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Gesundheit

Grauer Star: Operation bald nicht mehr nötig? Forscher machen Entdeckung

An der Universität Graz haben Forscher die Entstehung der Augenkrankheit Grauer Star untersucht. Dabei legten sie den Grundstein für potenzielle neue Behandlungsmethoden. Operationen könnten in Zukunft ersetzt werden.
 
Grauer Star bald ohne Operation heilbar?
Ist ein Grauer Star in Zukunft auch ohne Operation behandelbar? Symbolbild: analogicus/pixabay.com
  • Grauer Star: Die Augenkrankheit ist in Deutschland weit verbreitet
  • Forscher entdecken Ursache für Entstehung der Augenkrankheit
  • Lässt sich eine Operation bald vermeiden?

Der Graue Star gehört zu den Volkskrankheiten schlechthin. Im Alter zwischen 52 und 64 Jahren haben 50 Prozent der deutschen Bevölkerung einen grauen Star. Allerdings macht sich die Sehstörung nicht bei jedem bemerkbar. Zwischen 65 und 75 Jahren sind weltweit mehr als 90 Prozent der Menschen betroffen, wobei nur die Hälfte unter einer aktiven Beeinträchtigung des Sehvermögens leidet, sofern das 75. Lebensjahr erreicht wurde.

Grauer Star: Forscher entdecken Ursache für Augenkrankheit

Zusammen mit internationaler Unterstützung haben es sich die Forscher der Universität Graz zur Aufgabe gemacht, die molekularen Vorgänge bei der Entstehung von Grauem Star zu untersuchen. Ausschlaggebend sei dabei die altersbedingte Verschiebung des Gleichgewichts der Linsenproteine, heißt es im Forschungsbericht der Universität, welcher im medizinischen Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde. Dadurch käme es zu ein Verklumpung der Proteine und somit zu einer Trübung der Linse. 

Diese Erkenntnis würde laut Forschungsbericht entgegen der vorherrschenden Annahme stehen, dass die Fehlbildung von Linsenproteinen für den grauen Star verantwortlich sei. "Entgegen der vorherrschenden Annahme, haben wir herausgefunden, dass die Verklumpung nicht durch eine Abnahme an schützenden Alpha-Kristallin Proteinen verursacht wird“, beschreibt Tobias Madl, vom Gottfried Schatz Forschungszentrum der Med Uni Graz, das erste überraschende Ergebnis.

Grauem Star: Neue Behandlungen bald möglich?

Um Augenkrankheiten zu behandeln, ist es wichtig die molekularen Grundlagen zu verstehen. Ihre Erkenntnisse konnten die Wissenschaftler der Universität Graz mittels Röntgenkleinwinkelstreuung (SAXS) gewinnen. Im Labor wurde  die Zusammensetzung und Trübung der Augenlinsen von jungen und alternden Mäusen mit und ohne Veranlagung zum Grauen Star untersucht. 

Dabei stellten die Forscher fest, dass das Proteingleichgewicht aus Alpha-, Beta- und Gamma-Kristallinen ausschlaggebend dafür sei, wie stark ein Grauer Star ausgeprägt ist. "Mittels SAXS konnten wir zum ersten Mal sogar die innere Struktur der Kristalline in intakten Augenlinsen aufklären. Damit haben wir eine Technologie entwickelt die es ermöglicht, die genaue Wirkungsweise von Therapeutika für Grauen Star zu untersuchen", so Mandl. Außerdem könne sich der Forscher vorstellen, dass sich dadurch neue Alternativen zu Operationen entwickeln lassen könnten. 

Fazit: Studie betreibt Grundlagenforschung für Grauen Star

Bisher gibt es keine Medikamente, die gegen einen Grauen Star helfen. Sollte die Einschränkung des Sehvermögens schon weit fortgeschritten sein, so ist eine wirksame Behandlung nur in Form einer Operation möglich.

Dies wird auch nach den Forschungsarbeiten der Universität Graz so bleiben. Allerdings konnten die Ergebnisse zeigen, dass die Verhinderung der Verklumpung von Augenlinsenproteinen eine neue pharmakologische Strategie für Patienten mit Grauem Star darstellen könnte. Bis zur Entstehung eines Medikaments wird es nach Einschätzung von Thomas Mandl allerdings noch einige Zeit dauern: "Die Entwicklung auf darauf beruhenden Wirkstoffen wird noch ein weiter Weg, unsere Ergebnisse zeigen aber, dass die Grundlagenforschung essenzielle Impulse für Innovationen setzt.“

Wer seinen Augen etwas Gutes tun will, der kann auch auf bestimmte Lebensmittel zurückgreifen. Hier erfahren Sie, welche Lebensmittel und Nährstoffe Ihre Sehkraft unterstützen und Augenkrankheiten vorbeugen.

aa