• Das passiert bei einem anaphylaktischen Schock
  • Auslöser und mögliche Symptome
  • Vorbeugung und Notfallmaßnahmen

Tritt ein anaphylaktische Schock auf, ist schnelles Handeln gefragt. Dabei ist es wichtig, den Schock möglichst schnell zu erkennen und so die lebensbedrohliche Situation zu entschärfen.

Der anaphylaktische Schock

Der anaphylaktische Schock, auch Anaphylaxie genannt, ist eine ernstzunehmende allergische Reaktion: Statistiken zufolge kostete ein solcher Schock im Jahr 2019 deutschlandweit drei Menschen das Leben. Die allergische Reaktion tritt in der Regel sehr plötzlich auf und kann sehr gefährlich werden.#

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Schock um eine Extremform der anaphylaktischen Reaktion; es tauchen erst die klassischen Allergie-Symptome auf, die sich zu einem anaphylaktischen Schock ausweiten, verschlimmern und gleichzeitig mehrere Organe oder Organsysteme rasch in Mitleidenschaft ziehen. Brechen mehrere Organsysteme gleichzeitig zusammen, kann unser Körper nicht mehr optimal funktionieren.

Auf körperlicher Ebene findet dabei eine Reaktion zwischen Antigenen und Antikörpern statt: Jene Antigene, die in einem Erstkontakt vom Körper aufgenommen werden, werden als "Fremdkörper" erkannt. In einem Vorgang, der als Sensibilisierung bezeichnet wird, bildet der Körper Antikörper gegen diese Fremdkörper aus. Hast du erneut Kontakt mit diesen Antigenen, setzt dein Körper die Antikörper frei. Die Reaktion zwischen Antigenen und Antikörpern führt anschließend dazu, dass du die typischen Allergie-Symptome erleidest.

Mögliche Auslöser und die Symptome

Sehr häufige Auslöser eines anaphylaktischen Schocks sind Lebensmittelallergien. Bei Kindern kommen dabei häufig Allergien gegen Kuhmilch und Hühnerei, Fisch, Soja, Weizen und Erdnüsse oder andere Nüsse vor. Aber auch bei Erwachsenen tauchen Allergien gegen Erdnüsse, Fisch, Kuhmilch und Hühnerei häufig auf. Nicht zu unterschätzen sind auch die möglichen allergischen Reaktionen gegen die Inhaltsstoffe eines Medikamentes. Entsprechende unerwünschte Nebenwirkungen kommen häufig bei Medikamenten wie Penicillin oder Insulin vor, aber auch bei Medikamenten, die Jod oder Acetylsalicylsäure enthalten.

Weitere mögliche Ursachen einer anaphylaktischen Reaktion sind Allergien gegen Insektengifte. Häufige Allergien sind hier jene gegen Bienengift, Wespengift oder Hornissengift: Vor allem im Sommer stellen diese Allergien eine Gefahr für Betroffene dar. Des Weiteren können Stoffe, die inhaliert werden, eine allergische Reaktion hervorrufen: Inhalationsallergene gegen Pollen, Hausstaub, Schimmelpilze oder Tierhaare kommen bei vielen Menschen vor.

In der ICD-10, der "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems", werden die Schocks in verschiedene Kategorien unterteilt. Der Code T78.0 deutet auf einen anaphylaktischer Schock durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hin, der Code T78.2 auf einen nicht näher bezeichenbaren anaphylaktischer Schock. T80.5 bedeutet, dass der anaphylaktischer Schock durch ein Serum herbeigeführt wurde, der Code T88.6 bezeichnet den Schock als unerwünschte Nebenwirkung eines indikationsgerechten Arzneimittels oder einer indikationsgerechten Droge bei ordnungsgemäßer Verabreichung.

Anaphylaktischer Schock: Schnelle Maßnahmen sind gefragt

Damit schnellstmöglich regiert werden kann, ist es für Angehörige wie Familie und Freunde, aber auch für Lehrkräfte, Erzieher*innen oder andere Personen in deinem Umfeld wichtig, dass die Reaktion erkannt wird. Grundsätzlich gilt, dass sich die Anaphylaxie bei jedem mit verschiedenen Symptomen äußert.

