• Wissenswertes rund um die Fettleber
  • Studie: Zusammenhang zwischen der Schlafqualität und der Fettleber
  • Fazit

Lange Zeit blieb sie unentdeckt, obwohl sie eine sehr häufige Erkrankung ist: Die Fettleber, auch Steatosis hepatis genannt. In der bisherigen Forschung wurden bereits einige Risikofaktoren für das Leberleiden festgestellt. Welche Rolle der Schlaf bei der Erkrankung spielt, verraten wir dir.

Das Krankheitsbild der Fettleber

In Deutschland ist die Fettleber ein sehr häufig vorkommendes Krankheitsbild. Doch nicht nur in den westlichen Industrienationen nimmt die Anzahl der an einer Fettleber erkrankten Personen zu, sondern auch in den Schwellenländern steigt die Zahl rasant an. 2019 vermutete das Deutsche Krebsforschungszentrum, dass rund 30 bis 40 Prozent der Weltbevölkerung an der Lebererkrankung leiden.

Grundsätzlich spricht man von einer Fettleber, wenn mehr als die Hälfte der Leberzellen verfettet sind oder der Fettanteil mehr als zehn Prozent des Gesamtgewichts der Leber übersteigt. Zur Hauptrisikogruppe gehören übergewichtige und alkoholabhängige Menschen, jedoch können auch schlanke Personen oder leicht Übergewichtige erkranken. Da die Erkrankung sehr symptomarm oder -frei verläuft, wird sie in vielen Fällen erst zufällig bei einer Ultraschall- oder Blutuntersuchung entdeckt. Bei Verdacht auf eine Fettleber ist ein ausführliches Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin sowie eine anschließende Untersuchung empfehlenswert.

In der Medizin wird zwischen einer nicht-alkoholischen Fettleber und einer alkoholischen Fettleber differenziert. Ein extrem hoher Alkoholkonsum trägt zur Entstehung einer alkoholischen Fettleber bei. Entsprechende Risikofaktoren für die Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber sind unter anderem eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht oder eine bestehende Diabetes-Erkrankung. Werden die Faktoren nicht eingeschränkt oder vermieden, kann im weiteren Verlauf eine Leberentzündung, eine Zirrhose oder eine Leberkrebserkrankung entstehen.

Durchführung und Ergebnisse der Studie

Neben den bereits aufgezählten Risikofaktoren konnte nun auch ein Zusammenhang zwischen dem Schlafverhalten und der Fettlebererkrankung festgestellt werden. Umfassend analysiert wurde die Verbindung zwischen dem Schlafverhalten und der mit einer Stoffwechselstörung verbundenen Fettlebererkrankung in einer Studie eines Forschungsteams der Sun Yat-sen University.

Rund 5.000 chinesische Frauen und Männer mit einer vorliegenden Fettlebererkrankung erklärten sich bereit, dem Forschungsteam ihr Schlafverhalten offenzulegen. Im Anschluss wurde anhand einer Mediatoranalyse geprüft, ob und inwieweit der bereits bekannte Risikofaktor der Fettleibigkeit eine verstärkende Wirkung hat. Ziel war also, herauszufinden, ob die beobachteten Auswirkungen der Schlafqualität auf das Fettleberrisiko auch von dem Faktor der Fettleibigkeit beeinflusst wird.

In einer Pressemitteilung berichtete der Studienautor Dr. Yan Liu, dass Menschen mit einem schlechten Schlaf in der Nacht und mehreren Schlafpausen über den Tag das höchste Erkrankungsrisiko besitzen. Bereits eine leichte Verbesserung der Schlafqualität konnte das Risiko wiederum um 29 % reduzieren; so der Mediziner. Resultat der Mediatoranalyse war, dass bei den Menschen, die sich wenig bewegen und fettleibig sind, die Effekte der schlechten Schlafqualität noch höher ausgeprägt waren als bei den anderen Proband*innen.

Fazit

Zusammengefasst zeigt sich, dass neben bekannten Faktoren wie Ernährung und Übergewicht auch die Schlafqualität eine erhebliche Auswirkung auf das Fettleberrisiko hat. Die Effekte der schlechten Schlafqualität auf das Fettleberrisiko sind bei einer Fettleibigkeit noch stärker als bei einem Normalgewicht. Die Studienautoren postulieren, dass bereits eine moderate Verbesserung des Schlafes das Risiko erheblich reduzieren könne.

Nach Forderungen der Forschungsgruppe soll in der Fettleber-Diagnose zukünftig auch auf den Aspekt der Schlafqualität eingegangen werden. Diese könne mit verschiedenen Strategien einfach behandelt und verbessert werden.