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Klugscheißen

Für Klugscheißer: 15 Phrasen und Begriffe, die andere Menschen falsch verwenden

Redewendungen, Aussagen, Sprichwörter. Manchmal überstrapazieren wir die deutsche Grammatik. Wir haben uns mit den bekanntesten Fehlern auseinandergesetzt. So könnt ihr bei der nächsten Gelegenheit eure Familie oder Freunde verbessern.
 
15 Grammatik-Fehler die jeder macht
Wir haben die bekanntesten Grammatik-Fehler unter die Lupe genommen. So könnt ihr bei jeder Gelegenheit als Klugscheißer glänzen. Foto: Jan Vašek/Pixabay

Es gibt Wörter und Formulierungen, die sich bei jedem von uns einschleichen oder eingeschlichen haben. Richtig werden sie deswegen trotzdem nicht. Wir erklären, was an den folgenden 15 Redewendungen und Bezeichnungen falsch ist. Damit ihr bei dem nächsten Fehler eurer Freunde als Klugscheißer auftrumpfen könnt. Oder einfach nur, um etwas zu schmunzeln.

Das macht Sinn.

Die Ironie dabei ist nicht unbedingt gewollt, aber faszinierend. Denn so wie sie hier geschrieben steht, ergibt die Redewendung eben keinen Sinn. Denn einen Sinn bzw. die Sinnhaftigkeit lässt sich nicht produzieren. Stattdessen muss etwas Sinn ergeben. Folglich wäre die richtige Formulierung: „Das ergibt Sinn“. Das „machen“ kommt dabei aus dem englischen Sprachbild. Dort heißt es nämlich „that makes sense“.  

Da ist der Ärger schon vorprogrammiert.

Hierbei handelt es sich um eine Dopplung. Denn eine Programmierung muss zwangsläufig im Vorfeld einer Aktion passieren. Das trifft bereits auf weniger anspruchsvolle Tätigkeiten wie die Programmierung der Waschmaschine oder dem Trockner zu. Insofern ist die Vorsilbe „Vor“ unnötig, weil sinnentleert.

Das ist der Super-GAU

Auch hier haben wir es mit einer Dopplung zu tun. Denn die Abkürzung „GAU“ steht bereits für „Größter anzunehmender Unglücksfall“. Und durch „größter“ ist jegliche weitere Steigerung ausgeschlossen. Insofern ist das „Super“ in „Super-Gau“ absolut irrelevant.

Am optimalsten, das einzigste..., das idealste…

Jeder kennt ihn, den einen Freund, der Unikate weiter steigert. Davon wird auch bei den Worten „Optimal“, „Einzige“ und „Ideal“ nicht haltgemacht. Ist etwas optimal, beschreibt es den bestmöglichen Zustand. Ergo: Keine Steigerung des Optimums mehr möglich. Dasselbe trifft auch auf das einzige (wenn eine Person, die einzige im Raum ist, wie kann das gesteigert werden) und das Ideal.

Antibiotika verschrieben

Haben Sie auch schon mal den Satz gehört, dass der Arzt „Antibiotika verschrieben“ habe? Falls ja, haben Sie wahrscheinlich die Chance zur Korrektur der anderen Person verpasst. „Antibiotika“ ist nämlich der Plural von „Antibiotikum“. Eben dem Arzneimittel, welches ein Arzt verschreibt. Sollte ein Arzt wirklich mal „Antibiotika“ verschreiben, wären es nämlich mehrere unterschiedliche Mittel und nicht nur eines.

AGBs, PKWs, und LKWs

Ein beliebter Fehler, gerade wenn man sich in Internet-Diskursen dieser Abkürzungen bedient. Damit werden sie leider trotzdem nicht richtiger. Denn "AGB" steht bereits für die „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“. Demnach wären "AGBs" "Allgemeine Geschäftsbedingungens“?

Dasselbe gilt für „Personenkraftwagen“ und "Lastkraftwagen". Und bevor jemand fragt: Ja, der Plural von „Wagen“ ist ebenfalls „Wagen“.

Größer wie…

Ebenfalls bekannt. Obwohl es sich hier um eine Grundregel der deutschen Grammatik handelt, ist der Fehler gerade in der Umgangssprache allgegenwärtig. Prinzipiell ist der Unterschied zwischen „als“ oder „wie“ sehr simpel. Ist etwas gleich, dann benutzt man "wie". Ist etwas ungleich, dann benutzt man "als".

Dasselbe oder das Gleiche?

Ähnlich wie bei der „als“ und „wie“ Verwechslung verhält es sich auch bei "Dasselbe" und "das Gleiche". Zwar werden die beiden Begriffe oft als Synonyme verwendet, allerdings haben sie völlig unterschiedliche Bedeutungen und daher auch Anwendungsgebiete. Auch hier gibt es eine simple Regel, um etwaige Fehler zukünftig zu meiden. „Dasselbe“ meint, dass etwas identisch ist, also auch als Unikat gesehen werden kann. Beispielsweise ein besonderes Bild aus der Familie. „Das Gleiche“ bezieht sich auf zwei Dinge, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen, dennoch mehrfach vorhanden sind. Als Beispiel hierfür sei ein besonderes T-Shirt aus einem Laden genannt. Insofern kann man das gleiche Shirt mehrfach im Geschäft kaufen, jedoch nicht dasselbe Shirt wie ein Freund tragen. Denn besagtes Shirt trägt er ja bereits.

