werden. Außerdem werden dem Pfefferminztee potenziell neuroprotektive Eigenschaften zugeschrieben, die Gedächtnis und Aufmerksamkeit fördern können.
Pfefferminztee ist in der Regel gut verträglich. Magenempfindliche Personen reagieren gelegentlich mit Beschwerden – am besten einfach ausprobieren und auf den eigenen Körper hören.
Fenchel
Fenchel (Foeniculum vulgare) ist ein Klassiker unter den Hausmitteln. Schon in der Antike wurde er bei Verdauungsstörungen, Blähungen und Husten eingesetzt. Die ätherischen Öle Anethol und Fenchon bringen einen trägen Darm wieder in Schwung und wirken in höherer Konzentration krampflösend. Dazu liefert Fenchel beachtliche 245 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm.
Als Tee hilft er bei Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Menstruationsschmerzen und kann Husten lindern. Als Gurgellösung kann er Halsschmerzen beruhigen, als Spülung sogar bei Augenschmerzen und Bindehautentzündungen helfen. Wer Fenchel im Garten hat, ist also auf der sicheren Seite. Beim Sammeln in der Natur ist allerdings Vorsicht geboten, denn es besteht Verwechslungsgefahr mit anderen Doldengewächsen. In Einzelfällen können allergische Reaktionen der Haut oder Atemwege auftreten.
Anis
Ursprünglich stammt Anis (Pimpinella anisum) aus Vorderasien, hat sich aber längst in europäischen Gärten heimisch gemacht. Die in den Früchten enthaltenen ätherischen Öle stärken schon in kleinen Mengen die körpereigene Abwehr, fördern die Durchblutung und regen die Verdauung an.
Anis wirkt schleimlösend, bakterienhemmend und entkrampfend. Als Tee hilft er bei Blähungen, Magenkrämpfen und allgemeinen Verdauungsbeschwerden. Bei Bronchitis löst er festsitzenden Schleim. Und auch bei Schlafstörungen kann eine Tasse Anistee wohltuend wirken.
Anis ist gut verträglich, Allergiker gegen Doldenblütler sollten aber aufpassen. In seltenen Fällen können Reaktionen auftreten, besonders bei Asthmatikern. Für Säuglinge und Kleinkinder ist Anis nicht geeignet.
Kümmel
Schon die alten Ägypter wussten ihn zu schätzen: Der Kümmel (Carum carvi) gehört zu den ältesten Heilpflanzen überhaupt. Im Mittelalter wurde er dann auch in Klostergärten in Europa verstärkt angebaut, um seine vielfältigen gesundheitlichen Vorteile zu nutzen.
Heute wird Kümmel neben der Verwendung als Gewürz hauptsächlich für seine verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt. Die ätherischen Öle, allen voran Carvon und Limonen, wirken krampflösend. Vor allem zur Linderung von Blähungen, Völlegefühl und leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden hat sich Kümmel deshalb als Heilmittel in vielen Haushalten etabliert. Neben Tee kann er auch als Salbe auf den Bauch eingerieben werden. Ein bewährter Trick, der übrigens auch bei den Kleinsten funktioniert.
Beruhigung & Schlaf
Baldrian
Baldrian (Valeriana officinalis) wird seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendet. Gegen Gicht, Pest und als Wurmmittel sollte er einst helfen. Heute hat sich sein Einsatzgebiet deutlich eingegrenzt, dafür aber bewährt. Denn seit dem 18. Jahrhundert weiß man: Die Wurzel wirkt beruhigend, fördert den Tiefschlaf und hilft dabei, innere Anspannung abzubauen.
Als Tee ist Baldrian deshalb eine gute Wahl bei Schlafstörungen und nervöser Unruhe. Zusätzlich hat er einen wichtigen Vorteil gegenüber chemischen Schlafmitteln, denn er macht nicht abhängig und kann (meist) ohne Nebenwirkungen eingenommen werden. Und auch tagsüber kann eine Tasse helfen, wenn der Stresspegel steigt.
Lavendel
Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, fühlt sich der Lavendel (Lavandula angustifolia) heute auch in deutschen Gärten wohl. Er bevorzugt warme Standorte und durchlässige Böden. Hobbygärtner können sich (je nach Sorte) von Juni bis November an den lila Blüten erfreuen.
Auch Königin Elisabeth I. von England kannte die beruhigende Wirkung von Lavendel und trank häufig Lavendeltee gegen ihre Migräne. Seit dem späten 19. Jahrhundert hat er seinen festen Platz unter den Heilpflanzen und ist heute sogar offiziell als Arzneimittel gegen innere Unruhe und Stress zugelassen.
