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Gehalts-Check: Wie viel verdienen Lehrerinnen und Lehrer?

Wer Lehrkraft ist, der ist automatisch verbeamtet und verdient eine Menge Geld - so zumindest die Annahme in der breiten Gesellschaft. Doch ist das tatsächlich so? Wie viel verdienen Lehrerinnen und Lehrer wirklich?
Wie viel du als Lehrer eigentlich verdienen könntest, hast du dich sicherlich auch schon einmal gefragt.
Wie viel du als Lehrer eigentlich verdienen könntest, hast du dich sicherlich auch schon einmal gefragt. Foto: CC0 / Pixabay / Pexels
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  • Durchschnittsgehalt und Tarifangestellte
  • Verbeamtete Lehrer*innen
  • Gehalt im Laufe der Karriere

Wer Lehramt studiert hat und anschließend als Lehrer*in arbeitet, ist automatisch verbeamtet und verdient eine Menge Geld - so zumindest die Annahme in der breiten Bevölkerung. Doch verdienen Lehrerinnen und Lehrer wirklich so viel und wann und wie werden sie überhaupt verbeamtet? Hat der Beamtenstatus nur Vorteile - oder verspricht er mehr, als er hergibt? 

Durchschnittsgehalt als Lehrkraft und Regelungen bei der Tarifanstellung

Lehrerinnen und Lehrer werden generell auf der Gehaltsleiter als einer der Spitzenverdiener eingeordnet. Doch nicht nur dies macht den Job attraktiv: Oft wird als Grund für die Berufsentscheidung angegeben, dass der Arbeitsplatz krisensicher sei und dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr abwechslungsreich sei. Zudem können Karriere und Familie in vielen Fällen optimal kombiniert werden. Als Durchschnittsgehalt für eine*n Lehrer*in kann etwa mit 3.640 € brutto im Monat gerechnet werden. Das Maximalgehalt pendelt sich bei etwa 5.170 € ein, während das Minimum in etwa bei 3.183 € liegt.

Wie viel ein Lehrer verdient, kann jedoch nicht pauschalisiert werden: Faktoren wie die Schulform und das Bundesland können dazu führen, dass der Verdienst von Lehrer zu Lehrer stark variiert. Weitere Variablen, die darüber entscheiden, wie viel du als Lehrer*in wirklich verdienst, sind die Berufserfahrung und die Art des Beschäftigungsverhältnisses. Hierbei wird grundsätzlich unterschieden zwischen Beamten und Tarifangestellten.

Tarifangestellte werden nach einem sogenannten Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TV-L) bezahlt. Der Tarifvertrag unterscheidet zwischen den verschiedenen Schulformen, was in verschiedenen Einordnungen des Gehaltes für die Lehrer resultiert. Möchtest du wissen, wie hoch dein Gehalt in einem bestimmten Bundesland wäre, kannst du dies auch individuell online mithilfe eines TV-L Rechners in Erfahrung bringen. Sicherlich kann man auch annehmen, dass das Gehalt sich auch nach dem Fach, welches der Lehrer unterrichtet, verändert. Dies ist jedoch keine Variable: Das Gehalt des Lehrers ist fachunabhängig. Ein Englischlehrer wird unter identischen Voraussetzungen also dasselbe Gehalt wie ein Sportlehrer erhalten.

Verbeamtete Lehrer: Das verdienen sie im Durchschnitt

Zur Verbeamtung müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Entsprechende gesetzliche Regelungen, die sowohl gesundheitliche als auch fachliche Voraussetzungen statuieren, sind in dem Beamtenstatusgesetz des Bundesministeriums der Justiz festgelegt. Die meisten streben nach dem Erreichen dieses Status, da es einige Vorteile wie keine Abgaben für die Renten- und Arbeitslosenversicherung oder eine Unkündbarkeit. Einen weiteren Vorteil bietet die soziale Komponente des Beamtenstatus: zusätzlich zu dem Grundgeld kannst du je nach Familienzustand und Kinderzahl einen Zuschlag bekommen. Verbeamtete Lehrer verdienen ihr Gehalt nicht nach einem Tarif, sondern einem jährlich festgelegten Sold.

Der Sold richtet sich hier nach den sogenannten Besoldungsgruppen. Diese hängt davon ab, welches Amt du als Lehrer übernimmst. Bist du beispielsweise Grundschullehrer, Realschullehrer oder Hauptschullehrer, fällst du in die Besoldungsgruppe A12. In die Besoldungsgruppe des höheren Dienstes, auch A13 genannt, fällst du in der Regel dann, wenn du an einem Gymnasium oder einem Berufskolleg arbeitest. Hier gibt es gravierende Unterschiede von Bundesland zu Bundesland: während du als Beamte*r in der Besoldungsstufe A12 in Mecklenburg-Vorpommern etwa 3,500 € verdienst, erhältst du in Bayern als Lehrer*in in derselben Besoldungsstufe etwa 3,900 €.

Auch bei der Verbeamtung gibt es bundeslandabhängig einen Unterschied: Wirst du in Berlin als Lehrer*in neu eingestellt, wirst du grundsätzlich als Tarifangestellter beschäftigt. Dies gilt jedoch als Ausnahme: In den anderen Bundesländern kannst du verbeamtet werden, wenn du alle Regelungen erfüllst. Ist dies nicht der Fall, wird dein Entgelt auch nach Tarif gezahlt.

Die Karriere und die Berufserfahrung

Das Studium ist Grundvoraussetzung dafür, dass du den Job als Lehrer*in angehen kannst. Im Anschluss folgt das Referendariat, in dem du das erste Verdienst als Lehrer*in erwarten kannst. Erfolgt dies an einer Grundschule, ist dieser Verdienst niedriger als an einem Gymnasium. Grundsätzlich sind die besten Gehaltsaussichten dann gegeben, wenn du ein Lehramtsstudium für das Gymnasium anpeilst. Als Referendar*in an einem Gymnasium erhältst du als Verbeamtete*r bundeslandabhängig pro Monat zwischen 1.273,96 € (beispielsweise in Berlin) und 1.540,10 € (beispielsweise in Brandenburg).

Hast du dein Referendariat in Baden-Württemberg absolviert, kannst du als Beamter*in mit einem Einstiegsgehalt von etwa 4.480,50 € rechnen, wenn du in der Sekundarstufe 2 arbeitest. Unterrichtest du jedoch unter denselben Voraussetzungen an einer Grundschule, kannst du nur mit einem Einstiegsgehalt von etwa 3.841 € brutto pro Monat rechnen.

Die Berufserfahrung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei dem Gehalt als Lehrer*in. Je länger du im Job beschäftigt bist, umso mehr Praxiserfahrung kannst du mitbringen; was sich auch auf dein Gehalt übertragen wird. Durchschnittlich kann mit einer Berufserfahrung von unter drei Jahren nur mit einem Einstiegsgehalt von etwa 3.500 € gerechnet werden, während dieses nach vier bis neun Jahren Erfahrung sich bereits auf um die 3.900 € belaufen kann. Nach 20 oder mehr Jahren Berufserfahrung kannst du schon mit einem durchschnittlichen Gehalt von über 5.000 € brutto monatlich rechnen. Tipp: Suchst du nach einem Job als Lehrer, kannst du dich hier nach Stellenangeboten umsehen.

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