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Geländewagen und SUV

Schwergewichte für Straße und Gelände

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen SUV und Geländewagen?
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Annatamila/stock.adobe.com
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Sie sind die Schwergewichte auf Deutschlands Straßen: "Sports Utility Vehicle", kurz SUV, und Geländewagen. Nicht nur optisch und gewichtstechnisch, auch zahlenmäßig legen sie stark zu. 2019 wurden erstmals in einem Jahr mehr als eine Million dieser Fahrzeuge neu zugelassen. Schon im November wurde die Marke mit 1,03 Millionen Fahrzeugen seit Jahresbeginn geknackt, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg hervorgeht. Das waren 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bis Jahresende stieg die Zahl sogar noch auf 1,13 Millionen.

Rein optisch scheint es keine großen Unterschiede zwischen SUV und Geländewagen zu geben, die Begriffe werden auch oft synonym benutzt. Tatsächlich gibt es aber Unterschiede zwischen den beiden Fahrzeugkategorien. Diese Unterschiede definiert das Kraftfahrt-Bundesamt - egal wie die Hersteller ihr Fahrzeug beim Verkauf definieren. Seit 2013 werden SUV und Geländewagen in der Statistik nämlich getrennt voneinander aufgeführt.

Geländetauglichkeit macht den Unterschied

Das SUV zeichnet sich im Gegensatz zu einer Limousine durch eine erhöhte Bodenfreiheit und eine charakteristische Karosserieform aus. Das hat das SUV auch mit dem Geländewagen gemeinsam - die Merkmale reichen aber nicht aus, um das SUV als solches zu klassifizieren. Wie der ADAC schreibt, gehören neben einem Allradantrieb - der abschaltbar sein darf - und einer Differentialsperre oder einer vergleichbaren Vorrichtung folgende Minimalanforderungen zu einem Geländewagen, die die Geländetauglichkeit gewährleisten sollen: Steigfähigkeit (am Berg) von mindestens 30 Prozent, Böschungswinkel vorn über 25 Grad, Böschungswinkel hinten über 20 Grad, Rampenwinkel mindestens 20 Grad, Bodenfreiheit unter den Achsen von mindestens 18 Zentimeter und Bodenfreiheit zwischen den Achsen von mindestens 200 Millimeter. Um offiziell als Geländewagen (Typ M1G) zu gelten, muss das Fahrzeug mindestens fünf dieser genannten Anforderungen erfüllen oder sogar übertreffen.

Was macht die SUV eigentlich so beliebt?

SUV werden von immer mehr Autoherstellern produziert und die Käufer greifen mit großer Begeisterung zu. Weil der Kundenwunsch besteht, gibt es SUV inzwischen nicht nur in der Ober- und Mittelklasse, sondern sogar im Kleinwagenformat. Denn Autos dieser Art haben zweifelsfrei Vorteile: Der Fahrer sitzt leicht erhöht und sieht besser auf das Verkehrsgeschehen - allein schon dadurch fühlt er sich sicherer. Auch gestaltet sich das Ein- und Aussteigen bequemer, was gerade für ältere Autofahrer ein wichtiges Argument ist.

Darüber hinaus bietet ein SUV aufgrund der größeren Bodenfreiheit eine höhere Robustheit im Alltag. Und hat das SUV auch noch einen Allradantrieb, steht dem Befahren von Feldwegen und Wiesen nichts mehr im Wege - "sofern dies vom Waldbesitzer überhaupt erlaubt ist und die meist montierten Straßenreifen den Vortrieb nicht vorzeitig beenden", so der ADAC.

Wann lohnt sich ein Geländewagen?

Fährt man mit einem Geländewagen nur in der Stadt und auf Straßen, nehmen Besitzer überwiegend Nachteile wie Mehrverbrauch, weniger Komfort und schlechtere Fahreigenschaften bei höheren Geschwindigkeiten in Kauf, meinen TÜV-Experten. Sie raten, sich vor dem Kauf eines Geländewagens bewusst zu machen, für welche Bereiche das Auto benutzt werden soll. Geländewagen machen nur dann Sinn, wenn man auch damit im Gelände fährt. Förster, Jäger, Angler und Abenteurer können von den Vorteilen Gebrauch machen. Für den Otto-Normalverbraucher lohnt sich ein Geländewagen - im Gegensatz zum SUV - dagegen eher nicht. Jürgen Scheibe

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