Als Tee wird er vor allem abends getrunken, um zur Ruhe zu kommen und besser einzuschlafen. Die beruhigende Wirkung entfaltet sich aber nicht nur innerlich. Auch ein Duftsäckchen neben dem Kopfkissen oder ein paar Tropfen Lavendelöl im Badewasser können helfen. Seine Wirkung sollte man nicht unterschätzen: Bei Stress schüttet der Körper vermehrt das Hormon Kortisol aus. Und bereits fünf Minuten am Lavendelduft zu schnuppern lässt den Kortisolspiegel wieder sinken.
Zitronenmelisse
Wenn die Gedanken nicht zur Ruhe kommen wollen, ist Zitronenmelisse (Melissa officinalis) eine gute Wahl. Sie gilt als sanftes Mittel bei allen nervösen Störungen. Die Melisse beeinflusst Neurotransmitter im Gehirn, die für Entspannung sorgen. Ihre ätherischen Öle und die enthaltene Rosmarinsäure schützen die Nervenzellen. Das kann die Konzentration unterstützen und den Fokus in stressigen Situationen verbessern. Vor Prüfungen kann eine Tasse Zitronenmelissentee also Wunder wirken.
Zusätzlich wirkt sie krampflösend und entzündungshemmend. Sie lindert auch Magen-Darm-Beschwerden und kann bei Erkältungen und Kreislaufschwäche helfen. Sogar ein positiver Einfluss auf Herpes-Viren wird ihr nachgesagt. Ob als Tee oder Tinktur, ist Melisse im Allgemeinen sehr gut verträglich. Bei einer Allergie gegen Lippenblütler solltest du allerdings vorsichtig sein.
Atemwege & Erkältung
Echter Thymian
Der Echte Thymian (Thymus vulgaris) hilft bei Erkältungen, Atemwegsbeschwerden, Zahnfleischentzündungen, Hautunreinheiten, Verdauungsproblemen und sogar bei leichten Depressionen. Das Kraut gilt außerdem als Klassiker bei Husten oder Heiserkeit, denn es löst den Schleim und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus.
Anwendbar ist Thymian als Tee, Sud, im Bad, als Wickel oder auch als Bonbon. Thymian verdankt seine Heilkraft vor allem dem ätherischen Öl und den Wirkstoffen Thymol und Carvacrol. Diese wirken antibakteriell, antiviral und antifungal, weshalb Thymian auch als natürliches Antibiotikum gilt. Thymian ist meist gut verträglich. Bei Allergien gegen Lippenblütler ist jedoch Vorsicht geboten, und das ätherische Öl sollte nicht unverdünnt angewendet werden.
Wilde Malve
Sogar Karl der Große verfügte einst, dass die Malve in allen kaiserlichen Gärten angebaut werden sollte. Und die Wilde Malve (Malva sylvestris) hat sich diesen guten Ruf bis heute bewahrt. Dank ihrer geringen Ansprüche und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten wird die Malve bis heute als Zier-, Heil- und Küchenpflanze geschätzt. Sie ist reich an Schleim- und Gerbstoffen, Flavonoiden und ätherischen Ölen und wirkt deshalb reizlindernd sowie entzündungshemmend.
Als Tee hilft sie bei Husten und Halsschmerzen, beruhigt den Magen und eignet sich zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Die natürlichen Schleimstoffe der Malve legen sich dabei wie ein schützender Film über gereizte Schleimhäute. Äußerlich kommt Malvensalbe bei Insektenstichen und kleinen Schürfwunden zum Einsatz. Oben drauf bringt sie mit ihren lila Blüten auch einen willkommenen Farbklecks in den eigenen Garten.
Entzündungen & Hautleiden
Brennessel
Im Garten macht man lieber einen Bogen um sie, aber als Tee zeigt die Brennnessel (Urtica dioica), was wirklich in ihr steckt. Sie wirkt harntreibend, entzündungshemmend und stoffwechselanregend und steckt zusätzlich voller Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen sowie Vitamin A und C.
Als Tee wird sie vor allem für ihre durchspülende Wirkung geschätzt. Brennesseltee regt die Nierentätigkeit an, fördert die Durchspülung von Blase und Harnwegen und hilft bei Wassereinlagerungen. Deshalb schwören viele auf die Brennnessel als klassische Frühjahrskur zur Entgiftung von Leber und Nieren.
