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Sars-CoV-2

Corona-Mutationen: Diese Virusvarianten gibt es - und so gefährlich sind sie

Weltweit breiten sich mutierte Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2 aus. Auch in Deutschland wurden die Corona-Mutationen bereits bei Infizierten nachgewiesen. Wir erklären, was die einzelnen Mutanten voneinander unterscheidet und wie gefährlich sie sind.
Das Coronavirus unter dem Elektronenmikroskop:  Die Corona-Mutationen aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika sind in Deutschland nachgewiesen worden. Wie gefährlich sind die neuen Varianten?
Das Coronavirus unter dem Elektronenmikroskop: Die Corona-Mutationen aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika sind in Deutschland nachgewiesen worden. Wie gefährlich sind die neuen Varianten? Foto: NIAID-RML/AP/dpa
  • Corona-Mutant und Corona-Mutation - was ist der Unterschied?
  • Britische, südafrikanische und brasilianische Variante breitet sich aus 
  • Sind die neuen Mutanten gefährlicher?
  • Hilft der Impfstoff gegen die Mutanten?

Seit fast einem Jahr hält das Coronavirus Sars-CoV-2 die Welt in Atem. Als wären die Belastungen durch das ursprüngliche Virus nicht schon genug, rücken in den letzten Wochen auch immer mehr sogenannte Mutationen in den Vordergrund. Obwohl noch viel über die Mutanten im Ungewissen ist, steht fest: Coronavirus ist nicht gleich Coronavirus.

Immer mehr Corona-Mutationen: Erste Fälle schon im September 

Jedoch sollte man nicht fälschlicherweise glauben, dass Mutationen des Coronavirus erst seit wenigen Wochen im Umlauf seien. Tatsächlich wurden bis September 2020 bereits rund 12.000 verschiedene Mutanten identifiziert. 

Zudem ist es wichtig, die Begriffe Mutant und Mutation zu trennen. Ein Mutant beschreibt eine neue Variante des Coronavirus. Darunter fallen beispielsweise die britische, südafrikanische oder brasilianische Variante.

Ein neuer Mutant wird ausgelöst durch eine Mutation. Der Begriff Mutation beschreibt lediglich eine Veränderung im Erbgut des ursprünglichen Virus, die ein unterschiedliches Verhalten hervorrufen kann.

Corona: Das sind die bekanntesten Mutanten

Bis vor kurzem wurden die Corona-Mutanten nicht als gefährlicher als das Ausgangsvirus eingestuft, da ihre Mutationen die Eigenschaften des Virus kaum verändert hatten. Doch das ist bei den neuen Varianten aus aller Welt anders.

Pauschal kann man auch diese Varianten jedoch nicht als gefährlicher oder weniger gefährlich einstufen, dafür ist noch nicht genug über sie bekannt. Ein Überblick verrät, was man bis jetzt über die Mutanten weiß:

  • Britischer Mutant (B.1.1.7): Diese Variante des Coronavirus ist seit Dezember 2020 bekannt und gilt als hochansteckend. Experten gehen in manchen Fällen sogar von einer bis zu 56 % gesteigerten Ansteckungsgefahr aus. Junge Menschen sind dabei besonders häufig betroffen.

  • Südafrikanischer Mutant (B.1.351): Auch bei der südafrikanischen Variante liegt wohl eine höhere Ansteckungsgefahr als bei dem Ausgangsvirus vor. Zwar scheint das Virus sich nicht so schnell wie die britische Variante zu verbreiten, allerdings könnte es in der Lage sein, das menschliche Immunsystem besser zu umgehen.

  • Brasilianischer Mutant (P.1): Dieser Variante wird ebenfalls eine höhere Ansteckungsgefahr unterstellt. Ansonsten ist noch nicht viel über die Variante bekannt.

  • Dänischer Mutant ("Cluster 5"): Die Variante aus Dänemark wird oft mit der Tötung von mehreren Millionen Nerzen im November 2020 verbunden. Die weitere Ausbreitung der Mutation sollte damit gestoppt werden. Diese Form des Virus soll das Immunsystem mutmaßlich besser vermeiden können - Antikörper wirken schwächer dagegen.

  • Garmischer Mutant (B.1.1.134): Der als neu angenommene Mutant aus Garmisch wurde wenig später in Berlin als nicht neu identifiziert. Rund 102 dieser Mutanten sind bereits entdeckt worden. Es ist unklar, ob sich das Virus vergleichsweise stark oder stärker als die anderen Mutanten ausbreitet.

Sind die Mutanten gefährlicher?

Ein schwererer Krankheitsverlauf konnte noch für keine der aufgeführten Varianten bestätigt werden, es ist dennoch Vorsicht geboten. Die ansteckenderen Mutanten sorgen wiederum für mehr Infizierte, wodurch mehr Todesfälle und schwerere Verläufe ausgelöst werden können.

Der Grund für die erhöhte Ansteckungsgefahr durch manche dieser Mutanten wird auf sogenannte Spike-Proteine zurückgeführt. Dieses verfügt über eine stachelartige Struktur, welches ein Andocken an die menschliche Zelle ermöglicht und das Eindringen vereinfacht. Das Spike-Protein wurde bereits in der britischen und der brasilianischen Variante nachgewiesen. Genauere Mechanismen sind allerdings noch unbekannt.

Die Frage, ob die verschiedenen Impfstoffe gegen die mutierten Virusformen wirken, kann nicht pauschal beantwortet werden. Während Biontech/Pfizer und Moderna vielversprechende Ergebnisse gegen den britischen Mutanten zeigen, so ist die Datenlage bei der südafrikanischen Variante noch unklar. Selbiges gilt auch für den Mutanten aus Dänemark. Es werden noch weitere Forschungen betrieben werden müssen, um auch hier über klare Ergebnisse zu verfügen.

Hilft der Impfstoff gegen die neuen Varianten?

Generell sind all diese Mutanten bereits in Deutschland nachgewiesen worden. Es herrscht jedoch noch eine große Unsicherheit über die Verbreitung der einzelnen Mutanten. Das liegt zum Teil auch daran, dass nur rund jeder 900. positive Coronatest auf eine Mutation untersucht wird.

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Eine Untersuchung der genetischen Struktur des Virus kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. 

 

Es wird davon ausgegangen, dass höchstens zwei Prozent der Viren im Umlauf auch einer entsprechenden Mutation unterliegen.

Mehr Mutationen könnten folgen

Eine Ausbreitung der Mutanten birgt allerdings das Risiko, dass noch mehr Mutanten folgen könnten. Um diese Verbreitung zu verhindern, helfen dieselben Maßnahmen, wie gegen das ursprüngliche Coronavirus. Einer der Mutanten ist nun auch im Landkreis Coburg angekommen.

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