• Aluminium ist natürlicherweise in Lebensmitteln enthalten
  • Zusätzlich kann Aluminium über das Trinkwasser, Verpackungsmaterialien, Kochgeschirr, Kosmetika oder Medikamente in den Körper gelangen
  • Aluminium kann sich im Körper anreichern und Schäden verursachen
  • Bestimmte Maßnahmen können helfen, die Aluminiumbelastung gering zu halten

Wir nehmen Aluminium über die Nahrung, Trinkwasser, Lebensmittelzusatzstoffe oder Verpackungen auf. Das führt dazu, dass Grenzwerte oftmals überschritten werden, insbesondere wenn Aluminium zusätzlich über bestimmte Kosmetika oder Medikamente in den Körper gelangt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, die Aufnahme von Aluminium vorbeugend zu reduzieren.

Wie gelangt Aluminium in unsere Lebensmittel?

Aluminium ist ein Leichtmetall und kommt als dritthäufigstes Element in der Erdkruste vor. Zum Teil enthalten bestimmte Lebensmittel natürlicherweise Aluminium, wie zum Beispiel Pflanzen, die Aluminium über den Boden aufnehmen. Auch Trinkwasser kann mit Aluminium belastet sein. Zum einen wird beispielsweise Aluminiumsulfat zur Wasseraufbereitung eingesetzt, zum andern kann Trinkwasser durch Aluminiumrohre oder -armaturen verunreinigt werden.

Aber auch in verschiedenen Verpackungsmaterialien, Kochgeschirr, Schalen oder Folien ist Aluminium enthalten. Bei Kontakt zu sauren oder salzigen Lebensmitteln können Aluminium-Ionen aus diesen Materialien herausgelöst werden und in Lebensmittel übergehen. Zudem können industrielle Prozesse Aluminium freisetzen, welches dann in die Umwelt gelangt. In der Lebensmittelindustrie wird Aluminium außerdem als Bestandteil bestimmter Lebensmittelzusatzstoffe verwendet, zum Beispiel als Farbstoff E173  für die Glasur von Backwaren. Allerdings dürfen diese Stoffe laut einer EU-Verordnung nur noch in begrenztem Umfang verwendet werden. Laut BfR enthalten folgende Lebensmittel erhöhte Aluminiumwerte:

  • Instant-Tee und Teegetränke
  • Rohkostsalat
  • Getreideerzeugnisse
  • getrocknete Kräuter und Gewürze
  • kakaohaltige Lebensmittel wie Bitterschokolade
  • Laugenbrezeln (auf Alublechen gebacken)
  • Apfelsaft (in unbeschichteten Aluminiumtanks gelagert)

Beispiel Laugengebäck

Laugengebäck ist oftmals stark mit Aluminium belastet, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 2014 festgestellt hat. Vor dem Backvorgang wird der Teig in Natronlauge getaucht und anschließend auf Aluminiumblechen gebacken.

Hierbei kann die Natronlauge Aluminiumsalze aus dem Blech herauslösen, welche in den Teig gelangen. Dieser Vorgang wäre jedoch vermeidbar, wenn zum Beispiel durch Backpapier der Kontakt zwischen Blech und Teig unterbunden würde.

Hier solltest du dich vor dem nächsten Brezelkauf erkundigen, wie der Herstellungsprozess abläuft. In fertig verpackten Backwaren bedarf es einer entsprechenden Kennzeichnung (E173, E520, E521).

Weitere Aluminiumquellen

Außer in Lebensmitteln und Trinkwasser können bestimmte Medikamente, die zum Beispiel bei Sodbrennen eingesetzt werden - sogenannte Antazida - Aluminiumhydroxid enthalten.

Dieses kann nach der Einnahme herausgelöst werden und in den Blutkreislauf gelangen.

Des Weiteren kann Aluminium in Zahnfüllungen, Zahnpasta mit Aufheller-Effekt, Nasensprays, schweißbindenden Deodorants (Anti-Transpirantien) und Sonnencremes enthalten sein.

Bestimmte Höchstmengen bei der Aufnahme von Aluminium gelten als tolerierbar

Zur Risikobewertung der Aufnahme von Lebensmitteln wird der sogenannte TWI (Tolerable Weekly Intake) als duldbare wöchentliche Aufnahmemenge zugrundegelegt. Im Jahr 2008 legte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen TWI von 1 Milligramm für Aluminium fest.

Für einen Menschen mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm gilt demnach eine Aufnahme von 60 Milligramm Aluminium pro Woche als tolerierbar. Das JECFA (Joint FAO/WHO Expert Comittee on Food Additives) toleriert sogar die doppelte Aufnahmemenge von 2 Milligramm.

Eine deutsche Studie aus dem Jahre 2019 kommt zu dem Schluss, dass ein Großteil der Bevölkerung etwa 0,5 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche über die Nahrung aufnimmt. Rechnet man hierzu noch eine zusätzliche Aufnahmemenge über Kosmetika, Medikamente oder Verpackungsmaterialien, kann die tolerierbare Menge schnell überschritten werden.

