• Impfstoffe von Biontech, Moderna und AstraZeneca zugelassen, Johnson & Johnson folgt - das sind die Unterschiede
  • Bundesländer können selbst über Impfstoff-Auswahl entscheiden: Das ist momentan im Gespräch
  • Können wir in Bayern unseren Impfstoff in Zukunft frei wählen?

Drei Corona-Impfstoffe sind in Deutschland mittlerweile verfügbar, ein vierter soll bald zugelassen werden. Daher liegt für viele Bürger die Frage nahe: Darf ich mir meinen Corona-Impfstoff aussuchen, wenn ich zum Impfen gehe? Lange war nur die Überlegung möglich "Möchte ich überhaupt geimpft werden?", da es zunächst nur den Impfstoff von Biontech in der Europäischen Union gab - und der war sehr knapp. 

Kann ich mir den Corona-Impfstoff beim Impftermin aussuchen?

Wenig später folgten dann Impfstoffe von Moderna und AstraZeneca. Wie die EU-Arzneimittelbehörde EMA mitteilte, hat kürzlich auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die Zulassung für sein Vakzin beantragt. Russland strebt zudem eine Zulassung für den Wirkstoff Sputnik V in der EU an. 

Die Hauptunterschiede der vier verschiedenen Impfstoffe sind Folgende: Der Impfstoff von Biontech und der von Moderna wurden mithilfe der neuartigen mRNA-Technologie hergestellt und sind zu 95 Prozent wirksam. Die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind nur 60 bis 70 Prozent wirksam, wurden aber als traditionelle Vektorimpfstoffe hergestellt. Die Wirksamkeit von Impfstoffen richtet sich allerdings nach der Risikoreduktion einer Krankheit und sollte nicht mit der Alltagsbedeutung des Begriffs verwechselt werden.

Es ist zu erwarten, dass es nicht mehr lange dauert, bis alle vier Impfstoffe auf dem Markt sind und den Kliniken und Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Spätestens dann werden viele Menschen die Bitte haben, sich nach eigenem Ermessen den Impfstoff aussuchen zu dürfen. Aber ist das wirklich möglich - vielleicht sogar schon jetzt?

Unterschiede zwischen Bundesländern: Wo gibt es die Möglichkeit zur Impfstoff-Auswahl?

Die sogenannte Ständige Impfkommission, die aus den zuständigen wissenschaftlichen Fachberatern besteht, hat erklärt, dass jeder Impfstoff, der in der EU zugelassen wird auf jeden Fall sicher und auch wirksam ist. Das liegt an den hohen Standards, die in Europa vorgeschrieben sind. Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Menschen eher der Impf-Technologie Vertrauen schenken, die schon viele Jahre erfolgreich im Einsatz ist. Schließlich ist diese wirksam und nachweislich ungefährlich. Der neuen mRNA-Technologie kann aber im gleichen Maße getraut werden, so die Ständige Impfkommission. 

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Die Wahlmöglichkeit unter den Impfstoffen beim Impftermin ist allerdings nicht völlig ausgeschlossen. Vor allem aber ist sie Ländersache. Es ist also entscheidend, wo man sich impfen lässt. Etwa die Hälfte der Bundesländer gab an, dass es keine Auswahl zwischen den verschiedenen Impfstoffen geben wird: Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen und das Saarland. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern erklärten deutlich, dass den Menschen keine Auswahl zusteht, bestätigten die jeweiligen Gesundheitsministerien auf Anfrage von t-online.de. Hessen äußerte sich zu dieser Frage auch nach mehrmaliger Kontaktaufnahme nicht.

Aktuell muss man sich nach Verfügbarkeit des Impfstoffs in den betreffenden Bundesländern richten. In Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wird jedoch bereits aktiv darüber beraten, ob man eine Möglichkeit der Auswahl für die Menschen schaffen kann. In Baden-Württemberg sieht es am vielversprechendsten aus: Sobald die Impfung nicht mehr in Impfzentren vonstattengeht, sondern bei den Hausärzten, ist eine Wahlmöglichkeit realistisch. Sollte der eigene Hausarzt dann das gewünschte Präparat nicht vorrätig haben, kann man dann einfach einen anderen Arzt aufsuchen. 

Wie ist die Impfstoff-Lage in Bayern?

In Brandenburg und Berlin ist es sogar schon möglich, das bevorzugte Impfzentrum aufzusuchen. Dort wird bekannt gegeben, welcher Impfstoff an welchem Standort zur Verfügung steht. Natürlich ist dafür die Voraussetzung, dass man überhaupt einen Termin bekommt. 

Für uns, hier in Bayern bedeutet das allerdings: Nein, wir können uns unseren Impfstoff nicht aussuchen. Aber was wir können, ist die Option wertzuschätzen, dass überhaupt die Möglichkeit einer Impfung besteht. 

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