Häufige Symptome sind diese:

  • Äußerlich erkennbar sind oft Hautrötungen, ein Juckreiz oder Schwellungen in Mund und Rachen. Zusätzlich kann es zu starken Atem- oder Herz-Kreislauf-Beschwerden kommen.
  • Bei den meisten Betroffenen kamen mindestens zwei der folgenden Symptome vor: Hautreizungen, Atembeschwerden, Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems, Reaktionen des Verdauungsapparats wie krampfhafte Bauchschmerzen oder Erbrechen. Betroffene fühlen oft im Voraus ein Kribbeln in den Händen oder andere leichte Warnzeichen.
  • Ein weiteres Symptom ist der klar erkennbare Abfall des systolischen Blutdrucks. Bedrohlich ist bei Kleinkindern bis zu zwölf Monaten ein Wert von 70 mmHg, bei Kindern bis zu zehn Jahren ein Wert von 70 mmHg + zweimal das Lebensalter, ab dem elften Lebensjahr ein Wert von 90 mmHg. Ist das Kind 7 Jahre alt, ist ein Wert von 84 mmHg bedrohlich.

Verbeugung und was du bei einem Schock tun solltest

Hast du bereits einmal eine allergische Reaktion erlitten, kann diese dir dabei helfen, einem weiteren Vorfall vorzubeugen. Wichtig ist dabei, dass du am besten schriftlich und möglichst detailliert erklärst, welche Reaktionen genau aufgetreten sind. Versuche auch zu notieren, welche Präparate, Nahrungsmittel oder andere Stoffe zukünftig unbedingt gemieden werden sollten; vergiss dabei nicht, auch mögliche Alternativen zu notieren. Je nach Allergie ist es wichtig, dass du Vorsichtsmaßnahmen, die künftig vor medizinischen Eingriffen oder Behandlungen vorgenommen werden müssen, aufschreibst.

Um den Überblick zu behalten, kann es sinnvoll sein, einen Allergiepass anzufordern. Dieser ist sowohl für die medizinischen Fachkräfte als auch für das Umfeld des Betroffenen hilfreich, um schnellstmöglich zu handeln. Bei jedem Vorfall sollten also möglichst viele Informationen gesammelt werden, sodass eine Wiederholung verhindert werden kann. Die grundlegendste und "natürlichste" Maßnahme, die du zur Vorbeugung treffen kannst, ist es, den Kontakt mit den Allergieauslösern zu meiden.

Außerdem ist es wichtig, ein Notfallset bei sich zu haben: Dies kann Medikamente enthalten, die eine schnelle Abhilfe verschaffen. Welche Medikamente in deinem Fall helfen können, solltest du unbedingt mit einem Arzt abklären lassen. Als besonders hilfreich hat sich vor allem Adrenalin erwiesen, welches auch zur Selbstinjektion in den Muskel geeignet ist. Auch ein Antihistaminikum oder ein Glukokortikoid zum Einnehmen in Form von Tropfen oder Tabletten kann in vielen Notfällen helfen. Leidest du wissentlich an Asthma, sollte in dem Notfallset auch ein Beta-2-Sympathomimetikum und/oder Adrenalin zum Inhalieren enthalten sein.

Soforthilfe: Diese Schritte können wichtig werden

Beim Auftreten des Schocks ist es wichtig, schnell die richtigen Notfallmaßnahmen zu treffen. Eine Soforthilfe ist ausschlaggebend dafür, dass der Schock so mild wie möglich ablaufen kann. Diese Schritte sind zu befolgen:

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  1. Bewahre Ruhe und beruhige die betroffene Person. Es ist wichtig, dass du diese nicht alleine lässt.  
  2. Hat der Betroffene ein Notfallset bei sich, solltest du ihm die darin enthalten Medikamente verantwortungsbewusst und in richtiger Menge verabreichen. Kommt es zu einer sehr schweren Reaktion, kann das Adrenalin Hilfe leisten.
  3. Setzte unbedingt sofort einen Notruf ab. So kann die betroffene Person anschließend bestmöglich versorgt werden.
  4. Lagere die Person richtig und entsprechend ihrer Symptome. Leidet sie an Schwindel oder hat Kreislaufprobleme, sollten Kopf und Oberkörper flach liegen. Die Beine sollten leicht erhöht liegen (auch bekannt als Schocklagerung). Bemerkst du eine Atemnot bei der betroffenen Person, ist eine sitzende Lagerung empfohlen: Der Oberkörper sollte aufrechtem sein. Bei Bewusstlosigkeit ist die stabile Seitenlage anzuwenden.
  5. Weist die Person Schwellungen auf, solltest du diese nach Möglichkeit sofort kühlen.
  6. Achte darauf, dass Atemwege möglichst freigehalten werden.

Eine schnelle und richtige Soforthilfe kann dazu beitragen, dass ein anaphylaktischer Schock für die betroffene Person glimpflich aufgeht. Bist du selbst betroffen, ist es wichtig, dass du dein Umfeld über mögliche Reaktionen und die notwendigen Notfallmaßnahmen aufklärst.

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