Bei leichten Harnwegsinfekten und auch bei rheumatischen Beschwerden und Arthrose kann die Brennessel schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Bei Hautunreinheiten und zur Stärkung der Haare kommt ihr hoher Gehalt an Silizium und Eisen zugute. Sogar bei Heuschnupfen kann sie helfen, da sie die Histaminfreisetzung hemmen kann.
Die Brennesselwurzel ist ein natürliches Heilmittel bei gutartiger Prostatavergrößerung. Wer blutverdünnende Medikamente nimmt oder Nierenprobleme hat, sollte vor einer Kur aber kurz mit dem Arzt sprechen, da die Brennnessel den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann.
Echte Allrounder
Echte Kamille
Wenn es ein Kraut gibt, das in keiner Hausapotheke fehlen sollte, dann ist es wohl die Echte Kamille (Chamomilla recutita oder Matricaria chamomilla). Sie gehört zu den vielseitigsten Heilpflanzen überhaupt: entzündungshemmend, krampflösend, wundheilungsfördernd, antibakteriell und geruchsbindend.
Äußerlich angewendet ist Kamille seit Generationen ein bewährtes Mittel bei Haut- und Schleimhauterkrankungen. Du findest sie in Wund- und Heilsalben, und als Zusatz für Bäder oder Spülungen hilft sie bei Entzündungen und Pilzerkrankungen. Als Tee entfaltet sie ihre Wirkung vor allem im Magen-Darm-Bereich: bei Sodbrennen, Gastritis oder Magengeschwüren, bei Blähungen, Bauchkrämpfen oder Durchfall. Aber auch Entzündungen im Mund- und Rachenraum, wie etwa Aphthen oder Zahnfleischentzündungen, lassen sich damit lindern.
Neben den körperlichen Beschwerden kann Kamille auch psychisch eine eindrucksvolle Wirkung entfalten. Ihre besänftigenden Eigenschaften machen sie zu einer guten Option bei Nervosität, innerer Unruhe und Schlafstörungen. Bei der Anwendung sind keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt. Nur wenn du allergisch auf Korbblütler reagierst, solltest du vorsichtig sein.
Echter Salbei
Echter Salbei (Salvia officinalis) ist eine von über 900 verschiedenen Salbeiarten. Die enthaltenen Öle und Gerbstoffe töten Keime ab, hemmen Entzündungen, lösen Krämpfe und wirken schweißhemmend. Deshalb wird das Kraut bei zahlreichen Magen- und Verdauungsproblemen sowie bei starkem Schwitzen empfohlen.
Außerdem kann Salbei den Nüchternblutzucker und das Gesamtcholesterin senken. Äußerlich angewendet kann er auch bei Hautentzündungen helfen. Salbei wirkt beruhigend und ausgleichend auf die Psyche – bei Stress oder Anspannung kann er wohltuend sein. Außerdem sagt man ihm nach, Gedächtnis und Konzentration zu fördern.
Verwende Salbei aber niemals zu hoch dosiert. Bei mehr als 15 Gramm Salbeiblättern pro Tag oder über einen längeren Zeitraum hinweg spricht man von einer Überdosierung. Die ätherischen Öle von Salbei enthalten nämlich das Nervengift Thujon, das bei einer Überdosierung toxisch ist und Nebenwirkungen wie Erbrechen, Herzrasen, Hitzegefühl, Schwindel oder gar epilepsieähnliche Krämpfe auslösen kann. Im Tee ist das unbedenklich, aber man sollte auch diesen nicht länger als eine Woche am Stück trinken.
Zubereitung: So machst du die wirksamen Kräutertees richtig
Damit die Heilkräuter ihre Wirkung richtig entfalten können, sollte man bei der Teezubereitung ein paar Dinge beachten. Je nach Pflanze unterscheiden sich Ziehzeit und Dosierung. Einfach heißes Wasser drübergießen reicht also meist nicht. Aber keine Sorge: Wer sich das nicht antun möchte, findet jeden dieser Tees auch fertig im Supermarkt. Wenn du die Rohprodukte kaufen willst, solltest du darauf achten, dass sie Bio-Qualität haben.
Für die Zubereitung eignen sich selbst befüllbare Teebeutel oder ein Teesieb. Durch Zerdrücken oder Zerkleinern entfalten die ätherischen Öle der Kräuter ihre Wirkung besonders gut, ein Mörser ist also auch praktisch. Alternativ können Kräuter und Samen auch anders zerdrückt werden. Zucker, Honig oder andere Süßungsmittel sollten immer erst hinzugegeben werden, wenn der Tee Trinktemperatur erreicht hat. Du kannst natürlich auch Tees mischen und eine noch größere Heilwirkung erreichen.
