Berlin
Lebensmitteltest

Hähnchenschenkel im Stiftung Warentest: Ergebnisse schockieren - selbst Bio-Keulen sind verdorben

Stiftung Warentest hat kürzlich 17 Hähnchenschenkel-Produkte untersucht. Dabei waren preiswerte Produkte von Aldi, Lidl und Co, aber auch teure Bio-Hähnchenprodukte. Die Ergebnisse sind ekelerregend.
 
Viele Produkte deutscher Hersteller fallen im Test durch. Nur zwei können sich gezielt von der Masse absetzen.
Viele Produkte deutscher Hersteller fallen im Test durch. Nur zwei können sich gezielt von der Masse absetzen. Foto: RitaE/Pixabay

Es wird wieder wärmer und mit zunehmender Temperatur bricht für viele wieder die Grillsaison an. Gerade was das Fleisch angeht, setzen immer mehr Deutsche auf eine hohe Qualität. Doch wie schneiden eigentlich die üblichen Hähnchenschenkel ab? Stiftungwarentest.de hat genau hingesehen und das Geflügel unter die Lupe genommen.

Die Fleischqualität wird immer wichtiger. Genauso wie die richtige Haltungsform bedingt durch das Tierwohl. Immer wieder schocken Geflügelhersteller mit keimbelastetem oder mit Antibiotika verseuchtem Fleisch, dass nicht den Ansprüchen der Kunden entspricht. Stiftung Warentest hat nun 17 verschiedene Fleischhersteller gecheckt.

Stiftung Warentest: Ekelerregende Ergebnisse bei Hähnchenschenkel-Test

Getestet wurden viele deutsche Hersteller, unter anderem Aldi und Lidl. Das Fleisch wurde auf dessen Geschmack, sowie die allgemeine Beschaffenheit getestet. Dabei spielten die Umstände, unter welchen dieses erwirtschaftet wurde, ebenfalls eine große Rolle. Das Tierwohl stand außerdem im Fokus. 

Insgesamt konnten nur zwei Bio-Produkte mit ihrem Fleisch gänzlich überzeugen. Diese setzten sich im Geruch und Geschmack deutlich von der Konkurrenz ab. Allerdings setzte das Bio-Siegel nicht automatisch eine gute Bewertung voraus. So erhielt ein anderer Bio-Anbieter sogar die Note "mangelhaft". Dessen Fleisch roch bereits im Rohzustand außerordentlich verdorben. 

Vier Produkte erreichten im Test nur die Note "ausreichend". Dabei handelte es sich ausschließlich um konventionell hergestelltes Fleisch großer Lebensmittelanbieter. Im Test wurden insgesamt zweimal Salmonellen im Fleisch nachgewiesen. Bei weiteren zwei Herstellern war die Gesamtkeimbelastung strikt weg zu hoch. Außerdem enthielten viele Keulen den Durchfallerreger Campylobacter, der für Durchfall-Beschweren sorgen kann.

Nur zwei Produkte konnten überzeugen, viele andere waren mit Erregern verseucht

Die Tester überprüften aber nicht nur das Fleisch an sich. Auch setzten sie sich mit den Schlachtbetrieben, sowie den Haltungsbetrieben in Verbindung und erhielten Einblicke in die Haltung der Tiere. Coronabedingt erfolgte vieles nur per Online-Meeting, dennoch wurde darauf geachtet ein gutes Bild von der Haltung der Tiere zu bekommen. 

Hier wurde eines schnell klar: Auch wenn die Haltungsnormen vieler Siegel und Gesetzesgrundlagen eingehalten wurden, ist noch deutlich Luft nach oben. Somit könnte insgesamt die Haltung der Tiere durch die Landwirte noch deutlich verbessert werden.