Der „Imbusschlüssel“, der so gar nicht heißt.

Die Heimwerker werden jetzt ganz erstaunt sein. „Wie? Das ist doch ganz klar ein Imbusschlüssel“. Oder? Tatsächlich ist der Name jedoch nicht „Imbus…“, sondern Inbusschlüssel. Das wird vor allem bei der Herleitung des Namens deutlich. Denn es handelt sich um einen „Innensechskantschlüssel“ von der Firma Bauer und Scharte. Daraus wird dann im Alltagssprachgebrauch korrekterweise der Inbusschlüssel.

Der „Wehmutstropfen“ ist eigentlich ein „Wermutstropfen“.

Diesen Fehler kann man ebenfalls dem fehlenden Hintergrundwissen um die Wort-Herkunft zuschreiben. Denn wenn wir von einem „Wermutstropfen“ sprechen, beschreiben wir eine Situation die sich mit Adjektiven wie „Wehmütig“ und „Melancholisch“ beschreiben lassen. Tatsächlich liegt der Ursprung des „Wermuttropfens“ jedoch bei dem Getränk „Wermut“. Wer das schon mal gekostet hat, weiß um seinen ziemlich bitteren Beigeschmack. So entstand auch das Wort „Wermutstropfen“. Mit all seinen Assoziationen.

„Obulus“ und „Obolus“

Zugegeben: Ein Obolus ist schon etwas älter. Das Wort taucht zum ersten Mal in der lateinischen Sprache als „obolus“ auf und wird auch etwas später im griechischen als „obolós“ verwendet. Genauer gesagt die Mundart von obelós („Spieß“). Laut aktuellem Wissensstand waren damit die ersten Münzen gemeint. Kleine, spitze Metallstücke.

Scheinbar wird „Scheinbar“ als Synonym zu „Anscheinend“ verwendet, so hat es den Anschein.

Gerade in der Alltagssprache wird das Wort „scheinbar“ immer häufiger als Synonym zu dem Wort "anscheinend“ verwendet. Tatsächlich gibt es bei den beiden Worten jedoch einen klaren Bedeutungsunterschied. Der Duden schreibt dazu: „Mit anscheinend wird die Vermutung zum Ausdruck gebracht, dass etwas so ist, wie es erscheint: Er ist anscheinend krank. Anscheinend ist niemand im Haus. Sie hat anscheinend schweres erlebt." Das Adjektiv scheinbar sagt, dass etwas nur dem äußeren Eindruck nach, aber nicht in Wirklichkeit so ist, wie es sich darstellt: Die Zeit stand scheinbar still. Der Widerspruch ist nur scheinbar.

Die Differenzierung zwischen „anscheinend“ und „Scheinbar“ ist relativ jung. Erst ab dem 18. Jahrhundert wurden die Worte voneinander abgegrenzt und differenziert.

„Praktikas“ absolvieren – das geht doch gar nicht?

„Praktikas“ sind die in so manchem Sprachgebrauch verwendete Mehrzahl eines Praktikums. Trotzdem ist die so erzeugte Mehrzahl eines Praktikums grammatikalisch falsch. Denn der korrekte Plural von einem Praktikum sind die Praktika. Und an eine Mehrzahl ein „S“ anzuhängen, funktioniert in der deutschen Sprache schlichtweg nicht. Zumindest, wenn man sie richtig verwenden möchte.

Die Verwendung des Wortes „Gegenüber“

In der Umgangssprache wird das Wort „Gegenüber“ häufig falsch verwendet. Ein gutes Beispiel hierfür ist etwa die Formulierung „Er sagte etwas gegenüber dem Chef…“. Und das ist grammatikalisch falsch. Denn mit der Verwendung des Wortes Gegenüber, bedingt man gleichzeitig eine konträre Position. Entweder bezogen auf die Position, oder als Ortsangabe. Der Duden beispielsweise unterscheidet zwischen Personen, die einem gegenübersitzt, einer gegenüberliegenden Häuserfront (Ortsangaben) und dem entgegengesetzt sein. Beispielsweise das Gegenüber von Theorie und Praxis.

Unkosten sind Unkosten und keine Umkosten

Auch hier lohnt ein Blick in die deutsche Grammatik, möchte man der (coole) Klugscheißer sein. Denn so wird schon durch die Herleitung des Wortes klar, warum es zwingend „Unkosten“ und nicht „Umkosten“ heißen muss. Denn „Unkosten“ kommen von der Wortschöpfung der unvorhergesehenen Kosten. Daraus wurde dann im Laufe der Zeit das Wörtchen „Unkosten“.