Verdauungs- & Magenbeschwerden
Pfefferminztee: 1 EL zerkleinerte Blätter (frisch oder getrocknet) mit 150 ml kochendem Wasser übergießen (die Pflanze hat den höchsten Wirkstoffgehalt im Juni/Juli). Zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, damit die ätherischen Öle nicht entweichen. Um den Tee noch zu verfeinern, kannst du auch Zitronensaft hinzugeben, dieser hat ebenfalls antibakterielle Eigenschaften. Den Saft aber erst hinzugeben, wenn der Tee Trinktemperatur hat.
Fencheltee: 1 TL Fenchelsamen im Mörser zerkleinern und mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Den Tee abgedeckt etwa 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Fenchel hat einen sehr kräftigen Geschmack, deshalb empfiehlt es sich, mit Honig zu süßen.
Anistee: 1 bis 2 TL Anissamen im Mörser zerkleinern und mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Den Tee abgedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Auch dieser Tee schmeckt mit Honig verfeinert besonders gut.
Kümmeltee: 1 bis 2 TL Kümmelsamen im Mörser zerkleinern und mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Abgedeckt für etwa 10 Minuten ziehen lassen.
Beruhigung & Schlaf
Baldriantee: 2 bis 3 Gramm gehackte Baldrianwurzel oder 1 TL der getrockneten Blätter mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen. Den Tee etwa 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.
Lavendeltee: 2 gehäufte TL getrocknete Lavendelblüten (Den höchsten Gehalt an heilsamen Inhaltsstoffen besitzt das Kraut kurz bevor sich die kleinen Blüten voll entfalten) mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen. Den Tee abgedeckt für 8 bis 10 Minuten ziehen lassen.
Zitronenmelisse: 2 TL getrocknete Zitronenmelisse oder ca. 5 zerkleinerte, frische Blätter (die Pflanze hat den höchsten Wirkstoffgehalt kurz bevor sie im Juni/Juli zu blühen beginnt) mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen. Den Tee abgedeckt für 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.
Atemwege & Erkältung
Thymiantee: 1 EL frische Thymianblätter oder 1 TL getrocknete Thymianblätter mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen und abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen. (Die Pflanze hat Ende Mai bis Juni, kurz vor Beginn der Blüte, den höchsten Wirkstoffgehalt.)
Malventee: Bei der Heilpflanze wird ein Kaltauszug empfohlen, da die wertvollen Schleimstoffe sehr hitzeempfindlich sind. Im Sommer kann man die Blüten und Blätter ernten. 2 TL Malvenblüten oder eine Mischung aus Blüten und Blättern mit 250 ml kaltem Wasser übergießen und unter gelegentlichem Umrühren für mindestens fünf Stunden ziehen lassen. Dann durch ein Sieb abgießen und lauwarm auf Trinktemperatur erhitzen.
Entzündungen & Hautleiden
Brennnesseltee: Eine Handvoll frische Brennnesselblätter oder 2 bis 3 EL getrocknete zerkleinerte Blätter mit 500 ml kochendem Wasser übergießen. (Die Pflanze hat von März bis Mai, kurz vor Beginn der Blüte, den höchsten Wirkstoffgehalt. Den Tee für etwa 3 bis 5 Minuten abgedeckt ziehen lassen.)
Allrounder
Kamillentee: 1 EL getrocknete Kamillenblüten (Der Wirkstoffgehalt ist zwischen dem dritten und fünften Tag nach dem Aufblühen optimal) mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen. Den Tee 10 Minuten lang abgedeckt ziehen lassen.
Salbeitee: Um Magen-Darm- oder Erkältungsbeschwerden zu lindern, übergieße 1,5 bis 2 Gramm getrocknete, zerkleinerte Salbeiblätter (am besten kurz vor der Blütezeit im Juni ernten) mit 150 ml kochendem Wasser. Lass den Teee 5 Minuten zugedeckt ziehen. Um ihn zum Gurgeln zu nutzen, übergieße 2,5 bis 3 Gramm getrocknete, zerkleinerte Salbeiblätter mit 150 ml kochendem Wasser und lasse den Tee 10 Minuten ziehen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel soll lediglich einen Überblick über die Wirkungsweise von Heilkräutern geben und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei jeglichen Krankheitssymptomen solltest du deinen Hausarzt aufsuchen und eine Einnahme von Kräutern mit diesem abklären.