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Streit in der Beziehung: So streitest du richtig mit deinem Partner

Streit ist ganz normal und kann auch bei jeder noch so glücklichen Beziehung ab und an vorkommen. Dabei ist es wichtig, als Paar richtig mit dem Konflikt umzugehen.
Das schönste nach einem Streit ist doch immer noch, sich wieder zu versöhnen.
Das schönste nach einem Streit ist doch immer noch, sich wieder zu versöhnen. Foto: CC0 / Pixabay / Pexels
  • Weshalb wir uns überhaupt streiten
  • So streitet man "richtig"
  • Drei typische Streitformen
  • Tipps zur Vermeidung von Streit

In vielen Beziehungen gehört Streit dazu - mal öfter, mal seltener. Doch wirklich angenehm ist Streit doch für niemanden; warum streiten wir uns also dennoch? Und welche Methoden gibt es, um richtig zu streiten - oder den Streit künftig ganz zu vermeiden?

Warum wir überhaupt streiten

Streit mag grundsätzlich niemand- und dennoch passiert es jedem von uns im Alltag immer wieder, dass wir mit jemandem streiten. Grund dafür ist, ganz simpel ausgedrückt, dass wir unterschiedlicher Meinung sind.

Fühlen wir uns nicht akzeptiert oder angegriffen von einer anderen Person, gehen wir automatisch in Angriffsstellung. Werden wir gereizt, schüttet das Gehirn Unmengen an Adrenalin aus und versucht, aus der Situation zu entfliehen. Diese Reaktion ist evolutionär begründet: Ein "Angriff" oder eine "Gefahr" bedeutet entweder Kampf, Flucht oder Totstellen. Auch heute reagieren wir noch so, dass wir einer Konfrontation entweder ausweichen, versuchen, sie zu ignorieren oder uns dem bevorstehenden Streit stellen.

Während des Streits ist das klare Denken oft nicht mehr möglich. Wir befinden uns in einem Gefühl der Rage und können uns selbst meist gar nicht mehr kontrollieren. In diesem Gefühl vergessen wir in den meisten Fällen sogar, dass es eigentlich sinnvoll wäre, eine Lösung zu suchen: Wir sind so gefangen in dem Versuch, uns selbst zu verteidigen und unsere Meinung klar zu artikulieren, dass das rationale Handeln kaum noch funktioniert.

Verschiedene Arten von Streit: So streitest du "richtig"

Vor allem, wenn man in einer Beziehung ist, gibt es eine Vielzahl an Themen, die zu Streit führen können. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen eher um triviale Dinge wie herumliegende Socken oder das vergessene Saugen. Um die "großen" und "wichtigen" Themen geht es eher selten, aber auch diese können zu einem Streit führen; damit gemeint ist all das, was uns wirklich beschäftigt, uns verletzt und uns wichtig ist. Diese Themen sollten aber in keinem Fall einfach vermieden werden.

Streiten wir uns, ist es in den meisten Fällen so, dass wir unsere rationalen Gedanken vollständig vergessen und rein emotional argumentieren. Wir sind oft nicht fair und sagen Dinge, die wir eigentlich gar nicht so meinen. Ein gravierender Fehler beim Streiten ist es, dem Partner plötzlich all die Dinge an den Kopf zu werfen, die einen seit längerer Zeit stören. Es ist außerdem kontraproduktiv, wenn ihr euch nicht ausreden lasst: Dies macht dein Gegenüber meist nur noch wütender und er oder sie fühlt sich nicht verstanden. "Falsches" streiten meint also, einen Streit im irrationalen Vorwürfe-machen ausarten zu lassen, sich vielleicht sogar anzuschreien und sich nicht ausreden zu lassen.

Damit ein Streit nicht vollkommen ausartet, solltest du "richtig" streiten. Dabei kann es hilfreich sein, sich eine kurze Auszeit zu nehmen. Eine Aussage wie "Ich bin gerade sehr stark emotional geladen und brauche kurz eine Pause, damit ich wieder klar denken kann. Lass uns bitte danach reden, ja?" kann dabei oftmals Wunder bewirken.

Richtig streiten - so geht es

Nehmt euch beide dann wirklich kurz die Zeit, den Kopf freizubekommen; dies kann durch einen Spaziergang oder eine Teezeit gelingen. Ob es sich nur um ein kleineres, "unwichtiges" Thema oder ein größeres Problem handelt, ist dabei irrelevant: Versuche, dir bewusst zu machen, was genau deine Position zu dem Thema ist. Sage deinem Partner offen und ruhig, was genau dich stört, höre ihm aber auch zu. Wichtig ist vor allem, dass ihr euch ausreden lasst: Dies zeigt, dass ihr einander schätzt und auch Wert auf die Meinung des anderen legt. Geht friedlich aufeinander zu: Es muss nicht immer zwangsläufig ein Streit sein. Ein klärendes und offenes Gespräch ist doch eigentlich das, was beide Seiten sich wünschen. Lasst also Anklagen, Vorwürfe oder unfaire Urteile weg.

