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Tipps und Tricks im Garten

Wildblumenwiese anlegen und pflegen: Der Weg zum kunterbunten Blumenmeer

Wildblumen schmücken im Frühsommer unsere Landschaften. Mohn, Glockenblumen, Kornblumen und Margeriten bilden zusammen ein kunterbuntes Blumenmeer und einen idealen Ort für Insekten. Das weiß auch Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten. Er ist Profi wenn es um das Anlegen vom Wildblumenbeeten geht und erklärt und worauf zu achten ist.
Wildblumen
Die beste Unterstüzuung für Bienen und andere Insekten ist ein Wildblumenbeet im Hausgarten. Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten erklärt und worauf es ankommt. Bild: Capri23auto/ pixabay.com
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  • Die richtigen Anforderungen für die wilde Wiese
  • Wildblumenwiese anlegen - so wird´s gemacht
  • Die richtige Pflege - nichts leichter als das
  • Wie du Wildblumen auf der Terrasse pflanzt
  • Harmonie in der Optik – das sind die schönsten Blumen für dein Blütenmeer

Schon als Kind waren Wildblumenwiesen etwas Besonderes. Pusteblumen pusten, Blumenketten aus Gänseblümchen basteln und die buntesten Blumen zu einem selbst gepflückten Strauß binden. Dennoch sind wild blühende Wiesen in der freien Natur selten geworden. Viele Graslandschaften wurden bebaut und der herkömmliche, gepflegte Rasen ist beliebter denn je. Eine Wildblumenwiese anzupflanzen und zu pflegen ist ein Kinderspiel – doch nicht nur das! Wildblumenstauden bieten Schmetterlingen, Wildbienen, Käfern und anderen Insekten und Vögeln Nahrung und Schutz. Das weiß auch Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten. Er berät seine Kunden schon seit Jahren und setzt sich für harmonische Lebensräume im Garten ein.

Ein buntes Blütenmeer und spannende Naturbeobachtungen? Kein Problem. Wir verraten dir, wie man Wildblumenwiesen anlegt und pflegt.

Die richtigen Anforderungen

Das A und O eines Wildblumenbeetes, von dem man lange etwas haben möchte, sind die richtigen Anforderungen. Dazu zählen:

  • Die Größe: Wer vorhat sich ein Wildblumenbeet anzulegen, sollte mindestens 4-5 Quadratmeter Platz dafür haben, denn auf jeden Quadratmeter kommen etwa 8-10 Pflanzen, und die brauchen Platz sich zu entfalten. Da die meisten Blumen, die für ein solches Beet verwendet werden, heimische Wildstauden sind, sind sie mehrjährig und können in der richtigen Kombination mitunter das ganze Jahr über blühen.
  • Die Lage: Hier solltest du beachten, wo sich das Beet befindet und welchen Bedingungen es ausgesetzt ist. Wohnt man beispielsweise an einer sehr sonnigen Hanglage, sollte man auch Stauden wählen, die mit diesem Lebensraum klar kommen. Soll das Beet sich hingegen eher im Schatten befinden, ist auch hier die richtige Blumenauswahl wichtig.
  • Die Bodenbedingungen: Auch der Boden spielt eine wichtige Rolle. Die meisten Wildblumen, -kräuter und -stauden können nährstoffreichen Boden nicht ab. Um dem bunten Blumenmeer trotzdem die Umgebung zu bieten, das es benötigt, kannst du nährstoffreichen Boden problemlos mit Sand aufarbeiten.
  • Die Bewässerung: Zudem die Frage, wie das Beet bewässert wird. Johann Strobler setzt bei seinen Beeten auf Tropfschlauchbewässerung, ihm ist aber bewusst, dass das nicht in jedem Garten möglich ist.

Wildblumenwiese anlegen - so wird's gemacht

Die beste Zeit eine Blumenwiese anzulegen, ist der Frühling. Zwischen März und Mai ist Vegetationszeit und hier werden Blumen, Kräuter und Obst- und Gemüsesorten für den Sommer gepflanzt. In den meisten Blumenmischungen befinden sich auch Samen für eine Handvoll verschiedener Kräuterarten. So hat man ganz nebenbei eine Auswahl an unterschiedlichen Heil- und Küchenkräutern.

In ein paar einfachen Schritten zur idealen Wildblumenwiese: 

  1. Grenze deine Fläche ein und bereite den Boden vor. Hierfür entfernst du die Grasnarbe und lockerst du die Erde auf. Ist der Boden sehr reichhaltig, kommt Sand zum Einsatz, um ihn abzumagern – Wildblumen gedeihen mit einem nährstoffarmen Boden nämlich besonders schön.
  2. Für die Aussaat kannst du auf ein fertiges Gemisch aus der Gärtnerei oder einem Gartencenter zurückgreifen. Man kann sich aber auch aus verschiedenen Samenpackungen eine Wunschmischung zusammenstellen. In einer Mischpackung sind ungefähr 30 verschiedene Blumenarten und Kräuter. Premium Wildblumensamen Mischung jetzt auf Amazon ansehen
  3. Beachte das Mischverhältnis und die Menge. Zu viele Samen sind nicht gut. Verwende außerdem eine Mischung mit vielen heimischen Pflanzen, denn diese gedeihen problemlos und bieten das ideale Habitat für Insekten. Pro Quadratmeter reichen schon vier bis fünf Gramm Samen.
  4. In den ersten Tagen nach der Aussaat muss die Fläche regelmäßig bewässert werden. Den Rest überlassen wir der Natur. Außer hier und da mal gießen, kannst du dich nun zurücklehnen und die Blumen beim Wachsen beobachten.