Aluminium kann für Schwangere, Kleinkinder und ältere Menschen gefährlich werden

Werden Aluminiumverbindungen über die Nahrung aufgenommen, gelangen sie nur zu einem sehr geringen Teil über den Darm in die Blutbahn (ca. 0,1-1%).  Zu etwa 99 % werden Aluminiumverbindungen über den Kot und die Nieren wieder ausgeschieden. Das bedeutet allerdings auch, dass Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion mehr Aluminium im Körper anreichern können. Hier finden Ablagerungen hauptsächlich in den Knochen und in der Lunge statt. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Aluminium im Gehirn ansammelt, denn es ist in der Lage die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. 

Aluminium wird zwar zum größten Teil wieder vom Körper ausgeschieden, jedoch können diese Verbindungen auf lange Sicht den Körper schädigen. Problematisch ist, dass sich Aluminium, das im Körper verbleibt, nur sehr langsam abgebaut wird und sich in Geweben anreichern kann.

Mit zunehmendem Alter steigt somit die Aluminiumkonzentration in allen Körpergeweben an. Dieser Effekt wird Studien zufolge bei Kalzium-, Magnesium- und Eisenmangel verstärkt. Somit können auch tolerierbare Mengen auf Dauer zu Problemen führen. Besonders gefährdet sind Schwangere, Kleinkinder und ältere Menschen, da deren Ausleitfähigkeit eingeschränkt ist.  

Aluminium steht in Verdacht, bestimmte Erkrankungen auszulösen

In den 1970er Jahren wurden Wissenschaftler auf die schädliche Wirkung von zu hoher Aluminiumbelastung im Körper aufmerksam. Bei Nierenpatienten, die sich regelmäßig einer Dialysebehandlung unterziehen mussten, traten verschiedene neurologische Symptome wie Krampfanfälle, Sprachstörungen, Verwirrtheit bis zu Demenz auf. Zudem wurden bei einigen Patienten eine Blutarmut sowie Knochenschmerzen und eine erhöhte Knochenbrüchigkeit festgestellt. Die Ursache lag in der mit Aluminium angereicherten Dialyselösung, die den Patienten verabreicht wurde. Nachdem Aluminium aus dem Mittel entfernt wurde, verschwand auch die als Dialyse-Enzephalopathie bezeichnet Krankheit. Es hat sich jedoch gezeigt, welche toxische Wirkung zu hohe Aluminiumkonzentrationen im Körper haben können.

Die nervenschädigende Wirkung, die sich bei den Dialysepatienten gezeigt hat, führte zu der Annahme, dass Aluminium auch die Entstehung von Alzheimer begünstigen könnte. Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang gaben auch erhöhte Aluminiumkonzentrationen in den Gehirnen verstorbener Alzheimer-Patienten. Allerdings unterscheiden sich die Nervenschäden deutlich von denen der Dialysepatienten. Bisher konnten epidemiologische Studien keinen endgültigen Beweis erbringen, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Aluminium und der Alzheimer-Erkrankung besteht.

Auch die Entstehung von Brustkrebs könnte mit Aluminium in Zusammenhang stehen. Erste Hinweise erbrachten Forscher im Jahr 2011, als sie erhöhte Aluminiummengen in der Brustflüssigkeit von Frauen fanden, die an Brustkrebs erkrankt waren. Eine Studie aus dem Jahr 2021 entdeckte allerdings keinen signifikanten Zusammenhang zwischen aluminiumhaltigen Deodorants und Brustkrebs. Zudem ist bisher nicht bekannt, wie hoch die tatsächlich aufgenommen Menge an Aluminium ist, die über die Haut aufgenommen werden kann, sodass auch in dieser Frage noch weitere Studien abgewartet werden müssen.

7 Tipps, wie du die Aluminiumbelastung gering halten kannst

  • Verzichte auf beschichtete Aluschalen und Alufolie bei der Zubereitung oder Aufbewahrung von sauren oder salzigen Speisen. Hierzu zählen zum Beispiel saures Obst, Tomaten, Essiggurken, Fetakäse, salzige Heringe, Wurst oder Schinken.
  • Verwende vorgegarte Gemüseblätter aus Kohl oder Mangold, um empfindliche Speisen wie Fisch oder Gemüse zuzubereiten.
  • Benutze bei Aluminiumblechen im Backofen Backpapier als Unterlage.
  • Beim Grillen solltest du bei der Verwendung von Aluschalen darauf achten, das Grillgut nicht in säurehaltiger Marinade einzulegen und erst nach dem Grillen zu würzen.
  • Achte beim Kauf von Fertignahrungsmitteln auf den Farbstoff mit der E-Nummer E173, Stabilisatoren mit den E-Nummern E5520-523 sowie auf Nahrungsergänzungsmittel mit den E-Nummern E554 und E1542.
  • Suche in der Zutatenliste von Kosmetika und Hautpflegeprodukten nach dem Begriff Aluminium.
  • Versuche den Gebrauch von Alufolie als Verpackungsmaterial einzuschränken, denn bei der Herstellung wird sehr viel Energie verwendet. Nutze stattdessen wiederverwendbare Aufbewahrungsdosen.