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Bamberg
Tipps und Tricks im Garten

Wildblumen: Das richtige Pflanzkonzept für den Hausgarten

Der Wunsch nach naturnahem Gärtnern und mehr Wildblumen im Hausgarten wird immer größer. Das erlebt auch Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten. Er ist Profi wenn es um das Anlegen vom Wildblumenbeeten geht und erklärt und worauf zu achten ist.
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Wildblumen
Die beste Unterstüzuung für Bienen und andere Insekten ist ein Wildblumenbeet im Hausgarten. Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten erklärt und worauf es ankommt. Bild: Capri23auto/ pixabay.com

Nicht erst seit dem  "Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern“ Volksbegehren 2019 sind naturnahe Gärten die, die Artenvielfalt unterstützen immer beliebter geworden. Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten berät seine Kunden schon seit Jahren und setzt sich für harmonische Lebensräume im Garten ein. Besonder beliebt bei seinen Kunden sind Mischbepflanzungen für verschiedene Standorte, die vor allem Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zurück in den Hausgarten bringen. Doch beim Anlegen eines Wildblumenbeets gilt es einige  Dinge zu beachten und sich richtig beraten zu lassen. 

Die richtigen Anforderungen

Das A und O eines Wildblumenbeetes von dem man lange etwas haben möchte sind die richtigen Anforderungen. Dazu zählen:

  • Die Größe
  • Die Lage 
  • Die Bodenbedingungen 
  • Die Beregnung
  • Die Blütenfarbe 

Wer vorhat sich ein Wildblumenbeet anzulegen, sollte mindestens 4-5 Quadratmeter Platz dafür haben, denn auf jeden Quadratmeter kommen etwa 8-10 Pflanzen, und die brauchen Platz sich zu entfalten. Da die meisten Blumen, die für ein solches Beet verwendet werden heimische Wildstauden sind, sind sie mehrjährig und können in der richtigen Kombination mitunter das ganze Jahr über blühen. 
Dabei sollte man allerdings beachten, wo das Beet sich befindet und welchen Bedingungen es ausgesetzt ist. Wohnt man Beispielsweise an einer sehr sonnigen Hanglage, sollte man auch Stauden wählen, die mit diesem Lebensraum klar kommen. Soll das Beet sich hingegen eher im Schatten befinden, ist auch hier die richtige Blumenauswahl wichtig. 
Auch der Boden spielt eine wichtige Rolle. Ist der Gartenboden eher mager und nährstoffarm, oder sehr feucht? Auch diese Bedingungen sollten bei der Pflanzauswahl beachtet werden. Zudem die Frage, wie das Beet bewässtert wird. Johann Strobler setzt bei seinen Beeten auf Tropfschlauchbewässerung, ihm ist aber bewusst, dass das nicht in jedem Garten möglich ist und bezieht auch diesen Punkt in seine Beratung mit ein. 

Harmonie in der Optik

Mitunter das wichtigste für Stroblers Kunden ist aber die Optik, denn das Beet sollte zum einen zu den bereits vorhanden Pflanzen rund um das Beet passen, zum anderen soll es auch für das Auge optisch harmonisch und beruhigend sein. "Man will ja in seinem Garten zur Ruhe kommen, da kann es das Auge nicht gebrauchen, wenn in jeder Ecke knallige Farben sind. Harmonie im Garten ist wichtig" erklärt Strobler. Harmonie schafft er zum Beispiel damit, dass er die Pflanzen in den Höhen abwechselt und nie zwei gleiche Sorten zusammen pflanzt. "Zwar darf und soll eine Sorte in einer Mischbepflanzung mehrmals vorkommen, sie sollte dann aber auch über das Beet verteilt werden" erklärt Strobler weiter. Zudem wählt er nie mehr als vier verschiedene Blütenfarben in seinen Mischungen und achtet darauf, das auch  genug Gräser in der Bepflanzung vorhanden sind. "Ein Beet ohne Gräser wirkt einfach nicht. Für Stauden sind Gräser ein Muss" so der Gartenbautechniker. 

Zu beliebten Pflanzen in seinen Mischbepflanzungen zählen zum Beispiel:

  • Kugeldistel
  • Indiandernesseln
  • Königskerzen
  • Natternkopf
  • Schafgarbe
  • Hainsalbei
  • Winterperlgras
  • Ehrengras
  • Katzenminze 

"Die Pflanzauswahl ist auch entscheidend, wenn man das ganze Jahr etwas blühendes haben möchte" erklärt Johann Strobler. "Ein Bienenbeet beispielsweise blüht "nur" etwas von März bis Oktober. Danach verblühen die Bienenblumen, da ja auch kein Bienenflug mehr herrscht". Man sollte sich daher vor dem Anlegen eines Wildstaudenbeetes genau überlegen, welche Ansprüche man daran stellt. Das tolle an Stauden ist jedoch, dass man sie mehr oder weniger das ganze Jahr pflanzen kann. Wer jetzt für den Sommer also unentschlossen ist, kann es sich im Herbst nochmal überlegen. 

Die richtige Pflege

Ein Wildstaudenbeet zu pflegen ist relativ einfach. Im Februar/ März werden die Stauden etwa 8- 10 cm zurück geschnitten, damit sie für den Sommer wieder kräftig austreiben können. Gräser kann man sogar auf 10-15 cm runterschneiden. Zudem kann der Boden aufgeharkt werden und im April oder Mai kann mit organischem Dünger gedüngt werden. Da Stauden von Natur aus Überwinterungsorgane besitzen, sollte man aber nicht länger als bis in den August düngen, denn die Stauden müssen im Herbst zur Ruhe kommen. Das gute an Stauden ist, dass sie grundsätzlich immer winterhart sind und man sie mit der richtigen Pflege jahrelang haben kann, ohne sie ersetzen zu müssen. 

Wildblumen auf der Terrasse

Auch auf der Terrasse kann man Wildstauden pflanzen. Allerdings nur mit ausreichend Platz. Denn die Pflanztröge sollten mindestens 50-60cm breit sein und etwa einen Meter tief. Da Stauden tief wurzeln, benötigt man dieses Volumen. Zudem sollte man darauf achte, dass die Tröge winterhart sind, damit sie auch den Frost überstehen. Pflanzt man Stauden in den Topf, verwendet man am besten spezielles Topfsubstrat und hat unten ein  Loch im Trog, sodass Gießwasser ablaufen kann. Ansonsten gelten die gleichen Anforderungen wie für das Beet. 

Der Bamberger Staudengarten während Corona

Der Privatverkauf ist wie in allen Gärtnereien in Bayern derzeit geschlossen. Der Bamberger Staudengarten bietet aber weiterhin den regulären Versand über DHL an oder die Abholung vor Ort. Auf der Website findet man eine übersichtliche Sortimentenliste, sowie fertig zusammengestellte Mischbepflanzungen, sortiert nach den Anforderungen im Garten. Die erste Beratung erfolgt durch das Versenden von 1-2 Bildern des Gartens sowie einer Beschreibung, was gewünscht ist. Johann Strobler berät im Anschluss dann gerne, schlägt seine Ideen vor und plant das Beet dann nach Ihren Anforderungen und Wünschen. 

Johann Strobler vom Bamberger Staudengarten. Stauden sind für ihn Beruf und Leidenschaft. Der Gartenbautechniker, Fachrichtung Stauden, kultiviert mit seinem Mitarbeiterteam ein Sortiment von mehr als 3000 winterharten Stauden, Gräsern, Kräutern, Farnen und Wasserpflanzen.