Die richtige Pflege – nichts leichter als das

Eine Wildblumenwiese zu pflegen ist relativ einfach. Im Februar/März werden die Stauden etwa 8-10 cm zurückgeschnitten, damit sie für den Sommer wieder kräftig austreiben können. Gräser kann man sogar auf 10-15 cm runterschneiden. Zudem kann der Boden aufgehackt werden und im April oder Mai kann mit organischem Dünger gedüngt werden. Da Stauden von Natur aus Überwinterungsorgane besitzen, sollte man aber nicht länger als bis in den August düngen, denn die Stauden müssen im Herbst zur Ruhe kommen. Das gute an Stauden ist, dass sie grundsätzlich immer winterhart sind und man sie mit der richtigen Pflege jahrelang haben kann, ohne sie ersetzen zu müssen. 

Wildblumen müssen nicht öfter als zwei Mal im Jahr gemäht werden – die beste Zeit dafür ist von Juli bis Oktober. Am besten eignen sich hierfür (Motor-)Sensen und Wiesenmäher. 
Aber Achtung! Mähe nicht die ganze Wiese auf einmal. Lässt du zwischen den Mähvorgängen etwas Zeit, können dort lebende Insekten umziehen.

Wildblumen auf der Terrasse pflanzen

Auch auf der Terrasse kann man Wildblumen pflanzen. Allerdings nur mit ausreichend Platz. Denn die Pflanztröge sollten mindestens 50-60cm breit sein und etwa einen Meter tief. Da Stauden tief wurzeln, benötigt man dieses Volumen. Zudem sollte man darauf achten, dass die Tröge winterhart sind, damit sie auch den Frost überstehen. Pflanzt man Stauden in den Topf, verwendet man am besten spezielles Topfsubstrat und hat unten ein Loch im Trog, sodass Gießwasser ablaufen kann. Ansonsten gelten die gleichen Anforderungen wie für das Beet.
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Harmonie in der Optik – die schönsten Blumen für dein Blütenmeer

Mitunter das Wichtigste die Optik, denn das Beet sollte zum einen zu den bereits vorhanden Pflanzen rund um das Beet passen, zum anderen soll es auch für das Auge optisch harmonisch und beruhigend sein. "Man will ja in seinem Garten zur Ruhe kommen, da kann es das Auge nicht gebrauchen, wenn in jeder Ecke knallige Farben sind. Harmonie im Garten ist wichtig" erklärt Strobler. Harmonie schafft er zum Beispiel damit, dass er die Pflanzen in den Höhen abwechselt und nie zwei gleiche Sorten zusammen pflanzt. "Zwar darf und soll eine Sorte in einer Mischbepflanzung mehrmals vorkommen, sie sollte dann aber auch über das Beet verteilt werden" erklärt Strobler weiter. Zudem wählt er nie mehr als vier verschiedene Blütenfarben in seinen Mischungen und achtet darauf, das auch  genug Gräser in der Bepflanzung vorhanden sind. "Ein Beet ohne Gräser wirkt einfach nicht. Für Stauden sind Gräser ein Muss" so der Gartenbautechniker. 

Zu beliebten Pflanzen in seinen Mischbepflanzungen zählen zum Beispiel:

  • Mohn (Papaver)
  • Kornblumen (Centaurea cyanus)
  • Gänseblümchen (Bellis)
  • Löwenzahn (Dandelion)
  • Glockenblumen (Campanula)
  • Margeriten (Leucanthemum)
  • Rotklee (Trifolium pratense)
  • Honiggras (Holcus lanatus)
  • Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)
  • Lichtnelken (Silene dioica)
  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
  • Fingerhut (Digitalis)
  • Wiesen-Scharfgarbe (Achillea millefolium)

"Die Pflanzauswahl ist auch entscheidend, wenn man das ganze Jahr etwas Blühendes haben möchte" erklärt Johann Strobler. "Ein Bienenbeet beispielsweise blüht "nur" etwas von März bis Oktober. Danach verblühen die Bienenblumen, da ja auch kein Bienenflug mehr herrscht". Man sollte sich daher vor dem Anlegen eines Wildstaudenbeetes genau überlegen, welche Ansprüche man daran stellt. Das tolle an Stauden ist jedoch, dass man sie mehr oder weniger das ganze Jahr pflanzen kann. Wer jetzt für den Sommer also unentschlossen ist, kann es sich im Herbst nochmal überlegen. 

Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten. Stauden sind für ihn Beruf und Leidenschaft. Der Gartenbautechniker, Fachrichtung Stauden, kultiviert mit seinem Mitarbeiterteam ein Sortiment von mehr als 3000 winterharten Stauden, Gräsern, Kräutern, Farnen und Wasserpflanzen.

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