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Beim "richtigen" Streiten könntest du dich an folgenden drei Regeln orientieren:

  1. Versuche, anstelle von Vorwürfen Wünsche zu formulieren. Es wird positiver aufgenommen, wenn du sagst "Ich würde gerne öfter mit dir in ein Restaurant gehen." als wenn du eine Aussage wie "Nie gehst du mit mir in ein Restaurant!" formulierst.
  2. Kommt ein Streitpunkt immer wieder auf, solltet ihr versuchen, gemeinsam Lösungsvorschläge zu sammeln und diese konstruktiv durchzugehen. Streitet ihr euch beispielsweise immer wieder darum, wer saugt, könntet ihr überlegen, einen Plan dafür aufzustellen. Sei aber auch immer offen für die Vorschläge deines Partners.
  3. Nimm einmal die andere Perspektive ein. Es ist wichtig, auch die Sicht des anderen sowie seine Gründe zu verstehen. Nicht alles, was dein Partner auf eine bestimmte Weise macht, musst du genauso machen; umgekehrt gilt dasselbe.

Streittypen: Erkennst du dich wieder?

Es gibt einige Streittypen, die besonders oft vorkommen. Dazu gehören unter anderem diese drei:

  1. "Die Harmoniesuchenden": Damit ist gemeint, dass der eine Partner seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse ignoriert und zurückstellt, um einen aufkommenden Streit so schnell wie möglich zu beenden. Ein Streit ist für diese Person das schlimmste, was passieren kann. Dennoch ist auch dies nicht der richtige Weg für dauerhafte Harmonie: Es ist wichtig, auch für seine Meinung geradezustehen. Die Hauptsache ist, dass ihr ruhig und offen miteinander redet, und nicht in Emotionalität ausartet.
  2. Die Person, die immer recht haben will, ist auch beinahe jedem bekannt. Egal, worum es geht: Man möchte recht haben und dieses auch behalten. In einer Beziehung ist es jedoch wichtig, sich Fehler auch einzugestehen: immerhin sind wir alle nur Menschen und nicht perfekt. Es ist ganz normal, dass wir nicht immer im Recht sind.
  3. Ein weiterer häufiger Typ ist jener, der alles bis ins letzte Detail ausdiskutieren möchte. Während für den anderen bereits alles geklärt ist, holt diese Person immer wieder neue Themen hervor und möchte diese bis zu Ende diskutieren. Ein Tipp hierbei ist, dass du versuchst, mit beendeten Themen abzuschließen. Aus vergangenen Themen kannst du höchstens etwas lernen, aber du solltest sie nicht immer wieder neu hervorbringen.

Auch verzeihen ist in einer Beziehung sehr wichtig.

Tipps zur Versöhnung und zur Vermeidung von Steit

Um Streit zu vermeiden, solltest du direkt von Anfang an mit einer versöhnlichen Stimmung auf deinen Partner zugehen. Vorwurfsvolle Aussagen wie "Du solltest doch..." oder "Ich dachte, du würdest..." führen in den meisten Fällen direkt zu einer Konfrontation. Behalte jedoch immer im Hinterkopf, dass dein Partner keine Gedanken lesen kann. Zudem hat auch er seinen eigenen Kopf, seine eigenen Ansichten und seine eigenen Bedürfnisse; es lohnt sich also immer, auch einmal die andere Perspektive anzuhören.

Auch, wenn es okay ist, sich manchmal zu streiten: Genauso wichtig ist es auch, sich anschließend wieder zu versöhnen. Denn jeder von uns muss zugeben, dass man sich weder während des Streits, noch nach dem Streit wirklich gut fühlt. Merkst du also im Nachhinein, dass du etwas falsch gemacht hast und überreagiert hast, ist es wichtig, auch den Mut zu beweisen, sich zu entschuldigen.

Für eine versöhnliche Stimmung in der Partnerschaft ist also eine verständnisvolle und rücksichtsvolle Grundhaltung wichtig. Beide Seiten sollten den anderen respektieren und versuchen, seine Handlungen nachzuvollziehen. Merkst du, dass dies in eurer Beziehung kaum noch möglich ist und ihr immer wieder wegen jeder Kleinigkeit aneinandergeratet, kann es hilfreich sein, sich frühzeitig Hilfe in Form einer Paar- oder Eheberatung zu suchen.

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